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    Hochkarätige Preise und eine Grenzüberschreitung

    Das Komikerduo Ursus & Nadeschkin hat im Verlauf seiner mehr als 20 Karrierejahre schon etliche Preise erhalten, erwähnt seien bloß der Prix Walo (1997 und 2000), der Schweizer KleinKunstPreis Goldener Thunfisch (1999), der New York Fringe Comedy Award (2000), der Salzburger Stier (2001), der Deutsche Kleinkunstpreis (2002) und der Leipziger Löwenzahn (2004). Nun wurde Nadja Sieger und Urs Wehrli zusammen mit ihrem Regisseur Tom Ryser die in der Schweizer Theaterszene höchste Ehre zuteil: Sie erhielten von der Schweizerischen Gesellschaft für Theaterkultur und dem Bundesamt für Kultur den Hans-Reinhart-Ring zugesprochen für ihre „spartenübergreifende Theaterarbeit“. Ursus & Nadeschkin hätten „nicht bloß neue Variationen, sondern auch neue Formen des clownesken Antagonismus entwickelt“, heißt es in der Begründung der Jury des Reinhart-Rings.

    Vreni HartgesottenMit ihrer jüngsten Produktion, „Im Orchester graben“, setzen sich Sieger, Wehrli und Ryser auf spielerische Art mit der klassischen Musik und dem Musikbetrieb auseinander. Zusammen mit dem Sinfonieorchester Camerata Schweiz und dessen künstlerischer Leiterin Graziella Contratto wurde im März ein bizarr-witziges Konzerttheater uraufgeführt, wie man es so noch nie gesehen hat. Nach nur zehn Aufführungen in diesem Jahr (aber immerhin 13.000 Besuchern!) planen Ursus & Nadeschkin die Wiederaufnahme von „Im Orchester graben“ im Frühjahr 2009.

    Preisgekrönt ist auch Ferruccio Cainero (Goldener Thunfisch 2002, Salzburger Stier 2003). Im November kommt der 21. Wilhelmshavener Knurrhahn dazu. Die Begründung der Jury: „Ein fantastischer Erzähler, der sensibel und mit Charme seine Zuhörer in den Bann zieht, dabei tiefe Gefühle anspricht, gleichzeitig aber den Bezug zur Aktualität und gesellschaftlichen Realität hält.“ Ab Mitte Januar 2009 wird Ferruccio Cainero mit „Caineriade – die schönsten Erzählungen und Lieder“ unterwegs sein, einem Best-of-Programm.

    Ein paar Monate früher startet das Duo Fischbach mit seinem Best-of-Programm. Auf Tournee gehen sie damit diesen Herbst allerdings nur für kurze Zeit. Die Bilanz aus 18 Jahren landesweiten Umherziehens bedeutet vielmehr den Startschuss für ein neues Projekt, an dem Antonia Limacher und Peter Freiburghaus in den letzten Monaten intensiv gearbeitet haben: ein eigenes Theater in Küssnacht im Kanton Schwyz. Aus einer alten Schlosserei mitten im Dorf, eigentlich das Probelokal der Komiker, wurde ein Theater mit 220 Sitzplätzen. Auf dieser neuen Kleinkunstbühne sollen nebst (noch) unbekannten Künstlern bekannte Namen wie Massimo Rocchi, Gardi Hutter, Lapsus, Franz Hohler und Dodo Hug gastieren – und natürlich das Duo Fischbach selber. Bevor es mit dem eigenen Theater losgeht, muss indes noch ein leidiger Nachbarschaftsstreit – es geht um ein Wegrecht – bereinigt werden. „Seldwyler Posse am Vierwaldstättersee“, hat der „Tages-Anzeiger“ dieses „Theater um das Theater“ genannt.

    Neue Wege geht Frank Baumann als neuer künstlerischer Leiter des Arosa Humorfestivals: der Kursaal wird als Spielstätte aus dem Programm gestrichen, sämtliche Vorstellungen sollen im Zelt bei der Tschuggenhütte stattfinden. Diese Ankündigung hat vor allem bei den Gastrobetrieben für Unmut gesorgt, sind es doch praktisch einzig die Festivalbesucher, die im Dezember zum Start in die Wintersaison für etwas Umsatz sorgen. Das Programm ist dafür wieder vom Feinsten. Hier nur einige Namen: Josef Hader, Bodo Bach, Helfried, Gogol & Mäx, Andreas Thiel, Jango Edwards & Laura Herts, Les Trois Suisses, Helge & das Udo, Poubelles Boys, Abba jetzt!, Thomas Kreimeyer, Monika Gruber, Konrad Stöckel, Bernhard Hoëcker.

