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    11. Leipziger Lachmesse und viel Neues

    Mit sehr großem Erfolg ging Deutschlands größtes internationales Kabarett- und Kleinkunstfestival, die 11. Leipziger Lachmesse zu Ende. An elf Tagen gastierten 120 Künstler aus acht Ländern und garantierten rundum Beifalls- und Begeisterungsstürme. Sorgten auch die aktuellen politischen Ereignisse für einen etwas zaghafteren Vorverkauf gegenüber zurückliegenden Jahrgängen, so schaffte es doch die Eigendynamik des Festivals, daß die über 90 Veranstaltungen überwiegend sehr gut besucht  und alle Hauptveranstaltungen ausverkauft waren.

    Zum Auftakt des Festivals erhielt der Kölner Thomas Freitag für das beste Programm der Lachmesse 2000 den begehrten Kleinkunstpreis "Leipziger Löwenzahn". Zu einem großen Erfolg wurden auch die Auftritte von Künstlern, die erstmals in den neuen Ländern -und damit in Leipzig - gastierten. Allen voran der Passauer Sigi Zimmerschied, der Schweizer Samuel Sommer und der polnische Mime-Clown Ireniusz Krosny.

    Neue Programme  boten die Magdeburger Zwickmühle, Georg Schramm, Urban Priol und Matthias Deutschmann, ­ Arnim Töpel hatte zur Lachmesse seine überaus erfolgreiche Premiere mit dem Programm "Ausgelacht". Zum dritten Mal wurde während der Lachmesse der CABINET-Preis, der ostdeutsche Kabarett-Preis, vergeben. Diesjährige Preisträger waren die sechs Dresdner Herbert, Horst und Heinz, Olaf Schubert und das Duo Breschke/Schuch.

    Ein weiteres Highlight war auch die über drei Stunden erstmals durchgeführte GALA "Lachmesse-Mix" im Schauspielhaus, mit Barbara Kuster, Hans -Hermann Thielke, Matthias Beltz, Fabien Kachev und Dr. Eckart von Hirschhausen.

    Schon traditionell fand die 11. Lachmesse im "Großen Satirematinee" im Schauspielhaus ihren krönenden Abschluß. Gastgeber Jürgen Hart und die Lose Skiffle Gemeinschaft Leipzig-Mitte boten mit ihren Star-Gästen, Anka Zink, der Dresdner Herkuleskeule und Michael Quast ein Top-Programm. Beim Finale im Leipziger Schauspielhaus präsentierte Georg Schramm sein Programm "Mephistos Faust". Der Leipziger Lachmesse e.V.  bedankte sich ausdrücklich bei dem großartigen Leipziger Publikum und allen Gästen. Die 12. Lachmesse vom 3. bis 13. Oktober 2002 statt.

    Neues Thema: In Zusammenarbeit mit Landesamateurtheaterverband entsteht gerade eine aktuelle Liste mit den Adressen der im semiprofessionellen Bereich bzw. der als Amateurgruppen arbeitenden Kabaretts des Landes Sachsen. Unter Amateurgruppen werden dabei Ensembles verstanden, deren Mitglieder Kabarett als ihr Hobby betrachten. Erste Recherchen belegen nun, daß in den vergangenen Jahren außerordentlich viel Bewegung in der Szene war, wobei auffälligste Tatsache ist, daß 1989 allein in der Stadt Dresden 16 Amateurkabaretts tätig waren, heute in ganz Sachsen nur noch 15 Gruppen im Amateurbereich existieren. Die Palette reicht dabei vom Schülerkabarett bis hin zu Ensembles, die schon über 20 Jahre im Licht der Öffentlichkeit stehen und mit professionellen Leistungen aufwarten können. Augenfällig ist auch, daß sich vor allem in den letzten zwei Jahren zahlreiche Ensembles aufgelöst haben, wobei aus diesen kaum Solisten hervorgegangen sind. Aus den Neugründungen soll eine hervorgehoben werden. Am 22. September 2001 hatten Die Barhocker  (Kay Haberkorn und Sascha Wildenhain) mit ihrem Programm „Guck mer mal" in der restaurierten Bar der Stadthalle Oelsnitz im Erzgebirge Premiere. Wie der Titel schon andeutet, steht die Medienwelt als immer dankbares Thema im Mittelpunkt. Mit Parodien unterschiedlichster Art brilliert dabei Kay Haberkorn, der in der Szene „5 Köpfe/keine Meinung" nicht nur die namentlich ähnliche Sendung als solche persifliert, sondern im rasanten Wechsel auch zwischen Rudi Carell, Gabi Köster und all den anderen sprachlich und mimisch hin- und herspringt. Erfreulich, daß das Programm keine Comedy-Elemente scheut, seinen Schwerpunkt aber im politisch-satirischen Bereich hat. Mehr Bezug auf die aktuelle Politik nimmt in seinem neuen Programm „Wir starten durch" das 1970 gegründete Dresdner Kabarett Die Lachkarte; übrigens das Kabarett, bei dem einst Wolfgang Stumph seine Laufbahn begann und dem auch zahlreiche Mitglieder der Herkuleskeule entstammen. Bei der ersten Vorstellung nach dem 11. September war es gerade für „Die Lachkarte" nicht unproblematisch, die Ereignisse von New York in angemessener Art und Weise zu behandeln. Doch das Programm rund ums Fliegen gab in beachtlichen Textpassagen interessante Antworten auf neue Fragen wie: Gibt es auch künftig noch eine Zukunft oder warum wollen alle Asylanten zu uns, wir wollen doch auch nicht zu denen. Mit dem auch im musikalischen Bereich interessanten Programm bleibt dabei „Die Lachkarte" ihrem gewohnten Spiel treu und man kann dem Ensemble für die Zukunft zahlreiche Aufführungen wünschen.

    Viel Kabarett zu erleben gibt es auch in diesem Herbst wieder bei „Gemeinsam lachen". Der vor Jahren von Klaus Döll initiierte Künstler- und Veranstaltungsaustausch zwischen Ost und West findet immer mehr Freunde und zahlreiche neue Orte haben sich dieser Veranstaltungsform in diesem Jahr wieder angeschlossen. Das läßt auch für die Zukunft hoffen.

    Mehrere Premieren und neue Programme wurden im Herbst vorgestellt, darunter im Oktober das Kabarett Die Arche aus Erfurt mit ihrem neuen Stück „Richter, Rächer und Rabauken", im November das Kabarett Die Oderhähne aus Frankfurt/Oder mit „Big Helga - en kleenes Menschenkind" und am 23.11.01 das Erste Chemnitzer Kabarett mit „Ein Nußknacker packt aus".

    Viele Grüße aus dem bunten Osten, Euer Friedel

     

     

    2001-12-15 | Nr. 33 |





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