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    Besuch aus den Freistaaten

    Aus dem zweiten Quartal dieses Jahres erscheinen mir vor allem die Gastspiele zweier Menschen erwähnenswert, die nicht allzu oft in unsere rheinischen Gefilde vordringen:

    artbild_200_schwarzmannDie Bayerin Martina Schwarzmann, vor zehn Jahren noch ein solcher Geheimtipp, dass auch schon mal eine Vorstellung im kleinen Kölner Wohnzimmertheater mangels Zuschauern abgesagt werden musste, hat sich stark gemausert. Nicht nur, was die Bekanntheit betrifft, sondern auch was die Qualität ihrer Programme angeht. Inzwischen ist sie zweifache Mutter und tourt schon wegen der Kinder gar nicht mehr so oft so weit weg der Heimat. Da kann man sich sehr freuen, sie bei einem ihrer Gastspiele in Köln zu erwischen, die heute den großen Saal der Comedia füllen. Da kommen dann Exilbayern und -sympathisanten, aber auch echte Rheinländer, die stellenweise Übersetzungshilfe benötigen. Denn die Schwarzmann ist, auch wenn sie sich hierzulande Mühe gibt verstanden zu werden, schon derbst bayerisch. Aber das macht ja ihren Charme aus. Das aktuelle Programm heißt "Gscheit gfreit" und ist leider etwas weniger skurril als der Vorgänger "Wer Glück hat kommt" geraten. Darin hatte sie sehr viel über ihre Kindheit auf dem elterlichen Bauernhof erzählt und diesen Jahren wirklich großartig-absurde Betrachtungen abgerungen. In "Gscheit gfreit" geht es ganz in bewährter Schwarzmann-Manier weiter, also der Mischung aus kuriosen Erzählungen und staubtrockenen Songs zur Gitarre. Eine große Sängerin ist sie nicht, aber darum geht es gar nicht. Ihre zuverlässigen Pointen entstehen aus einer Mischung aus naivem Staunen über die Welt und Nachdenken über die kleinen und großen Zusammenhänge. Einfach schön.

    artbild_200_heimatstundeEin anderer im Rheinland lange vermisster Kabarettist beehrte Düsseldorf und Köln im Mai: Uwe Steimle. Dabei war der Dresdner in den 90-er Jahren mit mehreren Solo- und Duoprogrammen Stammgast auf den renommiertesten Bühnen im Rheinland gewesen. Nun lässt er sich, wie leider viele seiner sächsischen Kollegen, nur noch selten sehen. Die meisten kennen Uwe Steimle aus dem "Polizeiruf 110", wo er jahrelang den Schweriner Kommissar gab, oder aus anderen TV-Rollen. Er ist gelernter Schauspieler, war am Staatsschauspiel Dresden engagiert, kam aber auch schon 1989 zum Kabarett-Ensemble der Herkuleskeule. Als Honecker-Imitator sah man ihn oft, als Dauerarbeitslosen Günter Zieschong hat man ihn im Gedächtnis. Aber er ist eben auch ein streitbarer und wacher politischer Geist und seine klare Haltung macht ihn nicht eben zum Konsens-Kabarettisten. Der Erfinder des Wortes "Ostalgie" (ursprünglich eine Serie von kurzen satirischen Filmen mit Uwe Steimle und Tom Pauls, die für den mdr in der Nachwendezeit entstanden) schien in seinem neuen Programm "Heimatstunde" in Köln mehr mit dem Publikum zu plaudern als ein vorgegebenes Programm abzuspulen. Auch den aufgebauten Tisch, auf dem das titelgebende Buch "Heimatstunde" vermutlich für passagenweises Vorlesen lag, wurde von ihm nicht genutzt. Vorgelesen wurde nicht, der sympathische Steimle erzählte: Intelligent, pointiert, hintergründig. Natürlich, so sagt er selbst, könne man ihm leicht unterstellen ein "ewig Gestriger" zu sein, ein Ostalgiker eben. Aber das wäre dann doch zu einfach. Manchen Unsinn der BRD darf man gerne hinterfragen. Zumindest sah das in Köln das völlig begeisterte Publikum so. Das wollte gar nicht aufhören zu applaudieren. Herr Steimle, bitte wiederkommen!

    Zuletzt gilt es noch ein Jubiläum zu erwähnen: Das SchauspielHaus Bergneustadt feierte am 5.8. sein 20-jähriges Bestehen. Trottoir-online gratuliert das zu: Lesen Sie dazu  weiter.

    Redaktion: Lore Ley    



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    2014-08-08 | Nr. 83 | Weitere Artikel von: Lore Ley





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