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    Berlin im Winter: Bücher und Preise – es geht aufwärts

    Eigentlich fragt man sich, warum es nicht früher soweit gekommen ist: Seit Oktober hat die singende Comedienne Annette Kruhl einen eigenen bunten Abend. Monatlich empfängt die ehemalige Kabarettistin Freunde und – fürs Publikum – Unbekannte. Und zwar in der für diesen Anlass jeweils zur Bühne umfunktionierten Schöneberger Cocktailbar Maigold. Ehemalige Kabarettistin deswegen, weil Annette Kruhl in den vielen Jahren, in denen sie zur Berliner Szene gehört, eine Verwandlung von der poetisch-bissigen Chansonkabarettistin zur fernsehfähigen Comedienne vollzogen hat. Zum Schluss ist sogar aus dem verträumten Pagenschnitt ein knackig kurzer Blondschopf geworden. Ob die Entwicklung in Richtung Brüllerpointen unbedingt zwingend war, ist Geschmackssache. Zur Premiere mit Thomas Nikolai (formerly known als „Der blonde Emil“) und Stand-up-Comedian Thomas Kreimeyer war der Laden auf jeden Fall brechend voll. Im Publikum auch die Sängerin und Schauspielerin Natascha Petz, die mit Kruhl und Mai Horlemann zusammen Mitglied des Frauentrios „Musenwunder“ alias „Womedy“ gewesen war.

    Bert EngelAm nächsten Abend wurde die Petz dann übrigens in den Wühlmäusen gesichtet. Dort trat Robert Louis Griesbach auf. In seinem Programm „Holla, die Waldfee“ demonstrierte der kreuzfahrterfahrene Alleinunterhalter und Berlin-Preisträger 2005 der Wühlmäuse zweierlei. Erstens: Er kann ziemlich gut singen. Zweitens: Wenn er die Wahl zwischen Beißhemmung gegenüber unbedarft angereistem, auswärtigem Publikum und einer einigermaßen schenkelklopfträchtigen Pointe hat, entscheidet er sich immer für die Pointe. Das führt zu Brüllen und moralischer Enthemmung bei einem Teil des Publikums. Zu einer leichten Beklemmung bei den anderen. Sowie zu intensiven Stoßgebeten, bloß bei der nächsten Mitmachnummer nicht selber dran zu sein.

    Lange hat man nichts mehr von Annika Krump gehört. In den frühen 90er-Jahren war sie als Palma Kunkel – die singende Tellermiene in sehr eigener Grotesk-Ästhetik der 20er-Jahre eine Berühmtheit auf Berliner Bühnen. Inzwischen widmet sie sich neben der deutschen Dada-Poesie auch der französischen Muzette und gastierte mit ihrem Programm „accordéon!“ in der Tribüne.

    Ganz ohne Instrumente kam man hingegen im November in der Schalotte aus. Dort hat bereits zum 13. Mal das charmante und vielfältige Berliner A-cappella-Festival stattgefunden.

    Endgültig zum letzten Mal haben dafür im Oktober Bov Bjerg, Horst Evers und Manfred Maurenbrecher ihr „Mittwochsfazit“ gezogen. Nach 12 Jahren ist Schluss mit dem Erfolgsformat, das vorwiegend im Mehringhof-Theater das Publikum begeisterte. Insbesondere Bjerg und Evers prägten den Trend der Berliner Lesebühnen von Anfang an mit. Zum Ende des Fazits dürfte wohl beigetragen haben, dass zwei der drei Textkünstler in diesem Jahr ihren Erstlingsroman vorgelegt haben. Bov Bjerg, Absolvent des Leipziger Literaturkurses, hat seinen „Deadline“ genannt, erschienen im Mitteldeutschen Verlag. Das Debüt von Liedermacher Maurenbrecher hat den Titel „Ich bin nicht da“, erschienen im Verlag House of the Poets. Da hat ihr Kollege Horst Evers in punkto Buchveröffentlichungen schon einigen Vorsprung. Mit seinen Werken, das jüngste heißt „Schwitzen ist, wenn Muskeln weinen“, ist er fast pausenlos unterwegs (siehe Trottoir II/08). Ganz ohne Hoffnung müssen die Fans des Fazits übrigens nicht in die Zukunft blicken: Als „Jahresendzeitteam“ werden die Mitwochsfazitler weiterhin ihren kabarettistischen Jahresrückblick auf der Heimatbühne im Mehringhof abhalten.

    Eine Ehre wurde Christoph Marti alias Ursli Pfister von den Geschwister Pfister im fernen Bayern zuteil: Er gehörte zu den nominierten Schauspielern für den Theaterpreis 2008 des Münchner Merkur, der Anfang November verliehen wurde. Und zwar für seine Rolle des „Albin“ in Helmut Baumanns Inszenierung von „Ein Käfig voller Narren“ im Münchner Staatstheater am Gärtnerplatz. Mitgenommen hat den Preis schließlich der Schauspieler Michael von Au. Das Stück mit Marti wird im Januar noch einmal aufgenommen. Seine Bühnenschwägerin Andreja Schneider alias Fräulein Pfister hat derweil eine Fernsehsendung bekommen: Zusammen mit dem Journalisten Jörg Thadeusz moderiert sie auf dem RBB „Dickes B“, eine Talkshow mit Musik.

    Der Vollständigkeit halber hier noch die Gewinnerin des diesjährigen Chansonfestes: Der Nachwuchspreis ging an die Pop-Chansonsängerin KiKi Brunner aus Berlin.

    Redaktion: Susann Sitzler

     

    Termine Winter 2009

    Mehringhoftheater

    bis 11.01.: Jahresendzeitteam: „Kabarettistischer Jahresrückblick“

    13.01.: Fil: „Der feuchte Gebieter“ (Comedy)

    10.02.: Zärtlichkeiten mit Freunden: „Mitten ins Herts“ (Musik-Comedy)

    17.02.: Horst Evers: „Schwitzen ist, wenn Muskeln weinen“ (Lesebühnen-Comedy)

     

    Kookaburra

    02.01.: Brauseboys: „Jahresrückblick 2008“ (Comedy)

    04.01.: Open Stage

    06.01 : Kim Eustice und Gäste: „English Comedy Night“

    14.01.: Vera Deckers: „Psycho? Logisch!“ (Comedy)

    27.01.: Otto Kuhnle und Gäste: „Kuck Kuck Klub“ (Visual Variety)

    28.01.: Philip Simon: „Abschiedstournee“ (Comedy)


    Wühlmäuse:

    01.01.: Martin Buchholz: „Ich bin dann mal da“ (Kabarett)

    03.01.: Frank Lüdecke: „Verwilderung“ (Kabarett)

    06.01.: Bodo Bach: „4te nach Bach“ (Musik-Kabarett)

    07.01.: Bodo Wartke: „Noah war ein Archetyp“ (Musik-Kabarett)

    08.01.: Urban Priol: „Tilt – der Jahresrückblick“ (Kabarett)

    10.01.: Dieter Hallervorden: „Stationen eines Komödianten“ (Legendenkabarett)

    11.01.: Eckhardt von Hirschhausen: „Glücksbringer“ (Kabarett)

    13.01.: Seibel & Wohlenberg: „Jahresendabrechnung“ (Kabarett)

    01.02.: Serdar Somuncu: „Hassprediger“ (Kabarett)

    02.02.: Comedy Company: Impro-live-Comedy

    AdNr:1016

     
    2008-12-15 | Nr. 61 | Weitere Artikel von: Susann Sitzler





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