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    11. KULTURBÖRSE FREIBURG

    10 Jahre KULTURBÖRSE FREIBURG liegen hinter uns und schon schauen auch wir - geschüttelt vom Millenniums-Fieber - in das Jahr 2000. Doch bevor uns das bunte Jahrtausendtreiben gänzlich vereinnahmt, wollen wir die nächste, die 11. KULTURBÖRSE FREIBURG, ordentlich über die Bühne bringen.

    Kontor für Kunst und KulturZuerst einmal möchte ich aber die Chance nutzen und mich auf diesem Wege bei den vielen „Börsianern“ bedanken, die sich als Reaktion auf unsere „Jubiläums­börse“ bei uns gemeldet haben. Mit so vielen Anregungen, Lob und solidarischer Kritik hatten wir nicht gerechnet und uns dementsprechend sehr gefreut. Also: Herz­lichen Dank.

    Die vielen Schreiben und Anrufe haben uns darin bestärkt, die im letzten Jahr prakti­zierten Neuerungen beizubehalten (Verlängerung der Börse um einen Tag, Ver­größerung des Theatersaales, Öffnung des Foyerbereiches, erweiterte Angebote in Zusammenarbeit mit anderen Freiburger Kleinkunstveranstaltern, Briefkästen etc.) und darüber hinaus zusätzliche Veränderungen einzuführen. Die wichtigste Ver­änderung dabei ist die Vorverlegung der Börse um einen Tag, so daß die Veranstal­tung jetzt von Montag bis Donnerstag stattfinden wird. Die Maßnahme dient vor allem dazu, allen Besuchern und Teilnehmern ein freies Wochenende zu erhalten und sie wird zudem hoffentlich dazu führen, daß sich der Besucherstrom etwas bes­ser auf alle Tage verteilen wird. Notwendig ist dies auch aus einem anderen Grund: Wir haben in diesem Jahr verstärkt im Firmen- und Unternehmensbereich geworben und für diese Zielgruppe besondere (Kennenlern) Angebote entwickelt. Mit diesem Schritt erhoffen wir uns einen deutlichen Zuwachs an „neuen“ Besucherkreisen und dadurch natürlich noch größere Attraktivität.

    Zum Programm:
    Eröffnet wird die 11. KULTURBÖRSE FREIBURG am 15. März 1999 von zwei alten Bekannten, Avner Eisenberg aus den USA und der Montezuma’s Revenge aus den Niederlanden. Der amerikanische Künstler und begnadete Humorist legte 1998 auf der KULTURBÖRSE einen vielumjubelten Auftritt hin und Hollands erfolgreich­ster Vokal-Export begeisterte 1995 die Börsenbesucher. Beide gehören zu den Be­sten ihres Genres und wir freuen uns sehr, sie am Eröffnungsabend präsentieren zu können.

    Das Kurzauftritt-Programm beginnt dann am 16. März 1999 nach der offiziellen Er­öffnung, die wie immer um 10.30 Uhr stattfindet. Insgesamt sind 43 Kurzauftritte (37 im Theatersaal, 6 auf dem Außengelände) von Künstlern und Gruppen aus 12 Staa­ten vorgesehen und es ist wieder (fast) von allem, was Kleinkunst zu bieten hat, etwas dabei. Fast deshalb, weil wir in den Bereichen Figurentheater und Kinder­theater leider nur wenige Bewerbungen vorliegen hatten und die Jury darunter nichts gefunden hat, was sie wirklich überzeugen konnte. Daß es relativ wenig dies­bezügliche Bewerbungen gab, hängt möglicherweise aber auch mit der Börsenstruk­tur insgesamt zusammen, worauf ich am Ende des Artikels noch einmal kurz zu sprechen kommen möchte.

