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    Im Interview Monique Placzek von Pop Up Comedy Mixed Show


    artbild_350_Finale18.12.14Seit einigen Jahren findet im Düsseldorfer Raum die Pop-Up Comedy Mixed Show statt.

    Monique Placzek von der Künstleragentur Moma Artists hat zusammen mit Comedian und Autor Lars Hohlfeld vor ca. 5 Jahren das Comedy Apartment b.z.w. die Pop – up Comedy Mixed-Show sehr erfolgreich entwickelt und auf die Beine gestellt.



    Für den Trottoir interviewt Jenny Genzke Monique Placzek: 


    Jenny Genzke
    : Warum haben Sie vor ca. 2 Jahren den Namen von Comedy Apartment auf Pop Up Comedy umgestellt?

    Oha, da muss ich etwas ausholen. Denn von außen betrachtet unterscheiden sich die Konzepte nicht wirklich. Wir hatten beim Comedy Apartment drei Künstler zu Gast und das ist auch heute noch so.

    Das Comedy Apartment hat seinen Titel, weil wir in der Bar Apartment angefangen haben. Nach ein paar Terminen sind wir ja tatsächlich in eine Wohnung gegangen, denn das wars, was wir immer wollten. Die Idee in einem Waschsalon Shows zu machen, war schon spannend. 80 Leute in eine private Küche auf Bierbänke zu setzen, Bühne, Licht und Ton aufzubauen und dann eine Show zu machen, hielten wir für reizvoll. Das war was völlig Neues und wir trafen damit wohl auch einen Nerv. Leider haben auf Dauer die Nachbarn, nicht mitgespielt und wir sind ins Chateau Rikx gezogen, in dem wir ja auch heute noch Shows machen. Den Namen haben wir beibehalten, der hatte sich zu dem Zeitpunkt schon rumgesprochen. Doch nach dem Umzug hat sich das Ganze ziemlich schnell vergrößert, wir haben viele Anfragen bekommen und waren schon bald in weiteren Locations zu finden. Der Titel war schon längst nicht mehr treffend, aber wir haben erstmal weiter gemacht. Es kamen Galaanfragen, wir waren auf einem Flusskreuzfahrtschiff, im Pantheon, im Barmer Bahnhof. Und jedes Mal kam die Frage: „Warum Comedy Apartment?“ Uns wurde klar, dass was Neues her musste.

    Jenny Genzke: Wie kamen Sie zusammen mit Lars Hohlfeld auf die Idee, dieses Konzept zu entwickeln?

    Die Pop-up-Idee lag schon länger in unserer Schublade, war aber noch für was ganz anderes gedacht. Irgendwann wurde ich nachts wach und hatte den Gedanken, das Comedy Apartment in Pop-up-Comedy umzubenennen.

    „Pop up“ steht ja für plötzliches Erscheinen und wieder Verschwinden. Und genau das haben wir doch schon immer gemacht. Wir haben kein eigenes Haus, das wir bespielen, sondern wir tauchen in Bars, Kneipen und Restaurants auf. Im Grunde sind der Pop up-Idee keine Grenzen gesetzt. Überall, wo man eine Bühne aufbauen kann, können wir "auf-poppen“. Das hat uns gefallen, denn im Grunde war es ja schon so. Wir haben unserer Show einfach einen passenderen Titel verpasst, um flexibler sein zu können. Das Apartment war schon echt geil, aber es zwang uns auch in ein Korsett. Da wollten wir raus. Wir möchten nicht an eine Umgebung gebunden sein, sondern dort Shows machen, wo es Spaß macht und passt.

    Jenny Genzke: Sie haben den Anspruch die lustigsten Comedians Deutschlands auf die Bühne zu bringen. Wie wissen Sie im Vorhinein, ob der oder die KünstlerIn zu den lustigsten Acts zählt? Reicht da eine DVD oder ein Kurzauftritt im Fernsehen?

    Es ist natürlich immer subjektiv so eine Behauptung aufzustellen, das ist uns klar. Aber wir haben festgestellt, dass unser Publikum darauf reagiert. Sie vertrauen darauf. Seit wir damit werben, kommen weniger Sätze wie: „Den einen fand ich aber nicht so lustig wie den anderen“. Sie lassen das bewerten und stellen eher fest, dass es wohl nicht ihr Humor ist, wenn ihnen mal jemand nicht so gut gefällt. Doch wenn wir sagen, dass wir nur die Lustigsten einladen, wird das schon gut gewesen sein.

