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    Ein bunter Kleinkunst-Strauss

     

    artbild_190_SchreckenbergerThomas Schreckenberger in der Rosenau. Er spielte sein laufendes Programm zum letzten Mal in Stuttgart. Der mehrfach preisgekrönte Kabarettist ist immer auf der Höhe der Zeit. Aktuellste politische Ereignisse nimmt er sofort in seine Programm auf. Natürlich auch die neuesten Eskapaden von Trump, den er Haarfarben mäßig mit Pippi Langstrumpf vergleicht. Merkel lässt er mit der Stimme von Kinski sprechen. Er kann gut Politiker parodieren, wobei er es mit diesem Stilmittel nicht übertreibt. Am Anfang erzählt er mehr persönliche Erlebnisse, sein Bezug zu Stuttgart und erreicht dadurch schnell eine gute Zuhör-Atmosphäre.

    Alles, was 2018 Schlagzeilen gemacht hat, lässt er in einem Pointengewitter auf die Zuschauer los. Fußballer und Autos, Flüchtlinge und Erdogan, Klimawandel, Banken und ein Seitenhieb auf die Rolling Stones, die er als „Körperwelten“ mit Gesang bezeichnet. Der ehemalige Lehrer hat sich hervorragend in der Kabarettszene etabliert.

     

    Im Stuttgarter Gustav Siegl Haus gab es das zwanzigjährige Jubiläum von Joe Bauers Flaneur Salon. Zum Jubiläum hatte er diesmal Arnulf Rating, Rolf Miller, Stefan Hiss, Toba & Pheel, Roland Baisch & Michael Gaedt, Thabilé & Steve Bimamisa, Nero Friktschn Feuerherd eingeladen.

    Besonders heraus stach die Spitzen-Moderation von Arnulf Rating, der einige seiner Nummern aus dem Programm „Tornado“ einbaute. Joe Bauer las diesmal mehr persönliche Texte, die mit den letzten  beiden Jahrzehnten seines Salons zu tun hatte. Er ist ansonsten bekannt für seine scharfen Stuttgart Satiren, die oft auch was mit dem Widerstand gegen Stuttgart 21 zu tun haben. Der Bezug zu Arnulf Rating? Joe lernte die „3 Tornados“ schon vor Jahrzehnten in Berlin kennen. Ansonsten gilt für ihn bei seinen Gästen: Bei allen persönlichen Gemeinsamkeiten gilt künstlerische Vielfalt.

    Hervorragend auch die Südafrikanerin Thabile, die mit einem Lied von Miriam Makeba begann. Eine starke Stimme, von der man sicher noch viel hören wird.  Gäste aus Bauers Stammbesetzungen waren Gaedt und Baisch: Songs im Comedystil. Viel zum Gelingen dieses Abends trug die „Rosenau“ bei, die Bauer organisatorisch unterstützte! Die Vorstellung war schon Wochen vorher ausverkauft.

     

    „Alte Mädchen“ im Theaterhaus

    alte_M_dchen_Photo.Harald_HDie Gruppe „Alte Mädchen“ spielte wieder im Theaterhaus Stuttgart.Erstaunlich, was diese vier Frauen im besten Alter auf die Bühne bringen. Ein Mix aus satirischen und emotionalen Songs, hervorragend getextet, gute Choreographien, starke Stimmen beim vierstimmigen Gesang, dazu gekonnte satirische Soli. Aber egal, ob die ganze Gruppe agiert oder die einzelne, es bleibt spannend, lebendig und aussagekräftig. Natürlich werden auch spielerisch kleine  Bosheiten ausgetauscht, es gehört einfach dazu, es ist wie im richtigen Leben. Kurz: Ein Vier-Frauenpower-Pack der Sonderklasse. Die Themen in diesem rund zwei Stunden Programm sind sehr vielfältig. Ob Gynäkologe, Menopause, Falten, Bauch, Busen, zu dem es einen gemeinschaftlichen Song mit Büstenhaltern gibt. Natürlich sind Männer ein Thema, manchmal als „Scheißkerle“ bezeichnet, Altwerden als Frau, wozu umgedichtete Schlager gut passen: „Du kannst nicht immer 50 sein“, „Mit 50 hat man noch Träume“. Und natürlich fehlen auch andere Themen wie  Cellulitis, Brustkrebs, Rente, Riestern, Zunehmen, Schwangerschaften,  Kinder und Schule, Träume und Pro Prosecco nicht! Immer wieder verlassen Sie die Bühne, spielen Zuschauerinnen und Zuschauer an, setzten sich auch mal auf einen Schoß, holen jemanden auf die Bühne, ohne verletzend oder über-griffig zu werden.

    Auch eine tänzerische Mitspielaktion mit dem ganzen Saal gehört dazu. Kein Wunder, das es zum Abschluss für Anna Bolk, Jutta Habicht, Ines Martines und Sabine Urig Standing Ovations gab, die mit Zugaben beantwortet wurden.


    Jazz Open 2018.

