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    Déja Vu

     

    Träumst Du schon oder erlebst Du es doch wirklich. Mit seinem faszinierenden Programm „Déja Vu“ starte Roncalli´s Apollo Variete in Düsseldorf ins neue Jahr. Moderator Bert Rex hätte eigentlich eine eigene Show verdient. Der gebürtige Thüringer wirkt mit seiner staubtrockenen Art urkomisch und gleichzeitig unbeholfen, hat aber die Zuschauer nach den ersten Sekunden im Griff. Mit wenigen Gesten und Gags gelingt es ihm, schon kurz nach Betreten der Bühne für Lachanfälle zu sorgen. Flink ist nicht nur seine Zunge, sondern auch seine zaubernden Hände. Allein sein Zauberkunststück in sowohl optischer als auch akustischer Zeitlupe ist ein Besuch des Programms schon wert. Bereits als Schüler übernahm er gern die lustigen Rollen in Laienspielgruppen, in seinem erlernten Beruf als Lehrer arbeitete er nur ein Jahr, seitdem ist er als Moderator, Komiker und Magier in der ganzen Welt unterwegs. Die klassische Circuskunst der „Icarian Games“ gibt es in solcher Perfektion wie beim Duo Aleshin nur selten zu sehen. Ikarus, der aus der Gefangenschaft Fliehende, ist der Namensgeber dieser Akrobatik, die die Grenzen des physisch Möglichen herausfordert. In einer ausgefeilten, präzise choreografierten Darbietung werden Körper zu Katapult, Flieger und Fänger. Schier unglaubliche Fähigkeiten zeichnen den Mann aus, der auf dem Rücken liegend seinen Partner durch die Luft wirbelt. Die beiden Ausnahmekünstler Aleksandr Likin und Filipp Kuznetcov waren in den letzten drei Jahren in der Show „Varekai“  des Cirque du Soleil zu sehen. Mit anmutiger Leichtigkeit verzaubert die 21-jährige Geraldine Philadelphia das Publikum mit einer Kombination aus Hula-Hoop, Akrobatik und Jonglage, indem sie in rasantem Spiel verschiedene. Reifen jongliert, auf ihrer Stirn balanciert und um ihren Körper wirbelt. Die Tochter von Patrick Philadelphia, dem Betriebsleiter im Circus Roncalli und der ehemaligen Kunstturnerin Eliza, stand schon als Kind in der Manege. Ihren internationalen, mit vielen Preisen ausgezeichneten Erfolg verdankt sie nicht nur der brillanten Technik ihrer Darbietung, sondern auch ihrem Charme und ihrer mitreißenden Spielfreude. Anna Liapunova, Anastasiia Premiakova und Nadia Kotliar komponieren als Trio Bellissiomo geschmeidig, elegant und technisch höchst versiert verschiedenste akrobatische Figuren, bei denen ihre Körper zu verschmelzen scheinen. Mit Grazie, Schönheit, Kraft und einem Hauch Erotik begeistern die bildhübschen Artistinnen der preisgekrönten Circus-Produktion „BINGO“ ihr Publikum in der ganzen Welt. Hochkarätige Akrobatik mit einem beachtlichen Schwierigkeitsgrad und eine wunderschöne Choreografie vermitteln den Eindruck, als sei die „Statuen-Gruppe von Canova“ zum Leben erwacht. Vergessen Sie alle Vorurteile gegenüber dem Diabolo als altem Kinderspielzeug. Guillaume Karpowicz belehrt Sie eines Besseren. Sein einzigartiger Umgang mit diesem Kunstgerät ist so unerwartet anders und außergewöhnlich, dass man stundenlang zusehen könnte. Guillaume ist gebürtiger Franzose und lebt heute in Stockholm, an deren Universität für Tanz- und Circus sein künstlerisches Talent optimal gefördert wurde. Für seine spannende, innovativ-frische Performance erhielt artbils_350_Roncalli_s_Apoler 2017 beim Festival Cirque de Demain in Paris den Spezial-Preis der Jury. Ein milder Sommerabend, eine Bank im Park und eine Begegnung, die uns in das Hollywood der goldenen 1930-er Jahre zurückversetzt. Karen Bourre und Mike Leclair (Bild) lassen aus einem Flirt einen virtuosen Ballzauber entstehen, dem das Auge kaum noch folgen kann. Mit unglaublicher Leichtigkeit greifen die beiden Bälle aus den Jongliermustern des anderen heraus und wechseln sich immer wieder ab, um schließlich dreizehn Kugeln in Bewegung zu halten. Mike Leclair, dessen Eltern Clown und Magierin waren, imitierte sie bereits als Kind, übte alle Tricks und schien der geborene Entertainer. Doch dann entdeckte er seine unstillbare Leidenschaft zur Jonglage, der er sich jahrelang in Kiew, an einer der besten Circus-Schulen der Welt, intensiv widmete. artbild_250___HalvMit Partnerin Karen bildet er seit kurzem das Duo „Have a Ball“. In absoluter Finsternis führen Halves Project  helle Figuren ein Eigenleben aus halben Körperteilen. Pantomime, Schauspiel und Schwarzlichtmagie vereinen sich zu einem aufregenden, verblüffenden und auch lustigen Spek-takel. Alina Kotsiubynska, Dmytro Kotsiubynskyi und Denys Klimov bezeichnen sich selbst als Entdecker und Darsteller, die mit verschiedenen visuellen Formen und Effekten Ideen auf theatra-lisierte Weise darstellen. Eine Performance, mehr als nur ein schönes Bild, die man so noch nicht gesehen hat. Anna Shalamova beherrscht auch Kontorsion und Hula-Hoop, aber in der Luft fühlt sie sich am wohlsten und brilliert im schwerelosen Raum. Ihr akrobatisches Ballett am Luftring verkörpert die Leichtigkeit des Seins und verzaubert mit unglaub-lichen Schwüngen und Drehungen – anmutig, poetisch und traumhaft leicht. Die gebürtige Russin lebt mittlerweile in Deutschland und begeistert in ihren Darbietungen mit akrobatischer Vielseitigkeit, Eleganz und Virtuosität. Ein zauberhaftes Programm, welches Traum und Realität im Varieté unter Rheinkniebrücke miteinander verschmelzen läßt.

