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    Montreux JAZZ Festival 2009

    Was für eine Landschaft! Der See, dahinter die Berge, teilweise schneebedeckt, laue Sommernächte, überall Musik: das ist Montreux, wie es leibt und lebt. Und dann einer der Höhepunkte. „Sing The Truth! Hommage To Nina Simone“.

    Das Al Shackman 5tet, dass die 2003 verstorbene Künstlerin immer begleitet hat, eröffnet den Abend. Lizz Wright betritt die Bühne, sehr präsent, hochkonzentriert, „I Love You Porgy“, eine fantastische Stimme, die irgendwo zwischen Jazz und Soul einzuordnen ist. Im goldenen Glitzeranzug folgt Nina Simones Tochter, um mit einem fast rockigen „Worksong“ die Zuschauer zum Tanzen zu bringen. Angelique Kidjo und Dianna Reeves, die mit starker Stimme und augenzwinkerndem Humor und leichter Ironie das „Auditorium Stravinski“ zum Kochen bringen. Von „Young, Gifted & Black“ über „Be My Husband“ und „I’m Going Back Home“ werden alle bekannten Nina-Simone-Songs hervorragend interpretiert. Zum Abschluss kommen alle Sängerinnen noch einmal auf die Bühne, um mit „Four Women“ ein abschließendes Highlight zu setzen. Nur „Trouble In Mind“ fehlte, ein Lied, dass Nina Simones Ringen um Gleichberechtigung als Frau und schwarze Künstlerin, die privat und beruflich immer wieder zu kämpfen hatte, so wunderbar ausgedrückt hat.

     

    ... und Jazz im Ländle

    Ganz anders, aber genau so gut: das Stuttgarter BW-BANK JAZZ OPEN eine Woche später. Open Air am Mercedes Museum fand das einzige Deutschlandkonzert von Manhattan Transfer statt. Seit gut 35 Jahren sind sie auf der Bühne, und man muss schon stark nachdenken, wer den Gesang und die raffinierten Arrangements von Tim Hauser, Janis Siegel, Laurel Masse und Alan Paul noch toppen soll. Trotz des nicht gerade sommerlichen Wetters ein heißer Abend, mit „Groovin’“, „Texaco Junction“ oder dem Tim-Hauser-Solo, das unter die Haut ging: „The More I See You, The More I Love You“ – das ist sicher genau das, was das Publikum bei diesem Spitzenkonzert gedacht hat. Ein paar Tage später in einer Messehalle am Stuttgarter Flughafen: Brian Auger’s Oblivion Express, in der aktuellen Besetzung mit Augers Tochter Savannah als Sängerin und seinem Sohn Karma am Schlagzeug. Brian Auger ist immer noch einer der besten Keyboarder der Welt, macht tolle, witzige Ansagen, meistens auf Deutsch – ein Entertainer mit viel Spielfreude. Wenn auch die ganz großen Hitzeiten mit Julie Driscoll & The Trinity vorbei sind, hat er doch immer wieder durch Kooperationen auf sich aufmerksam gemacht: Mit Van Morrison, Paul McCartney, Santana, Herbie Hancock und Tony Williams. Nicht zu vergessen die Zusammenarbeit mit Eric Burdon, wo er den alten Hits der Animals noch einmal richtig Leben eingehaucht hat. Dann der Hauptact: Marianne Faithfull. Bescheidenes Auftreten, die etwas brüchige Stimme, in der sich das Auf und Ab in ihrem Leben deutlich widerspiegelt. Von „Broken English“ bis „As Tears Go By“ interpretiert sie die schönsten Songs ihrer 45-jährigen Karriere, natürlich auch „Sister Morphin“, dass an ihre dunkelsten Stunden erinnert. War das noch zu toppen? Ja! Am nächsten Abend von Solomon Burke, der eigentlich als Vorprogramm zu Joss Stone gedacht war. Noch nie habe ich ein Stuttgarter Publikum so aus sich herausgehen sehen wie bei diesem Konzert. Der schwergewichtige Soulstar mit 150 Kilo wird im Rollstuhl hereingefahren, besteigt einen Thron und legt los, wie der wahre „King Of Soul“. Von „Everybody need me“ über „I Need you“, später von den Blues Brothers gecovert, bis zu einem Medley aus „Stand By Me“ und „Dock Of The Bay“, mit denen er seine alten Soulkumpel auf der Bühne feiert. Ein Duett mit Joss Stone ist der Höhepunkt, den die gute, sympathische Soullady, die barfuß wie einst Sandy Shaw auftritt, als Hauptact nicht mehr toppen kann.

    Redaktion: Bruno Schollenbruch

    2009-09-15 | Nr. 64 | Weitere Artikel von: Bruno Schollenbruch



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