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    BamBolero – Ein Festmahl für die Lachmuskeln

    Bei Dinnershows denkt man zunächst an Krimi – völlig zu Unrecht. Auch Comedy eignet sich hervorragend, wie BamBolero eindrucksvoll beweist. Das Ensemble rund um Mäc Härder, sonst beispielsweise bei Ottis Schlachthof mit seinem Programm „Härder leben – locker bleiben“, verwandelte das Airbräu am Münchner Flughafen für gute vier Stunden in das spanische Spezialitätenrestaurant BamBolero. Um dem Anspruch einer Lokalkomödie gerecht zu werden, wird eines der drei Grundszenarien tagesaktuell mit lokalen Inhalten auf den Spielort zugeschnitten. Teilweise fließen sogar Elemente des Impro-Theaters mit ein. So begann das Programm im Airbräu mit einigen Anweisungen im Stile der Sicherheitschecks im Flugzeug. Zwischen den vier leckeren Gängen des Menüs sorgen die Schauspieler für nicht minder hochwertige Unterhaltung. Steht der etwas zu klein geratene Scheff (Stephan Stark) erst einmal auf seinem Hocker, hat er meist etwas skurrile Ideen, die ihm der chronisch liebeskranke Schmalspurcasanova und Kellner Marco (Armin Sengenberger) nur mit viel Mühe wieder ausreden kann. Unterstützung erhält er dabei vom äußerst flexiblen Koch Sancho Pancho (B. Free), der alles kann außer Kochen und am liebsten gepanschten Wein an den Mann und die Frau bringen möchte. In drei Akten wird nicht nur die lokale Prominenz durch den Kakao gezogen, die drei singen, spielen und improvisieren auch, was das Zeug hält. Und das richtig gut. Schließlich ist B. Free einer der gefragtesten Gospel-Sänger Deutschlands und Armin Sengenberger kommt seine Musical-Erfahrung zugute. Und zum Schluss, wie sollte es auch anders sein, ein Happy End: Das Trio wird demnächst ein chinesisches Restaurant auf der 3. Startbahn des Münchner Flughafens eröffnen und aus Sancho Pancho wird dann Hop Sing.

    Kabarett profitiert vom Comedy-Boom

    In der Süddeutschen Zeitung war kürzlich zu lesen, dass die Kabarett-Szene sehr vom Comedy-Boom im Fernsehen profitiere. Kultur ist wieder in und so war beispielsweise Malediva in der Lach- und Schieß mitten unter der Woche und trotz Fußball bis auf den letzten Platz besetzt. Ihr Programm „Ab heute verliebt“ ist ein Beziehungsratgeber, der sich wie ein roter Faden durch den Abend zieht. Die Themen: wie man andere Paare hassen lernt, wie man sich belügen und trotzdem achten kann, und wie man mit einem geliebten Menschen auf engstem Raum zusammenleben kann: immer im Bett, nie im Stress! Das Gesamtpaket des Abends war wirklich gelungen, angefangen von der Musik über das Spiel mit dem Publikum bis hin zur Beleuchtung. An gleicher Stelle ließen kurz zuvor Titanic – die jungen Redakteure genau diese Interaktion mit dem Publikum ein wenig vermissen. Dennoch dürfte „Titanic 3000 – die Retro Satire aus der Zukunft“ eingefleischten Titanic-Lesern einen kurzweiligen Abend bereiten. Eine völlig andere Richtung schlägt Dietrich „Piano“ Paul ein. Je länger man seinem Programm PISA Bach Pythagoras aufmerksam zuhört, umso faszinierender werden die Parallelen und Fäden, die der Künstler zwischen Musik und Mathematik spinnt. Etwas enttäuschend war hingegen das „Ambrustical“ von und mit Wilhelm Tell und der Fürstin der Finsternis. Vielleicht waren die Erwartungen an die Macher des „Watzmann“ zu groß, vielleicht wäre aber auch weniger mehr gewesen. Nicht in jedem Stück muss auf aktuelle politische Ereignisse Bezug genommen werden.

    Mit Kabarest und ihrem „Heppel Birthday – to you, 30 Jahre Tresenthesen“ feierte das Heppel & Ettlich seinen runden Geburtstag. Das H&E ist kein Theater und keine Kneipe, vielmehr eine Institution und 68er-Indoor-Museum, die Kabarest etwas genauer unter die kabarettistische Lupe nimmt. Herausgekommen ist mit launigen, zornigen und sentimentalen Liedern und Geschichten aus 30 Jahren Tresenthesen – eine Zeitgeistrevue für eine Schwabinger Kneipe.

    Der neue Kabarett-Boom beschert auch den verschiedenen Wettbewerben eine höhere Teilnehmerzahl. Davon berichtet nicht nur der Passauer Scharfrichterpreis, auch die Beiträge zu Kabarett Kaktus zeichneten sich durch qualitativ hochwertige Programme aus. Die Preisträger Marc-Uwe Kling und Tobias Mann sind derzeit an verschiedenen Spielorten zu sehen. Der eine oder andere wird Tobias Mann vielleicht als Comedian des Wirtschaftsmagazin WISO kennen, doch auch sein Beitrag zu Kaktus konnte sich absolut sehen und hören lassen. Schüler würden sich sicher über die Rap-Version von Goethes Faust – präsentiert vom Lehrer – freuen. Positiv ebenfalls der Trend, dass auch bekannte Künstler nicht nur in lukrativen weil großen Hallen spielen. Es scheint fast, als ob den Künstlern die Nähe zum Publikum wichtiger sei als der rein wirtschaftliche Erfolg. Denn nur so lässt sich erklären, dass Michael Mittermeier sein neues Programm in der Augsburger Kresslesmühle mit 130 Plätzen präsentiert. Und auch Christian Springer alias Fonsi spielt offensichtlich gerne im Kulturzentrum in Puchheim und ähnlichen lokalen Räumlichkeiten. Wenn Fonsi demnächst in Straubing, Augsburg oder Erding mit „Macht’s so weiter“ auftritt, nutzen Sie die Gelegenheit und die kurzen Wege. So können die Veranstalter auch jungen Künstlern eine Chance geben.

    Redaktion: Gerti Windhuber

    Agentur Olivia Reinecke 

    Termine:

    Lustspielhaus:

    09.04.–10.04.: Bodo Wartke „Noah war ein Archetyp“

    11.04.–14.4.: Gerd Dudenhöffer „OHNE KAPP … undenkbar“

    07.05.–08.05.: Werner Schmidbauer „Aufgspuit“

    11.06.: Bayerischer Kabarettpreis „2007“

     

    Schlachthof:

    11.04.: Lizzy Aumeier „Männerträume“

    28.04.: FastFood „Impro-Cup 2007“

    16.06.: Lisa Fitz „Lex mihi Ars – Die Kunst sei mir Gesetz“

     

    Lach- und Schießgesellschaft:

    10.–14.04.: Heinz-Josef Braun „Dr. Charly & Mr. Heinz“

    23.04.: Marc Uwe Kling & Tobias Mann, Kabarett Kaktus Preisträger

    08.–12.05.: David Leukert „Männer und Kinder zuerst“

     

    Drehleier:

    03.–15.04.: Siegi Zimmerschied „Hirnrisse“

    18.–27.01.: Andreas Giebel, neues Programm

     

    Circus Krone/Olympiahalle:

    04.–06.05.: Mario Barth „Männer sind primitiv, ABER glücklich“

    AdNr:1089 

    2007-03-15 | Nr. 54 | Weitere Artikel von: Gerti Windhuber



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