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    "Wir spielen immer eine Premiere und Dernière zur gleichen Zeit"

    artbild.400_fuchensemble... erkärt die symphatische, junge Protagonistin dem Publikum. Stefanie Petereit weiß, wovon sie spricht, obwohl die Vorstellung in der Frankfurter Denkbar tatsächlich fast eine Premiere ist. Denn die Improtheater-Formation Der Fuchs (Bild: Adriano Werner, Norbert Deeg, Lena Försch, Stefanie Petereit v.l.n.r.) hat sich erst im Januar diesen Jahres gegründet und in dem kleinen Veranstaltungsort im Nordend eine erste Spielstätte gefunden. Inzwischen sind die insgesamt vier Schauspieler regelmäßig im Kulturcafé zu Gast. Am Sonntagmorgen haben allerdings nur zwei Akteure zum Comedy Brunch in die Denkbar geladen. 

    "Die Bühne ist für vier Spieler etwas klein", erklärt Stefanies Spielkollege Adriano Werner. Er hat zu Beginn der sonntäglichen Vorstellung sein Publikum begrüßt und dazu beglückwünscht, den Weg zur Spielstätte und zum Frühstücksbüffet gefunden zu haben. Was gibt es auch Besseres, als sich von der Café-Betreiberin Madeleine Beiner kulinarisch auf kulturelle Leckerbissen einstimmen zu lassen. Doch bevor die Zuschauer ihre Frühstücksteller füllen, werden sie von Stefanie Petereit erst einmal in die Kunst des Improvisations-Theaters eingeführt: "Bei uns kann alles passieren, aber nichts ist wiederholbar", erklärt sie und fügt an: "Und ihr alle hier seid unsere Stichwortgeber und gestaltet somit mit, was auf der Bühne passiert!"  Plötzlich ertönt in der Denkbar der Klingelton des Handys eines Zuschauers. "Das können wir auch einbauen", ergänzt Stefanie lachend. 

    Dann geht es los: Im Handumdrehen wird das Publikum, darunter offensichtlich bereits viele Fans der jungen Truppe, in zwei Gruppen eingeteilt. "Euch hier links bitten wir, unsere Sätze zu vervollständigen. Und ihr auf der rechten Seite seid für unsere Gefühle zuständig", ruft Adriano Werner und setzt hinterher: "Heute scheint die Sonne. Was für Gefühle weckt der Frühling bei euch?" "Putzen," ruft eine Zuschauerin, was gleich zu großem Gelächter führt. Doch zunächst geht es um Luise. "Wir sind am Strand von...", gibt Adriano vor. "Helgoland", schallt es aus dem Publikum zurück. "Luise ist zehneinhalb, bald wird sie elf Jahre alt. Was möchte sie heute am Strand machen?", fragt Adriano weiter, während sich Luise alias Stefanie ihrem Bühnenpartner entgegenläuft. "Sie möchte mit Walen schwimmen", kommt es von den Zuschauern zurück. Inzwischen hat sich ihr Bühnenpartner spontan zum Bademeister auf Helgoland erklärt. Mit gespielter Autorität stellt er sich Luise entgegen und die Zuschauer spielen fleißig mit. Wie sich über ihre verbalen Einwürfe bald herausstellt, ist der Bademeister Adriano eigentlich ein ängstlicher bis hysterischer Typ und kann noch nicht einmal schwimmen. "Hier auf Helgoland werden einem die Jobs eben zugelost", seufzt der Inselangestellte. Die Auflösung der Spielsequenz erfolgt bald: Der Bademeister zieht sich in den Ruhestand zurück und die schwimmbegeisterte Luise übernimmt seinen Job. Vom Anfang bis zum Ende des improvisierten Sketches amüsiert sich das Publikum königlich über die eigene Ideengebung und die Umsetzung der beiden Protagonisten.
     

    Die nachfolgende Spielsequenz gestaltet Adriano über die Eintrittskarte eines Zuschauers ins Schloss Neuschwanstein. Stefanie mimt eine Schlossbesucherin, die sich als Prinzessin fühlt. Der Karten-Abreißer am Eingang verweigert ihr jedoch zunächst den Zutritt ins Schloss Neuschwanstein, bis er sich schließlich als ihr Prinz erweist. Und beim anschließenden Krimi-Szenario spielen Stefanie und Adriano insgesamt den Komissar, seine Chefin, die Eltern des Ermittlers und eine mordende Ballerina. Im Seitenwechsel ensteht so eine Spielebene mit fünf Personen im Zweierbund. Fertig ist die Geschichte! 

    Das Schöne am Improvisationstheater ist die Spontanität. Zudem zeichnen sich Stefanie Petereit und Adriano Werner durch ihre große Spielfreude aus. Ursprünglich waren beide Ensemblemitglieder bei der Wiesbadener Urgestein-Improgruppe Für Garderobe keine Haftung. Norbert Deeg und Lena Försch komlettieren seit Januar 2019 bei anderen Vorstellungen das Ensemble Der Fuchs. Zurzeit sind die Gruppenmitglieder auf der Suche nach neuen Spielstätten im Rhein-Main-Gebiet, um ihre Zuschauer als vier Füchse spielerisch erfreuen zu können. In der Denkbar hinterließen Stefanie Petereit und Adriano als Duo sowie Madeleine Beiners Büffet ganz offensichtlich einen guten Geschmack und machten Lust auf mehr!  