    Das Jubiläumsprogramm war ähnlich wie Montreux wieder sehr stark besetzt. Zu Beginn sah ich den Saxophonisten Chico Freeman im Bix-Keller, einer der angesagtesten Jazzclubs in Süddeutschland. Freeman hat viele prominente Kollegen in seiner Kariere begleitet. Auch hier hat er am Tage der Fußball-WM selbst eine starke Begleitband. Sein Soloprogramm mit humorvollen Ansagen war gleich ein erstes Highlight auf diesem Festival.

    Kurz danach Pat Metheny im Hof des Alten Schlosses. Der schönste Ort vom Jazz Open. Pat begann solistische mit seine jazzigen Gitarrenstücken und wurde dann immer wieder von seiner Band unterstützt. Begleitet von Bass, Schlagzeug und  Piano wechselten sich bekannte Stücke mit interessanten Improvisationen ab, jeder in seiner Begleitband bekam immer wieder die Gelegenheit zu einem Solo. Die Band um Pat bekam ihren verdienten langen Applaus,

    und zusammen mit dem wunderschönen Ambiente und dem guten Wetter wurde das zu einem unvergesslichen Abend.

    Auf der größten Bühne vor dem Neuen Schloss gab es einen der seltenen Auftritte von Kraftwerk. Stoisch stehen die vier Herren hinter ihren Technik-Pulten. Sie spielen die besten Stücke aus den letzten Jahrzehnten. Manchmal ändert sich das Outfit, z.B. wenn sie ganz in schwarz-rot gekleidet zu „Roboter“ auf der Bühne erscheinen. Ein Höhepunkt war eine Direktschaltung zur Raumstation mit dem deutschen Astronauten Alexander Gerst, der Stuttgart grüßte und einige interessante Statements zu seiner Weltraum-Mission von sich gab. Ansonsten werden alle Songs visuell von Videos und Bildern begleitet, die aus der jeweiligen Epoche strammen. Zum Beispiel Fotos von Mannequins der 60er bei dem Song „The Modell“ oder Bilder des legendären Zuges TEE zu „Transeuropa Express“. Ein besonderer Abend, ein Augen- und Ohrenschmaus in einem!

    Einen Tag später auf der gleichen Bühne ein Heimspiel-Auftritt der „Fantastischen Vier“. Sie waren in Stuttgart in Jugendzentren und kleinen Klubs groß geworden, bis ihnen mit „Die da“ der deutschlandweite Durchbruch gelang. Bei allen Hits ging das Publikum, das praktisch jeden Anfang mit Applaus begrüßte, sofort mit.  Natürlich kamen auch solche Renner wie „MFG“. Die Öffnung in den Bereich der Popmusik zieht auch seit 20 Jahren immer wieder ein jüngeres Publikum an, ähnlich, wie man es vom Montreux Jazz Festival gewohnt ist.

     

    Für das Jazz Open 2019 sollen bereits Dylan und Sting engagiert sein.

    Im Oktober gab es wieder im  Gustav Siegl Haus ein großes Jazzereignis. Die Stuttgarter Philharmoniker spielten Filmmusiken und hatten als Sängerin Viktoria Tolstoy  gewonnen. Es war ein Abend mit Filmhits, instrumental vom Orchester mit ihrem dynamischen  Dirigenten vorgetragen, dann immer wieder  Songs wie „As Times Go By“ oder „Meet me at the movies“, das hervorragend zum Motto dieses Abends passte.

    Anschließend gab sie noch eine Spätvorstellung mit einer spontan zusammengestellten Jazz-Combo, in der der Hausherr und Musikprofessor Mini Schulz  seine ausgefallenen Basslinien dazu steuerte.

    Redaktion: Bruno Schollenbruch

     

    VORSCHAU

    Stuttgart Theaterhaus:

    27.01.19          Alte Mädchen

    31.01.19          Schroeder und Staub

    03.02.19          Maxi Schafroth

    17.02.19          Vince Ebert

    23.02.19          Backblech

    28.02.19          Alfons

    02.03.19          Josef Hader

    06.03.19          Peter Grohmann

    09.03.19          Dieter Baumann

     

    Renitenztheater:

    26.02.19          Andreas Rebers

    07.02.19          Sascha Korf

    09.02.19          Thomas Schreckenberger

    16.02.19          Lisa Fitz

    08.03.19          Jürgen Becker

    12.03.19          Nils Heinrich

    16.03.19          Lisa Eckhart

    21.03.19          Renitenz-Ensemble

    31.03.19          Uta Köbernick & Stefan Waghubinger

     

    Esslingen: Kabarett der Galgenstricke     

    26.01.19          Herbert Häfele & Sergio Vesely

    27.01.19          Reiner Kröhnert

    01.02.19          Link Michel

    09.02.19          Erich Koslowski

    15.02.19          Christine Prayon

    22.02.19          Uli Boettcher

    23.03.19          Jörg Beirer

    11.04.19          Galgenstricke Premiere des neuen Programms


    Bildnachweis:
    Alte Mädchen Foto:Harald Hoffmann
     

     

    2019-01-11 | Nr. 102 | Weitere Artikel von: Bruno Schollenbruch



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