    Beim Booking achten wir natürlich schon auf eine gewisse Qualität. Wir verstehen uns nicht als offene Bühne. Unser Publikum ist im besten Alter, 25 bis 60 Jahre. Sie stehen mit beiden Beinen im Leben und man macht ihnen kein X für ein U vor. Deren Experiment besteht darin, sich so eine Show auf harten Holzbänken anzuschauen. Das was sie auf der Bühne sehen, muss überzeugen und darf nicht zusätzlich experimentell sein.

    Danach wählen wir aus, stimmt die Haltung mit dem Inhalt überein und erreichen die Themen unser Publikum. Die Zuschauer kommen aus dem Büro und schauen sich in ihrer Lieblingskneipe eine Comedy Show an. Mitten in der Woche. Sie zahlen Eintritt, essen und trinken was. Da kommt man auch schon mal auf 30 bis 40 Euro pro Nase. So ein Abend muss rund sein, sonst kommt keiner wieder.

    Jenny Genzke: Wie viele Veranstaltungen haben Sie im Jahr?

    Etwa 60.

    Jenny Genzke: Sie organisieren die Mixed Show Veranstaltungen und buchen die Künstler für die Abende. Haben Sie selber auch Künstler, die sie durch Deutschland schicken?

    Ich vertrete natürlich Lars Hohlfeld und wir haben verschiedene lokale Projekte, auf die wir uns vorrangig konzentrieren. Er tourt dadurch eher weniger durch die Lande. Für Christian Pape habe ich das Live-Booking übernommen. Den kennt man eher aus dem Karneval. Er wird mit seinem neuen Soloprogramm ab Frühjahr 2015 unterwegs sein. Momentan bin ich sehr lokal aufgestellt. Das muss aber nicht so bleiben.

    Jenny Genzke: Kann man sagen, dass viele Komiker durch Ihre Show bekannt geworden sind?

    Ich glaube nicht, dass wir uns da mit NightWash oder dem Quatsch Comedy Club oder der Wirkung von einem Fernsehauftritt gleich stellen können. Wir hören aber immer wieder, dass sich unser Publikum gerne Soloprogramme in den hiesigen Theatern anschaut, wenn ihnen jemand besonders gut gefallen hat.

    Jenny Genzke: Im Rheinland gibt es ja viele Angebote in puncto Kleinkunst. Was unterscheidet Sie von den anderen Veranstaltungen? Haben Sie ein Alleinstellungsmerkmal?

    Das ist schwer zu sagen. Wir pflegen einen familiären Umgang mit unserem Publikum. Das beschert uns eine hohe Stammkundschaft. Es gibt viele, die seit vielen Jahren bei jeder Show dabei sind. Somit sind unsere Shows immer gut ausgelastet und das ist natürlich auch der Stimmung zuträglich. Inwiefern wir uns von anderen unterscheiden, kann man sicher besser von außen beurteilen.

    Jenny Genzke: In Ihrer Presseinfo steht, dass sie „verstaubten Theaterregeln“ den Rücken kehren? Was sind für Sie verstaubte Theaterregeln?

    Wenn man keine Getränke mit in den Saal nehmen darf zum Beispiel. Ich verstehe die reinliche Idee dahinter, aber Gäste zu empfangen und dann Regeln aufzustellen, davon halte ich nichts. Unsere Gäste sollen sich wohlfühlen, teilhaben an einem schönen Abend, miteinander ins Gespräch kommen. Unser Publikum soll zu einer homogenen Gruppe werden und nicht aus Individuen bestehen, die sich nicht trauen, aus sich raus zu kommen. Nur dann können besondere Momente und ein Gemeinschaftsgefühl entstehen, welche animieren öfter unsere Shows zu besuchen. Es darf nicht allein vom Künstler abhängig sein, dass die Zuschauer kommen, es muss die Show sein, die sie sehen wollen. Hier trifft man sich, lernt neue Leute kennen. Schließlich haben sie ähnliche Interessen.

    Danach suchen wir auch unsere Locations aus. Gastgeben ist eine Kunst, die man ebenfalls beherrschen muss. Das ist ein enorm wichtiger Aspekt. Wir wollen keine unpersönliche Massenabfertigung. Das setzt sich dann auch in der Moderation von Lars Hohlfeld fort, der immer wieder weg vom Text anfängt, mit dem Publikum spontan zu scherzen. So mögen wir persönlich das und unser Publikum auch. Und darüber freuen wir uns wirklich sehr.

    Jenny Genzke: Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg!

     

    Redaktion: Jenny Genzke  

    2014-12-30 | Nr. 85 | Weitere Artikel von: Jenny Genzke





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