    Dominiert wird die 11. KULTURBÖRSE FREIBURG eindeutig von den Bereichen Kabarett und Comedy; beide Sparten zusammen umfassen nahezu 2/3 aller Auftritte. Hier sind nun aber wirklich alle Facetten zu bewundern, ist alles zu sehen und zu hören, was man sich nur vorstellen kann. Allein schon die von den Künstlern oder Agenturen an uns übermittelten Genrebezeichnungen vermitteln einen kleinen Eindruck von der unglaublichen Vielfalt der Darbietung: „Comedy-Juggling-Stunts“ (Steve Rawlings aus England), „Akustik-Gitarren-Comedy“ (Acoustic Mania aus England/Italien), „kabarettistisch durchwobene Musik“ (die deutsche Künstlerin Dana) oder „literarisches Kabarett“ (Herr Thiel & Herr Sassine aus der Schweiz). Letztere zählen bestimmt zu den Entdeckungen der diesjährigen Börse und es gehört nicht sehr viel Phantasie dazu, den beiden eine erfolgreiche Zukunft vorher­zusagen. Weitere Namen im Reigen der Kabarettisten und Comedykünstler sind: Käthe Lachmann / Deutschland, Jess Jochimsen, kabarettistischer Aufsteiger aus der Generation X (vgl. TROTTOIR, Heft 21), Les Francs Glacons aus Frankreich, die - ebenso wie das deutsche Ensemble Mime Crime - sich in sehr überzeugender und unterhaltsamer Weise dem Thema Sport annehmen (auf die unterschiedliche Präsentation des gleichen Themas darf man wirklich gespannt sein!), die - wie sie von der SZ so liebenswert bezeichnete „Kabaretteuse“ Rosa K. Wirtz und Frances­ca de Martin, als deutsch-italienischer Gemütskontrast und „echter Hingucker“ (nochmals Zitat SZ). Sehr erfreulich ist, daß langsam, sehr langsam auch die öster­reichische Szene den Weg zu uns findet. Vorstellen dürfen wir Ihnen K + K Strings, vier klassisch ausgebildete junge Virtuosen aus Wien, die mit musikalischen Kli­schees aus Klassik und Popmusik souverän jonglieren sowie Alf Poier, Preisträger des „Salzburger Stiers 1998" und eine wirklich ungewöhnlich schillernde und noch junge Figur der Kabarettszene. Zu Gast aus England sind - neben dem bereits erwähnten Steve Rawling - Earl Okin (kennen Sie sein „Taste my mango“?) und Bob Kerr and his Whopee Band mit einem „Tribute to Monty Python and Spike Jones“; aus der Schweiz kommen zu uns das Theatro del Chiodo, der Kabarettist Christian Überschall (er lebt aller­dings schon seit 30 Jahren in München) sowie Michaela Marie Drux, alias Druxa­che, mit ihrem musikalisch literarischen Kabarett-Programm.

    Die zumindest sprachlichen Comedy- bzw. Kabaretteckpunkte setzen Der Vorstand  („Weltmusik aus dem Kohlenpott“) und Altinger und Band, mit herzhaft Deftigem aus Niederbayern. Deutlich allgemeinverständlicher geht es beim Frot Theater / Deutschland und ihrer dritten metaphysischen Kraft, dem Humor, zu,  natürlich auch bei Arnim Töpel, Radio-Talker, Jurist, Autor und Verfechter der Theorie „Sex ist keine Lösung“ (so lautet der Titel seines aktuellen Programms) und bei Jo van Nel­sen, einem der vielseitigsten Künstler der deutschen Kleinkunstszene. „Kitsch! Lie­der und Texte entlang der deutschen Schmerzgrenze“ heißt sein Programm, das Originaltexte aus dem Zeitraum von 1816 - 1997 in jeder Hinsicht verarbeitet und präsentiert.

    Bei vielen der genannten Künstler und Gruppen bildet die Musik einen wichtigen,  manchmal sogar zentralen Teil des Programms, aber es gibt darüber hinaus eine ganze Reihe von Künstlern, bei denen die Musik ganz eindeutig Herzstück und Me­dium zugleich ist. Nicht verwunderlich, daß dabei a-cappella nach wie vor sehr ge­fragt ist und wir können mit Cantabile aus England und The House Jacks aus den USA zwei wirklich exzellente Vertreter dieser Kunst in Freiburg präsentieren. Dazu gerechnet werden muß natürlich auch der schweizer EurAm-Bourse Beitrag, das musikalische Multitalent Dodo Hug und selbstverständlich auch die Gruppe Jontef aus Deutschland mit ihrer musikalischen Revue „Hej Klezmorim“.

    Sehr schön finde ich das langsame Wiederaufleben alter Kleinkunst bzw. Theater­traditionen, die es in unserer medialen Welt zugegebenermaßen sehr schwer haben. Dazu gehört das Theater YBY aus Österreich mit seinem „komischen Theater“ ebenso, wie die Markus Zohner Theater Compagnie aus der Schweiz (unglaub­lich, wie spannend Erzählen sein kann - wenn man diese Kunst beherrscht!), Jontef  aus Deutschland (siehe oben), Scott the Magician aus den Niederlanden und na­türlich auch ein Mann wie Christof Stählin, einer Art Grandseigneur des literari­schen Kabaretts.