    Zur „Sprechstunde“ garantiert rezeptfrei, lädt das GOP Varieté Essen ein. Warum Frauen sogar beim Anzugkauf die Hosen anhaben und bei Männern ein Hemd einfach nie zu eng sitzen kann? Benni Stark hat eine Antwort auf jede noch so schräge Frage der Mode-branche. Denn auf der Verkaufsfläche der Herrenabteilung eines Kaufhauses hat er als Ratgeber jahrelang intensive Feldstudien betreiben dürfen. Die konnte der Herrenausstatter aus Lübeck dann brillant für seine zweite große Karriere nutzen, denn Benni Stark gilt als Shootings-Star der deutschen Comedyszene und begeistert mit seinen irrwitzigen modischen Betrachtungen auf den Bühnen der ganzen Republik. Kaum eine internationale Bühnenkünstlerin trifft das Humorzentrum direkter als Krissie Illing. Schwarzgeränderte Kassenbrille mit Flaschenböden, Haare, die an einen zementierten Wischmop erinnern und eine Mimik, die sich irgendwo zwischen Miss Piggy und Kermit, dem Frosch, einpegelt: Mit viel Körpereinsatz und fast ohne Worte ringt Krissie Illing mit den Widrigkeiten des Alltags, beispielsweise als schonungslose Verkörperung Ihrer Königlichen Hoheit, der Queen höchstpersönlich. Stefan Bauer begann im Alter von fünf Jahren sich selbst die ersten Tricks mit dem Diabolo beizubringen. Dabei beließ er es allerdings nicht. Als Jugendlicher schloss er sich einem Zirkusprojekt an, perfektionierte später sein Können in Finnland und wurde dann an der Circusschule Codarts in Rotterdam angenommen. Auf der Bühne zeigt er nun sein gesammeltes Repertoire an unglaublichen Tricks. Technisch wie darstellerisch eine hinreißende Performance. Wer sich einmal auf ein Einrad gewagt hat, weiß zu ermessen, was es bedeutet in dieser Fortbewegungsform so schnell, so perfekt und so trickreich zu sein wie Erik Ivarsson. Der smarte Artist aus Schweden hat wahrscheinlich die langen Winter seiner Heimat genutzt, um so exzessiv zu trainieren, dass er heute zu den Weltbesten seiner Disziplin zählt. Er rast auf fünf verschiedenen Einrad-Varianten über die Bühne, springt über Hindernisse und jongliert während der Fahrt mit Händen und Füßen. Ivarssons Performance ist ein wahrhaft rasantes Vergnügen. Bei dieser Artistik-Disziplinen steht eine vertikale Stange im Zentrum des Geschehens: Der „chinesische Mast“ ist ein traditionsreiches asiatisches Requisit, an dem die Artisten unglaubliche Sprünge und Tricks vollführen. Im letzten Jahrzehnt erlebt der Chinese-Pole eine Renaissance im zeitgenössischen Circus und Varieté. Der Pole ist lediglich an der Decke fixiert und „schwingt“ somit frei. Elegant und fließend in ihren Bewegungen lässt Anna Weirich das Publikum beinahe vergessen, welche Kraft es verlangt, sich an der Stange in horizontale Armbalancen zu begeben. Die Italo-Briten Dario und Michael Togni widmen sich einer Disziplin, die bei weitem nicht so geläufig ist wie andere Varieté-Künste: Der Name Ikarische Spiele leitet sich aus der griechischen Sagenwelt ab. Der gute alte Ikarus ist der Namensgeber. Er versuchte der Gefangenschaft durch künstliche Schwingen zu „entfliegen“. In der artistischen Spielform gibt es einen starken „Untermann“, der seinen Partner auf seinen Füßen „jongliert“ und durch die Luft wirbeln lässt.
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    Die Togni Brothers repräsentieren diese traditionelle Kunst auf atemberaubende Weise und glänzten damit bei der britischen Version des „Supertalents“. Bei Luiza und Dmitrii als Duo Spirit kommt das zusammen, was zusammengehört. Luiza ist Spross einer Circusfamilie und Dmitrii war von Haus aus Sportakrobat, bevor er zur Bühne kam. Vor etlichen Jahren trafen sich die beiden als Solo-Artisten bei einer Showproduktion, sie als Luftartistin, er als Bodenakrobat. Sie verliebten sich ineinander und trainierten viel gemeinsam, bis sie auch künstlerisch gemeinsame Wege gingen. Eine erstklassige Entscheidung: Denn was die beiden am Boden und in luftiger Höhe zeigen, zeugt von viel Emotion, großer Schönheit und außergewöhnlichem Können.

    Redaktion: Hartmut Höltgen-Calvero


    2018-01-09 | Nr. 98 | Weitere Artikel von: Hartmut Höltgen-Calvero



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