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    A Capella: ...und sticht, sticht, sticht

    A cappella boomt: jeder Kulturverein, jedes Theater und jede Kleinkunstbühne, die etwas auf sich halten und den Trend nicht verschlafen möchten, präsentieren ihrem Publikum die Sänger/Innen ohne Instrumente aber mit umso mehr Witz und Charme. Und das mit wachsendem Erfolg.

    Mehr Festivals

    A cappella-Festivals werden veranstaltet (eines der bekanntesten findet jährlich Ende Mai im Bonner Pantheon statt), Fernseh-Shows mit und Radio-Features über a cappella-Ensembles sind schon lange keine Seltenheit mehr.

    Noch vor wenigen Jahren gab es in der Unterhaltungsbranche in Deutschland nicht sehr viele Ensembles, die überregional oder gar bundesweit auftraten und bekannt waren. Seither hat das Phänomen "a cappella" einen anderen Stellenwert erlangt, der über die sogenannten Insiderkreise hinaus an Bedeutung gewonnen hat. A cappella in seinen vielfältigsten Formen, Stilen und Genres hat sich aus der stilisierten, akademischen Kleinkunst- und Kunstmusik-Szene gewagt und entwickelt sich immer mehr zu einem bedeutenden Teil der populären Musikkultur.

    Vor diesem Hintergrund entstand Anfang dieses Jahres die Idee, eine Bestandsaufnahme der a cappella-Ensembles in Deutschland durchzuführen

    und diese Ensemble-Szene mittels eines Fragebogens auf diverse Aspekte hin zu untersuchen: Soziales Gefüge des Ensembles, Musikalische Ausbildung, Repertoire, musikalische Arbeit und Probenarbeit, Auftritte, Aufnahmen, Management / PR / Vermarktung, wirtschaftliche und juristische Aspekte, musikalische und wirtschaftliche Ziele. Immerhin 76 Ensembles von 94 angeschriebenen schickten den Fragebogen ausgefüllt zurück.

    Ensembles werden professioneller

    Mit diesem Material, das statistisch ausgewertet wurde, wurden dann 9 Thesen überprüft, auf denen die ganze Arbeit aufbaut. Eine dieser Thesen ist z.B. die Annahme, daß die Zahl der Ensemblegründungen aufgrund des angesprochenen Booms in den letzten vier bis fünf Jahren im Vergleich zu den Jahren davor erheblich zugenommen hat. Diese Annahme hat sich allerdings nicht bestätigt, die Zahl der Gründungen im statistischen Mittel hat sich nur unwesentlich - nach unten hin  - verändert: Vielmehr muß davon ausgegangen werden, daß innerhalb des Gefüges "a cappella-Ensembles" eine Verschiebung stattgefunden hat. Eine fortschreitende Professionalisierung im wirtschaftlichen Sinne ist dabei das entscheidende Merkmal. Stellt man sich das Ensemble-Gefüge als Pyramide vor, in der die Amateure die Basis bilden, die Professionals an der Spitze stehen, läßt sich aktuell ein ausgewogenes Verhältnis innerhalb dieser Pyramide konstatieren. Diese Ausgewogenheit wird sich vermutlich nach oben hin weiter verdichten und es bleibt dann abzuwarten, inwieweit sich die gesamte a cappella-Szene einer ‚normalen' Pop-Szene annähert.

    Ein weiterer Untersuchungsschwerpunkt war, Unterschiede herauszufiltern, die den jeweiligen Grad der wirtschaftlichen Professionalisierung (Amateure, Semi-Professionals, Professionals) widerspiegeln: Hierbei zeigte sich, daß - neben den Unterschieden in wirtschaftlich-finanzieller Hinsicht mit allen damit verbundenen Bereichen - vor allem im Bereich der musikalischen Ausbildung und der musikalischen Eigenständigkeit eindeutige Differenzen auszumachen sind. Letztendlich sind es diese musikalischen Differenzen, die auf Dauer über Erfolg oder Mißerfolg entscheiden. Dies läßt sich bei Ensembles zeigen, die in den letzten Jahren eine gewisse Popularität erlangt haben: May Be Bop, Wise Guys, The Buddhas oder Vocaleros überzeugen ausschließlich mit musikalischer Qualität.

    Fazit

    "A cappella" stellt einen kulturellen Wert an sich dar, der nicht zuletzt durch den Film über die Comedian Harmonists eine zusätzliche Steigerung erfahren hat. Klar ist auch, daß der momentane Boom und die positive Entwicklung der a capella-Gruppen noch weiter andauern wird.

    Wer an der kompletten Studie "A cappella-Ensembles in Deutschland" interessiert ist, kann sich unter der angegebenen Adresse beim Autor melden.

    Angaben zu Person: Thomas Conrad, geb. 1972, verfaßte die Arbeit "A cappella-Ensembles in Deutschland" im Rahmen des Ersten Staatsexamens für das Lehramt der Sekundarstufe I (Fächer: Musik, ev. Religion). Das Interesse an der a cappella-Situation entstand nicht zuletzt durch die Erfahrungen mit dem eigenen Ensemble First Eight. Als weiteres Projekt ist ein Verzeichnis aller Ensembles in Deutschland für Veranstalter geplant.

    Thomas Conrad - Zülpicher Str. 178 - 50937 Köln - fon: 0221/420 14 28 - fax: 0221/222 68 27 - eMail: firsteight@geocities.com

     

    1998-12-15 | Nr. 21 |



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