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    Das Terroristenloch

    Selbstverständlich meine ich damit nicht die Schweiz. Oh, nein, da ist es ja noch ziemlich ruhig, sieht man einmal vom Fluglärm ab, den die Anwohner des Zürcher Flugplatzes bis tief nach Deutschland hinein zu erdulden haben. Nein, das Loch ist irgendwo beim Barte des Propheten entstanden, - vielleicht weil der Figaro zuwenig aufgepasst hat. Einige Taliban oder Volksmudschaheddin mögen daran herumgeschnipselt haben, Bin Laden und seine Al Kaida ganz sicher. Gerade dort, wo mit einem Wirtschaftsbetrieb auch ein Theater quersubventioniert wird, merkt man, dass nach dem 11. September 2001 auch in der Kleinkunst nichts mehr so sicher ist wie vorher. Die Liebhaber der Kultur gehen zwar immer noch hin, aber man isst und trinkt preisbewusster. Steckten die Portemonnaies vor Jahren noch locker in der Gesässtasche, wenn es um ein Glas Champagner oder eine Flasche Wein ging, dann gönnt man sich heute vielleicht noch ein Mineralwasser, mit oder ohne Blöterli (Schweizerdeutsch für „Sprudel“, also Kohlensäure). Der Teufelhof in Basel, seit bald 30 Jahren ein angesehenes Hotel-Restaurant mit Künstlerzimmern und renommiertem Kleintheater, hat bisher ohne Subventionen gelebt. Nun ist der Weiterbetrieb plötzlich gefährdet, und rund 120'000 Euro Sponsorgelder haben nicht einmal mehr ausgereicht, um die nächste Saison sicher zu stellen. Das sind wahrlich schlechte Aussichten und man kann nur hoffen, dass dieses Loch bald gestopft werden kann. Und das ist durchaus auch politisch gemeint.

    Stammgast im Teufelhof sind unter anderem Joachim Rittmeyer, laut Fredy Heller, abtretendem Theaterleiter, der witzigste, eigenständigste, originellste und komischste Schweizer Kabarettist und die Wahlschweizerin Angela Buddecke. Beide sind in diesem Winter mit einem neuen Programm unterwegs, - demnächst sicher auch in einem Theater in Ihrer Nähe! Während Rittmeyer seine ihm ganz eigenen, speziellen Kunstfiguren, wie zum Beispiel Herrn Brauchle zelebriert, befasst sich Buddecke mit dem Phänomen, dass bestimmte Zustände und Ereignisse im Leben rasend schnell vorbeigehen müssen, damit sie einen möglichst nachhaltigen Eindruck hinterlassen: Kindheit, Faltenfreiheit, Vorfreuden, Nachtische, Liebesspiele, Fernreisen, Nahtode, der Sturm auf den Gipfel oder der Tritt auf die Banananschale.

    Neue Programme zeigen auch die folgenden Künstler:

    Frank Baumann hat mit seiner Sendung „Ventil“ in der Schweiz Fernsehgeschichte geschrieben. Nun sorgt er mit einem neuartigen Bühnenprogramm für Bewegung in der Kleinkunstszene. Vor allem die Freunde des hintergründigen Humors kommen auf ihre Rechnung, wenn der Künstler seine haarsträubenden Geschichten aus seinem und dem des geplagten Familienhundes Bostitch erzählt, welcher, gut dressiert natürlich, zusammen mit Baumanns langjährigem Butler Paul, seinen festen Platz auf der Bühne einnimmt.

    Nach dem legendären „Kind im Manne – Piano und Forte“ bringt der Clown Olli Hauenstein sein neues Programm „Foolposition“, rund um den Sport, auf die Bühne. In rasender Geschwindigkeit verwandelt er sich vom Torwart in einen Stierkämpfer, um kurz darauf die Tour de France zu gewinnen. Sein Deuerwerk der Gags über fast zwei Stunden ist selbst Hochleistungssport.

    Sie sind Schön & Gut. Das ist keine Anmassung, sondern ihr Name. Schön & Gut ist ein junges Schweizer Kabarettistenduo, das die Geschichte von Schön & Gut erzählt. Er Metzgerssohn aus dem Emmental, sie Matrosentochter aus Hamburg. Eine Liebesgeschichte, welche auf einem verlassenen Bahnsteig anfängt, kreuz und quer durchs Leben führt und – wenn alles Schön & Gut verläuft – in irgend einer Seniorenresidenz endet.

    Wenig Neues war am Schweizer KleinKunstTag vom 13. September zu entdecken. Immerhin haben über 120 Veranstalter mitgemacht und die ganze Vielfalt der Kleintheaterszene aufgezeigt. Dass man sich dabei gegenseitig etwas in der Sonne stand, war abzusehen, tat aber dem Erfolg im Gesamten keinen Abbruch. Von irgend einem Loch kann man auf jeden Fall nicht sprechen.

    Und noch ein Hinweis in eigener Sache: Die 17. OLTNER CABARET-TAGE werden vom 12.-16. Mai 2004 stattfinden. Infos unter www.kabarett.ch

    Wir würden uns freuen, auch zahlreiche Besucher aus Deutschland und Österreich begrüßen zu dürfen. 

    Bis dahin, Gruezi,

    Peter Niklaus

     
    2003-12-15 | Nr. 41 | Weitere Artikel von: Peter Niklaus



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