    Die Formation macht in der Denkbar immer mal wieder sonntags jeweils um 11 Uhr theatralisch mit Comedy und Brunch mit dem Titel Die Denkbar Beste startet in den Tag seine Aufwartung. Folgetermine sind am 20. Oktober und 15. Dezember.

    Doch auch abends um 19 Uhr bietet Der Fuchs im Kulturcafé eine Impro-Comedy-Show unter dem Motto Eine Show. Alles denkbar! Termine sind am 15. September und am 17. November.


    Vorblicke

    Der Frühling hat sonnig angefangen und die Ausblicke auf einen schönen Sommer lassen auf kulturelle Höhepunkte an der frischen Luft bei besten Bedingungen hoffen. Die Freiluftsaison in Frankfurt eröffnet Stoffel im Günthersburgpark. In der Zeit vom 20. Juni bis 13. Juli bietet das Stalburg-Theater sein einzigartiges Festival. Unter dem Motto 'Stalburg Theater Offen Luft', verkürzt Stoffel, gaben sich im Sommer 2004 die Festival-Organisatoren erstmalig ein Stelldichein im Park. Bei freiem Eintritt, mit Musik, Kabarett, Lesungen und Theatervorstellungen, auch für Kinder, treffen alljährlich Kultur-Fans auf der Wiese zusammen. Für kulinarische Genüsse ist ebenfalls gesorgt. 

    Seit 1987 kommt das Zelttheater-Ensemble Comedia Mundi ans Frankfurter Mainufer. Das Tangente-Festival der umtriebigen Truppe existiert seit dem Jahr 2000. In der Zeit vom 23. Juni bis 6. August treffen sich im Theaterzelt verschiedene Künstler, die den Weg von Comedia Mundi gekreuzt oder mitbeschritten haben. Am schönen Mainufer werden zudem Speisen und Getränke für die Schauspielgäste und alle anderen Besucher geboten.  

    Seit 1999 veranstaltet die Dramatische Bühne jeden Sommer ein Freilichtfestival im Frankfurter Grüneburgpark. In diesem Jahr ziehen die Schauspieler vom 28. Juni bis 18. August auf ihre Bühne im Grünen. Sie präsentieren in gewohnter Manier klassische Theaterstücke mit viel Witz, Tempo, Musik, Gesang und Artistik. Die Zuschauer dürfen gespannt sein! 

    Auch in diesem Sommer dient der Bolongarogarten in Frankfurt-Höchst dem Barock-am-Main-Ensemble als Freilichtkulisse. Vom 10. Juli bis 4. August wird Der Tartüff als Komödie in hessischer Mundart von Wolfgang Deichsel nach Molière geboten.  Für eine anspruchsvolle Gastronomie ist wie immer gesorgt. 

    Livebands, Theater, Tanz, und Poetry-Slam und vieles mehr stehen für die Zeit vom 19. Juli bis 4. August beim Sommerwerft-Festival an der Weseler Werft auf dem Programm. Die unterschiedlichen Künstler präsentieren sich wie in jedem Jahr im Freien, auf der Bühne, im Beduinen- oder im Theaterzelt. 

    artbild.450_stephan_denzerDas Mainzer Unterhaus bekommt zum 1. Juli einen neuen Geschäftsführer. Stephan Denzer wird neuer Chef des Theaters. Er tritt damit die Nachfolge von Ewald Dietrich an, der in den Ruhestand geht. Seit dem Jahr 1966 präsentiert das Unterhaus neben Kabarett und Comedy auch ein Kinder- und Jugendprogramm. Stephan Denzer stand jahrelang selbst als Comedian und Kabarettist auf bundesweiten Bühnen. Seit dem Jahr 1994 arbeitete er für das ZDF und für Arte. 2008 übernahm er die Teamleitung der Abteilung für Comedy und Kabarett im ZDF. Im Jahr 2016 wurde er Redaktionsleiter der Sitcoms im ZDF und bei ZDFneo. Für den ZDF erfand Stephan Denzer Sendeformate wie 'Die Anstalt' und die 'Heute-Show'. Die Heute-Show erhielt neben dem Grimme-Preis mehrmals den Deutschen Comedypreis und den Deutschen Fernsehpreis. Dass es dem 51-Jährigen an Ideen nicht mangelt, hat er einschlägig bewiesen. Künstler und Zuschauer dürfen sich somit auf frischen Wind im beliebten Kleinkunst-Tempel freuen! 

    Viel Spaß beim Schauen und selber Produzieren wünscht Kiki Krebs

    Redaktion: Kiki Krebs  

     

    2019-04-20 | Nr. 103 | Weitere Artikel von: Kiki Krebs



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