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    Aktuelle Kritik: Denis Fischer und „Six strings that drew blood“

    Der Weg nach ganz oben ist anstrengend. Denis Fischer ist schon dort. Ganz oben, im fünften Stock des BKA-Theaters in Kreuzberg. Und wir bleiben im Lift stecken, ganz unten, im Erdgeschoss, und müssen danach zu Fuß hochschnaufen. Zur Entschädigung bringt der Kellner einen Sekt nach dem anderen. So sind wir, leicht benebelt von Alkohol und Adrenalin, in genau der richtigen Stimmung für Fischers Programm „Six strings that drew blood“. Es ist gleichzeitig der Name seiner Band, die aus Schlagzeuger, Pianist und Kontrabassist besteht. Eine etwas eigenwillige Mischung für eine Rockband. Und es ist eindeutig Rock, auf den sich Denis Fischer – kleiner Bruder von Chansonnier Tim Fischer – in diesem Programm bezieht. In schwarzer Hose und ebensolcher Lederjacke kommt er im Trockeneisnebel auf die Bühne, dreht den Zuschauern zuerst den Rücken zu und reckt die Arme weit zum Himmel. Erst nach dem ersten Stück setzt er die dunkle Sonnenbrille ab.

    Fischer und seine Band spielen selbst geschriebene Pop- und Rocksongs, die ihre musikalischen Wurzeln ganz eindeutig im düsteren Pathos des New Wave haben. Es sind schöne Stücke einer treibenden Band, und Fischer ist ein solider, körperbetonter Entertainer mit kräftiger, tiefer Stimme. Zuletzt hat er dem Berliner Publikum die Lieder von Harald Juhnke neu präsentiert. Das war mutig, weil Juhnke in Berlin ein Nationalheiliger ist und ein junger, norddeutscher Sänger aus dem Off-Bereich sich nicht ohne Weiteres an ihm versuchen darf. Aber Fischer hat die Aufgabe bravourös gemeistert und die Berliner damit für sich eingenommen. Heute spielt er nun also Rock`n`Roll, mit all den großen Posen. Immer, wenn ein Stück endet und der Applaus kommt, passiert etwas Merkwürdiges. Man rechnet mit Toben, Schreien, Ekstase, wie man es von Rock-Konzerten her kennt. Aber es gibt bloß konzentriertes Kleinkunst-Klatschen. Kein wirklicher Widerspruch, nur eine kleine Irritation. Rockstar ist ja nur eine von mehreren Rollen des Denis Fischer. Nennen wir es also Kleinkunst-Rock`n`Roll und gratulieren ihm dazu.

    Redaktion: Susann Sitzler

     


    2007-03-15 | Nr. 54 | Weitere Artikel von: Susann Sitzler



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