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    Kritik: Ein Affentempo in Keisers „Affentheater“


    Wenn man in der Schweiz in den letzten Jahren eine moralische Instanz hätte benennen müssen, die mit spitzer Feder und scharfer Zunge politische und gesellschaftliche Missstände anprangert, dann Lorenz Keiser, Sohn der Kabarett-Legenden Cés Keiser/ Margrit Läubli. „Affentheater“ heißt das neue, etwas privatere Programm Keisers (das im Januar in Zürich Premiere feierte).

    „Geht es Ihnen gut?“ fragt Lorenz Keiser eingangs. Natürlich nur rhetorisch. Denn die Antwort hat er gleich selber parat: „Nein, es geht Ihnen schlecht!“ Warum, klärt sich in den folgenden knapp zwei, äußerst unterhaltsamen Stunden auf. Denn der Kabarettist ist der einzige, der noch durchblickt in dieser immer komplexer werdenden Welt – zumindest vorerst. Keiser gibt den überforderten Vater, den quengeligen Sohn – dessen Suche nach einer verlorenen Blockflöte dient im Stück als lockerer roter Faden –, den balkanstämmigen Handy-Verkäufer und etliche andere Personen mehr. Ansatzlos und in einem Affentempo wechselt Keiser nicht nur die Personen, sondern auch die (Alltags-)Themen.

    Wie immer hat der Kabarettist viel in sein neues Programm gepackt, im Gegensatz zu früher aber nicht zu viel. „Affentheater“ ist für Keisersche Verhältnisse schon fast leicht bekömmlich. Aber natürlich immer noch weit entfernt von jeglichem oberflächlichem Comedy-Klamauk. Zwischendurch wird es auch einmal totenstill im Saal, als die Rede auf die industrielle Tiefseefischerei kommt. Dann sind wieder der Sohnemann und Schulkollegen an der Reihe, die auf der Suche nach Reimen für „Motherfucker“ sind. Zur Not tut’s auch der Name eines Schweizer Bundesrates, der am äußeren rechten Rand politisiert. Das Ganze kulminiert in einen aberwitzigen „Gangsta-Rap“. „Affentheater“ ist zum Brüllen komisch – eine weitere königliche Leistung von Herrn Keiser.

    Redaktion: Hans Bärtsch

    2007-03-15 | Nr. 54 | Weitere Artikel von: Hans Bärtsch



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