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    Die Goldene Kamera für die Augsburger Puppenkiste

    Wer kennt sie nicht? – Das "Urmel aus dem Eis" mit seiner Mama "Wutz", den "Kater Mikesch"  oder "Jim Knopf" ?

    Jetzt gewann die  AUGSBURGER PUPPENKISTE die „GOLDENE KAMERA“ in der Rubrik BESTE KINDERSENDUNG! - Der Film- und Fernsehpreis der HÖRZU ist die begehrteste Auszeichnung der deutschen Medien- und Unterhaltungsbranche und hat eine langjährige Tradition. Bereits zum 39. Mal wurde am 04. Februar 2004 im Berliner Konzerthaus am Gendarmenmarkt die begehrte Trophäe verliehen.

    Doch wie wird man als "Puppenkiste" so berühmt? - TROTTOIR recherchierte und stieß auf eine interessante Biographie. Über 50 Jahre ist es jetzt her, als Alles im Fernsehen seinen Anfang nahm. Auslöser war eine Ausstellung vor 50 Jahren in Augsburg, auf der Oehmichens Marionetten auftraten. Unter den Besuchern war der Leiter des neu gegründeten NWDR, dem Vorläufer des NDR.

    Der Sender suchte nach Programmattraktionen und wurde mit Walter Oehmichen schnell einig. Kurz darauf war es soweit, die Geschichte von „Peter und der Wolf“ flimmerte live aus dem Studio (Bunker) Hamburg in die bundesdeutschen Wohnzimmer. Eine Stativkamera wurde direkt vor die Bühne gestellt und los ging es: Live, ohne Schnitt und ohne Tricks, sahen die Fernsehzuschauer eine Puppentheater-Vorführung in schwarz und weiß. Durch Oehmichens Verbindung zu Regisseur Fritz Umgelter wechselten die Augsburger zum neu gegründeten Hessischen Rundfunk. Die erste Sendung aus Frankfurt war „Bällchen Schnellchen“. Da es noch keine gebrauchsfertige Aufnahmetechnik gab, wurde auch dort weiterhin live produziert und gesendet. Mitte 1956 entschloß sich die Programmredaktion dazu, künftig auf das Kinderprogramm zu verzichten, und so wechselte die Puppenkiste für ein paar Jahre zum Bayerischen Rundfunk über.

    Doch schon nach drei Jahren nahm der HR sein Kinderprogramm wieder auf und holte sein bestes Zugpferd zurück an den Main. Der endgültige Durchbruch der Augsburger Puppenkiste im Fernsehen kam 1958/59 mit der mehrteiligen Serie „Die Muminfamilie“. Manfred Jenning schrieb das Drehbuch und Harald Schäfer führte Regie. Nach dem Erfolg der „Mumins“ war klar, dass man diese Form des Mehrteilers beibehalten wollte. Man beschloss, die Arbeit zu professionalisieren. Künftig sollten die Geschichten nicht mehr schlicht im Studio abgefilmt, sondern von einem Regisseur konzipiert und dramaturgisch nach allen Regeln der Filmkunst inszeniert werden.

    Walter Oehmichen überließ das Feld der Fernseharbeit bereitwillig seinem Hausautor und Regisseur Manfred Jenning, forderte dieses Metier doch auch eine intensive Auseinandersetzung mit den technischen Möglichkeiten. Jenning verstand es meisterhaft, den Charme der Figuren auf dem Bildschirm lebendig werden zu lassen. Bereits mit der ersten schwarz-weiß Verfilmung von Michael Endes Buch „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ sowie „Jim Knopf und die wilde 13“ wurden Zuschauerzahlen erreicht, von denen die Fernsehverantwortlichen von heute nur träumen können. Zu den Dreharbeiten im Frühjahr und Sommer reiste stets ein großes Aufnahmeteam des Hessischen Rundfunks nach Augsburg. Für 2-3 Monate dauerten die Dreharbeiten im Schwabenland und wurden schnell zu einem der begehrtesten Drehtermine innerhalb des HR.

