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    Berlin 2007: Auch nicht schlimmer als bisher

    Fangen wir mit dem Fehler an: Die Comedienne Anny Hartmann hat noch nie in ihrem ganzen Leben Regie für den Kabarettisten Arnulf Rating geführt. Obwohl das in der letzten Ausgabe geschrieben stand. Trottoir entschuldigt sich für diesen Fehler.

    Reden wir lieber von Leuten, die keine Fehler machen. Zum Beispiel die Berliner Kabarettistin und Schauspielerin Maren Kroymann. Sie war die erste Frau in Deutschland, die im öffentlich-rechtlichen Fernsehen eine eigene Satiresendung bekam. Jetzt brilliert die ehemalige „Nachtschwester Kroymann“ auf der großen Kinoleinwand. In der Schwarzweiß-Studie „Verfolgt“ spielt Kroymann eine Bewährungshelferin, die mit einem jugendlichen Schutzbefohlenen eine sadomasochistische Beziehung eingeht.

    Wenn wir schon dabei sind: Der Film, in dem Andreja Schneider von den Geschwistern Pfister eine äußerst gelungene Vorstellung als Ehefrau eines Handwerkers gibt (Trottoir berichtete), hatte im Januar auf dem Max-Ophüls-Festival in Saarbrücken Premiere. Sein Titel: „Der letzte macht das Licht aus.“

    Das Licht überraschend schnell wieder angemacht hat die Crew vom Tränenpalast. Wir erinnern uns: Infolge undurchsichtiger Grundstücksverkäufe musste der historische Spielort für Musik und Kabarett vor Kurzem schließen. Nun haben die Betreiber eine neue Heimat für ihre Veranstaltungen gefunden. Ausgerechnet die kleine Arena des Tempodroms, das ebenfalls schon insolvent war. Unter dem Namen Tränenpalast@tempodrom machen die beiden Totgesagten nun fröhlich weiter. Das ist es, warum man Berlin lieben muss: Eine Pleite hat hier noch nie jemanden an irgendetwas gehindert.

    Deshalb hindert eine Baustelle das Team vom umgebauten Admiralspalast auch nicht daran, trotz verzögerter Fertigstellung ein volles Programm zu spielen. Unter anderem lenkte dort das an deutsche Verhältnisse angepasste Drei-Mann-Comedy-Format Triple Espresso aus den USA die Zuschauer von ihren staubigen Kleidern und den rohen Wänden ab. In der deutschen Version stehen die Kabarettisten Michael Sens, Bert Rex und Detlef Winterberg auf der Bühne. Nach und nach soll die Spielstätte im wunderschön historischen Admiralspalast jetzt noch mit einem Club und einem eleganten Schwimmbad angereichert werden. Er liegt übrigens direkt gegenüber vom alten Tränenpalast.

    Ungefähr aus der gleichen Epoche wie der Admiralspalast stammt Claire Waldoff, eine Art Urmutter des weiblichen Kabaretts. Ihr widmete die Kabarettistin Sigrid Grajek zum 50. Todestag im SchwuZ einen Abend unter dem Titel „Ich will aber gerade vom Leben singen ...“. Sigrid Grajek, besser bekannt als Gitarrencomedienne Coco Lorès verzichtete dafür einmal auf Cocos fleischwurstfarbenes Deuxpièce und die bequemen Halbschuhe.

    Die Kabarettistin Gabi Decker wiederum verzichtete auf ihr gefährlichstes Werkzeug: das Mundwerk in Verbindung mit dem Humorzentrum. Stattdessen setzte sie auf Stimmbänder und Resonanzräume und trat in den Wühlmäusen mit einem reinen Liederprogramm auf. Eine gute Stimme hatte sie schon immer. Jetzt konnten sie auch diejenigen genießen, denen die sprechende Decker zu böse ist.

    Zum Schluss noch das: Der Grüne Salon in der Volksbühne, der sich vor allem um die Tango- und die Chansonfreunde verdient macht, feierte zehnjähriges Bestehen. Trottoir gratuliert! Außerdem ist Comedy-Macher Guy Landolt aus Zürich hierher gezogen. Einst war er Schweizer Meister im Breakdance, dann wurde er Banker. Schließlich ging er auf die Bühne und brachte die Schweizer mit Popcomedy zum Lachen. Mal sehen, was er Neues nach Berlin bringt. Trottoir sagt: Herzlich willkommen!

    Redaktion: Susann Sitzler

     

    Aktuelle Termine

    Tränenpalast@tempodrom

    3.–9./11.–15. April: Fil und Sharkey: „Der Dicke und sein Zackenbarsch“ (Comedy)

    20./21./26.–29. April//3.–6. Mai: Cora Frost: „Wir waren auch in Butter und Zucker“ (bizarre Chansons)

    30. April//1./2./17.–19. Mai: Rainer Krönert: „Angie goes to Hollywood“ (Kabarett)

    12. Mai: Werner Schneyder: „Als ich noch Kabarettist war“ (kabarettistische Lesung)

     

    Mehringhof Theater

    3.–14. April: Mathias Tretter, Claus von Wagner und Philipp Weber: „Mach3“ (Hardcore-Kabarett)

    17.–31. April//1.–5. Mai: Florian Schroeder: „Auf Ochsentour“ (Stand-up-Kabarett)

    6.–10. Mai: Fil und Sharkey: „Der Dicke und sein Zackenbarsch“ (Comedy)

    11./12. Mai: Frank Lüdecke: „Elite für alle“ (Kabarett)

    15.–19. Mai: Christoph Sieber: „Sie haben mich verdient“ (kabarettistische Comedy)

    22.–26. Mai: Helmut Schleich: „Mutanfall – ein Angsthase schießt zurück“ (Typenkabarett)

    9.–23. Juni: Horst Evers: „Gefühltes Wissen“ (Lesebühnenkabarett)

     

    Admiralspalast

    1. April: Michael Sens, Bert Rex und Detlef Winterberg: „Triple Espresso“ (kabarettistisches Theaterstück)

    2./9./16./23./30. April//7./14./21./28. Mai//4./11./18./25. Juni: Theatersport Show mit Theatersport Berlin

    6. April: „Lokalrunde“, präsentiert von Tube und Micha Ebeling (bunter Abend)

    13. April//11. Mai//8. Juni: Ades Zabel: „Ediths Palastrevolte“ (Trash-Personality-Show)

     

    2007-03-15 | Nr. 54 | Weitere Artikel von: Susann Sitzler



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