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    Dr. Harry Keaton finanzierte sein Germanistik-Studium ...



    Dr. Harry Keaton finanzierte sein Germanistik-Studium mit Auftritten als Magier und Moderator. Nach verschiedenen Kulturellen Förderpreisen und einem Stipendium für einen einjährigen USA-Aufenthalt folgte er seiner Berufung und wurde Magic Man. Er trat vor vielen Prominenten auf wie zum Beispiel Prinz Charles, König Konstantin, Nina Ruge, Thomas Gottschalk oder Katarina Witt. Seit kurzem präsentiert er das neue abendfüllende Programm "Liebeszauber".

    Worum geht es in der Show "Liebeszauber"?

    Es geht um Magie und Humor - rund um die Liebe. Es darf gestaunt und gelacht werden. Das universelle, große Thema "Liebe" lässt sich mit Zauberkunst wunderbar transportieren. Die Liebe ist ja an sich schon etwas sehr Magisches und Geheimnisvolles. Wir werden nie entschlüsseln können, warum wir uns in einen bestimmten Menschen verlieben.

    Das Thema Liebe ist nicht gerade neu und wird auch von anderen Künstlern bedient.

    Stimmt! Aber keine Chansonette, kein Comedian, kein Schauspieler kann das bewirken, was ein Zauberer bewirkt: dieses ungläubige Staunen beim Zuschauer. Der Kontrollverlust, die völlige Kapitulation der Logik. Auch der Liebe kommst Du mit Logik nicht bei: Wenn es Dich erwischt hat, legst Du Deine Gefühle in die Hände eines anderen Menschen. Und trotzdem fühlst Du Dich so stark und mächtig wie nie. Die Zuschauer entdecken in unserer Show die Kraft ihres eigenen Liebeszaubers. Das ist sehr persönlich, sehr emotional. In der Show gab es schon Tränen - vor Rührung und Glück.

    Welche Rolle spielt für Dich der Humor?

    Humor ist sehr wichtig und entspricht meinem Wesen. Mir ist es wichtig, mit der Show Brücken zu bauen, andere Menschen zu berühren. Der Humor hilft mir dabei, er hat etwas sehr Menschliches und Verzeihendes, wir lachen über unsere Schwächen. Mit einem Lachen schützen wir uns vor Zynismus. Wie sagte der Kabarettist Werner Finck: "Die schwierigste Turnübung ist die, sich selbst auf den Arm zu nehmen."

    Passt das überhaupt zusammen? Auf der einen Seite der scheinbar allmächtige,  übermenschliche Magier und auf der anderen Seite das Lachen über eigene Schwächen?

    Gute Frage! Das ist wirklich eine spannende Gradwanderung, weil der Zauberer ja per se eine Art Supermann ist. Er hebelt Naturgesetze aus, er besitzt Geheimwissen, das ihn überlegen macht. Aber ein Supermann ohne Schwächen und Ängste ist auf die Dauer langweilig. Er verliert seine Authentizität, wirkt glatt, unnahbar, unwirklich. Du musst dem Zuschauer frappierende Illusionen zeigen und dabei als Mensch erkennbar bleiben, der - wie alle-  verletzlich und widersprüchlich sein kann. Nur wenn Du echt bist, lässt sich das Publikum faszinieren, nur dann kann sich jeder Zuschauer mit Dir identifizieren. Gegen Liebesleid und Liebesglück kann auch ein Magier nichts ausrichten. 

    Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Haribo?

    Der Inhaber des Unternehmens, Dr. Hans Riegel, hat verschiedene Shows von uns gesehen und war begeistert. Zu den Details der Zusammenarbeit möchte ich hier nichts sagen. Jedenfalls gibt es noch einen weiteren Grund, sich den "Liebeszauber" anzusehen: Alle Besucher erhalten Liebesherzen aus Fruchtgummi. Reine Bestechung, ich weiß, aber alle lieben es.

    Auf Deiner Homepage ist zu lesen, dass Du auch als Glasbrecher arbeitest. Was ist das?

    Dahinter verbirgt sich ein neues Genre, obwohl die Kunst des Glas-Zersingens eigentlich sehr alt ist. Ich singe in so hohen Frequenzen, dass Gläser platzen. Wie bei dem kleinen Oskar im Roman "Blechtrommel". Mein schauriger Gesang führt zur so genannten Resonanzkatastrophe im Glas und bricht es in tausende Scherben. Das zeige ich mit unterschiedlichsten Gläsern - und es sind gewaltige Energien, die da freigesetzt werden. In dieser Konsequenz hat das bisher noch niemand aufgeführt.

    Im Fernsehen läuft eine Sendung mit einem maskierten Magier: Er verrät Zaubertricks. Was bedeutet das für die Zauberzunft?

    Das Geheimnis der Zauberkunst ist vielschichtiger und komplexer als die Sendung glauben machen möchte. Dort lautet die Botschaft permanent: "Leute, schaut her, alles nur billige Tricks". Es wäre genauso albern, großartige Musik zu präsentieren und zu sagen: "Leute, schaut her, alles nur ein paar Noten". Sprache, Psychologie, Fingerfertigkeit, Humor, Musik und Timing machen den Reiz aus.  Große Zauberkunst besteht aus vielen kunstvoll komponierten Finessen und Schichten, die den Zuschauer unbemerkt lenken - bis er am Ende staunen kann. Ein echter Zauberer möchte das Publikum nicht hinters Licht führen, wie die Sendung weismachen will. Er gibt Dir das Gefühl zurück, wieder staunen zu können. Ein Zauberer verkauft Dir keinen Kamin, er lädt Dich zu einem Kaminabend ein - das ist ein wesentlicher Unterschied.

    Was sind Deine weiteren Pläne?

    Unter dem Dach Liebeszauber gibt es noch eine Menge Facetten, die ich spielen möchte. Das Publikum möchte Glaubwürdigkeit, Authentizität. Das ist der Weg, den ich weiter gehen möchte. Bei einer neuen Liebe hast Du das Gefühl, Du könntest Bäume ausreißen und fliegen. Diese Hochstimmung, dieses Glücksgefühl sollen unsere Gäste nach der Show nach Hause nehmen können.

    Das Interview führte Kiki Krebs

    Kontakt, Informationen, Termine Tel. 069-8383 8414

    Aktualisierte Infos auf der Homepage: Harry Keaton

    ArtNr:1032

    2009-03-15 | Nr. 62 | Weitere Artikel von: Kiki Krebs



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