    Dass die Fußball-EM die beiden Veranstalter-Nationen Schweiz und Österreich zusammengeschweißt hätte, lässt sich nicht gerade behaupten. Vor allem entlang der Grenze im Rheintal war von gemeinsamen Aktivitäten im Zuge der Euro 08 praktisch nichts zu spüren. Kulturveranstalter haben das nach der EM nachzuholen versucht, zuerst mit einem Brückenfest bei der Rheinbrücke Widnau–Lustenau. Das grenzübergreifende Volksfest war ein voller Erfolg und bedeutete gleichzeitig den Startschuss des Komik + Ko. Fabrik-Festivals. In verschiedenen Fabriken dies- und jenseits des Rheins traten renommierte Komiker wie Gardi Hutter, Ursus & Nadeschkin, Tomas Kubinek, Ennio Marchetto, Paul Morocco & Olé und Stage TV auf. Nicht alle Veranstaltungen waren gleich gut besucht, der technische Aufwand mit den verschiedenen Schauplätzen immens. Ob das Fabrik-Festival eine Fortsetzung erfährt, entscheidet sich laut Vorarlberger Mit-Veranstalter Willi Pramstaller in diesen Wochen. Überdacht werden muss laut Pramstaller insbesondere auch der Zeitraum der Durchführung, Anfang Juli, kurz vor den Sommerferien.

    Anfang August fand in Bern das fünfte Straßenmusik-Festival Buskers statt. Der Anlass hat wenig mit traditioneller Straßenmusik zu tun als vielmehr mit Musik- und Theaterschaffenden, die ansonsten auf Kleinkunstbühnen, Hochzeiten, Quartierfesten, zu Vereinsanlässen und in Konzertkellern zugange sind. In der sonst eher beschaulichen Landeshauptstadt ging es für einmal sehr international, schräg und schrill zu und her. Bei 33 Gruppen und 300 Shows gab es einiges zu entdecken, von balkanesker Gipsy-Musik über afrikanische Klänge, italienische Liedermacher und Qawwali-Gesänge aus Pakistan bis zu den skurrilen Berlinern Hasenscheiße. Auch eine Talentbühne fehlte nicht, wo sich Nachwuchs-Busker entdecken lassen konnten.

    Redaktion: Hans Bärtsch

     

    Termine

    Jeden Dienstag im Oktober: Bern, La Cappella, Andreas Thiel mit Try-outs seiner „Politsatire 3“ (www.la-cappella.ch oder www.andreasthiel.ch)

    15.10.: Winterthur, Casinotheater, Joachim Rittmeyer mit der Premiere von „Verlustig“ (www.joachimrittmeyer.ch oder www.casinotheater.ch)

    16.10.: Sursee, Stadttheater, Michel Gammenthaler mit der Premiere von „Zeitraffer“ (www.michel-gammenthaler.ch oder www.comedysursee.ch)

    29.10.: Basel, Häbse-Theater, Sutter&Pfändler mit der Premiere von „Comeback“ (www.haebse-theater.ch oder www.sutter-pfaendler.ch)

    8.11.: Zürich, Theater an der Winkelwiese, Jens Nielsen mit der Uraufführung von „Die Uhr im Bauch“ (www.winkelwiese.ch)

    17.–22.11.: Luzern, Kleintheater, „Lozärn lacht“, u. a. mit Duo Hinterletscht, Zärtlichkeiten mit Freunden, Nils Heinrich, Alfred Mittermeier, Wilde Weiber! (www.comedy.ch oder www.kleintheater.ch)

    24.–29.11.: Zürich, Miller’s Studio, Züri lacht, u. a. mit Duo Hinterletscht, Martina Schwarzmann, Reto Zeller, zwergenHAFT, Jobert & Pancetta, Matthias Egersdörfer, Martina Schwarzmann, Wilde Weiber! (www.comedy.ch oder www.millers-studio.ch)

    3.–6.12.: Basel, Fauteuil-Theater, BirkenmeierVogt mit der Wiederaufnahme von „Kettenriss“ (www.fauteuil.ch oder www.theaterkabarett.ch)

    5.–13.12.: Arosa, Humorfestival (Highlights siehe Haupttext; www.humorfestival.ch)

    Ab 26.12.: Winterthur, Casinotheater, Wiederaufnahme von „Erfolg als Chance“ mit Viktor Giacobbo, Patrick Frey und Mike Müller (www.casinotheater.ch)

    AdNr:1044

     

     

    2008-09-15 | Nr. 60 | Weitere Artikel von: Hans Bärtsch





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