    Aber auch für die Puppenkiste bedeuteten die TV Produktionen eine nicht unerhebliche Doppelbelastung, denn sowohl für die Theateraufführungen daheim, wie auch für die Serien im Fernsehen, mussten Kostüme genäht, Kulissen gebaut, Drehbücher geschrieben, Puppen geführt, Texte gesprochen und Lichter gesetzt werden. Auf den handgemalten „Insertschildern“, die man nach dem Öffnen der Kistentüren sehen konnte, waren zumeist die gleichen Namen zu lesen. Die Puppen waren von Hannelore Marschall-Oehmichen geschnitzt, die Kostüme von Rose Oehmichen genäht, den Schnitt verantwortete Margot Schellemann, Produktionsleitung hatte Josef Göhlen, die Redaktion Ingrid Götz, Kulissenentwürfe waren von Traudl Vogler. Das Team der Puppenkiste sprach zudem alle Rollen selbst – charmatnt und unvergeßlich. Die sich öffnenden Kistendeckel waren zum Symbol origineller, liebevoll gemachter Kinderunterhaltung geworden. „Der kleine dicke Ritter Oblong Fitz Oblong“, „Kater Mikesch“, „Urmel aus dem Eis“, „Kleiner König Kalle Wirsch“, „Don Blech“, „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ belebten neben zahlreichen anderen Puppenkisten-Produktionen die deutsche Fernsehlandschaft und haben bis heute nichts an Charme und Witz verloren. Darüber hinaus drehten die Augsburger über 400 Episoden für das tägliche Sandmännchen, führten mit den Museumsratten durch bundesdeutsche Museen und erklärten mit „Denk und Dachte“ in der Sendung „Natur und Technik“ den Lauf der Welt. Mit dem Tod des genialen Manfred Jenning im Dezember 1979 verlor die Puppenkiste das „Herz und die Seele“ der TV Produktionen.

    Ab 1980 zeichnete der Schauspieler Sepp Strubel für Drehbuch und Regie verantwortlich. Er war bereits seit den 60er Jahren als markanter Sprecher im Ensemble. Strubel fand sich schnell in seiner neuen Rolle zurecht und entwickelte seinen eigenen persönlichen Stil. Unter seiner Leitung entstanden so erfolgreiche Produktionen, wie „Die Opodeldoks“, „Das Samstag kehrt das Sams zurück“, „Katze mit Hut“, „Neues von der Katze mit Hut“, „Das Tanzbärchenmärchen“ und „Schlupp vom anderen Stern“.

    Klaus Marschall, bereits seit 1992 Chef der Augsburger Puppenkiste, reorganisierte Anfang der 90er Jahre sowohl das Theatermanagement im Stammhaus in Augsburg, wie auch die Zusammenarbeit mit TV-Sendern und Produktionsgesellschaften.

    1996/97 wechselte er sogar ausnahmsweise das Medium, um in Kooperation mit Warner-Brothers den Kinofilm „Die Story von Monty Spinneratz“ in New York und Bottrop zu drehen.

    Im Jahre 2000/2001 wurde unter der Regie von A. Schulz die sehr aufwendige 13-teilige Serie „Lilalu im Schepperland“ und „Hokuspokus um Lilalu“ mit großem Erfolg realisiert.

    Der Mehrteiler wurde unter anderem mit dem Goldenen Telix 2000/2001 für die beste Kindersendung ausgezeichnet.

     

    Die Kiste auf  Tour

    zur Zeit mit ihren aktuellen Stücken

    "Frau Holle" und "Zwerg Nase"

    18.04. - 19.04.2003, Neuwied

    02.05. - 04.05.2003, Dietmansried

    15.05. - 17.05.2003, Langenhagen

    24.05. - 25.05.2003, Weißenfels

    01.06. - 03.06.2003, Frankfurt/Oder

    2004-03-15 | Nr. 42 |





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