    Ein gewisser Trend in Richtung Improvisationstheater läßt sich auch bei uns anhand der eingegangenen Bewerberungen nachzeichnen. Ich würde fast behaupten, daß wir damit erst am Anfang einer Entwicklung stehen und um für zukünftige Beiträge dieser Art die Meßlatte gleich recht hoch zu legen, präsentieren wir in Freiburg mit The Shenanigan Brothers zwei neuseeländische Künstler, die sich vorzüglich auf dieses Metier verstehen und mit großer Sicherheit den Theatersaal im Bürgerhaus binnen kürzester Zeit zum Brodeln bringen werden.

    Tja und dann gibt es natürlich noch Künstler, die sich der bisherigen Spartenein­teilung entziehen, aber dafür über die Genregrenzen hinweg ein verbindendes Ele­ment besitzen: Sie sind allesamt spannend, unterhaltsam, witzig und gut. Die aus hintersinnigem Humor und artistischem Können kombinierte Kunst des Wall Street Theatre und Eckhart von Hirschhausen, der Magical Entertainer wie er sich nennt (beide aus Deutschland), die Compagnia Martine Bucci aus Italien mit einer genia­len tänzerischen Adaption von Sartres „Huis clos“, Compagnie Vis à Vis aus Frank­reich, deren Beherrschung von bis zu 16 (!) Silikonbällen zu unwahrscheinlichen magischen Effekten führt, Tomás Kubínek aus Kanada, dessen exzentrische Mixtur aus Humor, Artistik und Charme, verbunden mit absoluter Professionalität, ihn in so bescheidene Häuser wie die Royal Festival Hall in London geführt hat und - last not least - Fura, der spanischen Trapez- und Seilakrobatikkünstlerin, die im Rahmen des Kooperationsprojektes EurAm im Foyer des Bürgerhauses auftreten wird.

    Nicht unerwähnt lassen möchte ich auch Burr & Klaiber, die - verstärkt um einen dritten Musiker - beim zweiten Abend in Freiburg musikalisch unser Fest gestalten werden.   Vor dem Feiern gilt es jedoch erst einmal den „alltäglichen Börsenstreß“ zu bewälti­gen, d. h. Gespräche führen, neue Kontakte knüpfen, Informationen zusammen­tragen, Absprachen treffen, Verträge vorbereiten etc., etc. Dazu finden Sie auf der Börse 153 Informations- bzw. Messestände, ein Treffen von deutschen Festivallei­tern und -leiterinnen parallel zu und auf der Börse, jede Menge individueller Informations- und Gesprächsmöglichkeiten, sowie die eine oder andere hier nicht erwähnte Überraschung. Gründe also zuhauf um nach Freiburg zu kommen und ich lade Sie sehr herzlich dazu ein. Abschließend noch ein kurzes Wort zum Jahr 2000: Die ansteigenden Bewerbungs­zahlen und das zunehmende Interesse neuen Kunden (sowohl als Besucher als auch als Aussteller) zwingen uns dazu, uns erneut prinzipielle Gedanken über das Aussehen der KULTURBÖRSE im Jahr 2000 zu machen. Im Augenblick läuft alles darauf hinaus, daß wir im kommenden Jahr ein zweites, kleines Theaterzelt für Kurzauftritte aufstellen werden (wäre das nicht ein Anreiz für Figurentheater?) und daß wir das Zelt für die Informationsstände noch einmal spürbar vergrößern werden. Beides sind Maßnahmen, um sowohl mehr Kurzauftritte als auch zusätzliche Aus­stellungsflächen zu bekommen und vielleicht ein kleiner Trost für alle diejenigen, die in diesem Jahr nicht mit einem Kurzauftritt oder einem Informationsstand in Freiburg vertreten sein können. Im Millennium wird (fast) alles anders!

    Informationen erhalten Sie bei: Kulturamt der Stadt Freiburg Münsterplatz 30 79098 Freiburg i. Br. Tel. (0761) 201-2115 Fax (0761) 201-2199

    AdNr:1047b 

    1999-03-15 | Nr. 22 |





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