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    Nackte Zahlen oder „Wenn der Wind der Wirklichkeit …“


    Leo Lukas
    und Simon Pichler haben sich nach rund 25 Jahren wieder zu einem Duo-Programm entschlossen, obwohl die Solisten Lukas und Pichler ohnehin auch kontinuierlich zusammenarbeiten, etwa bei der Kleinkunstformation Die blauen Engel. Doch der letzte Erfolg im vorigen Jahrhundert mit „Freibier und 23 weitere Wege zum unzerstörbaren Glück“ hat sie bewogen, im Herbst mit dem Programm „Nackte Zahlen“ herauszukommen. Beide widmen sich gerne der Wunderwelt der Zahlen und so war es nahe liegend, sich im neuen Programm mit Mathematik, Mystik und Milchmädchen zu beschäftigen. Sie bemühen dabei etwa keine Geringere als das legendäre Rechengenie Pippi Langstrumpf, das schon vor Jahrzehnten so gerechnet hat wie heute Rating-Agenturen oder Finanzminister: „Zwei mal drei macht vier, widdewiddewitt …“. Premiere ist im September in der Kleinkunstbühne Hin & Wider im Grazer Theatercafé.

    Leider ist dies ja die letzte Nummer des Trottoir. Alles hat seine Zeit.

    Aber nicht nur das Trottoir, auch anderes läuft aus, gibt’s nicht mehr oder es wird abgewürgt. Das Österreichische Kabarettarchiv wird es in dieser Form auch nicht mehr geben; nach zehn erfolgreichen Jahren und zahlreichen Ausstellungen wird es hoffentlich in eine größere Struktur eingegliedert oder schlimmstenfalls aufgelöst. Näheres kann ich Ihnen leider nicht berichten. Wohl aber darf ich die diesjährige ÖKA-Ausstellung ankündigen, die den schlichten Titel „Bronner, Merz, Qualtinger & Co. Ein namenloses Ensemble in den 50er Jahren“ trägt und ab 4. Juni im südoststeirischen Straden zu sehen sein wird.

    Ebenfalls ungewiss ist die Zukunft des ORF-Comedy-Formats „Dorfers Donnerstalk“. Dieses läuft mit Ende des Jahres aus. Kabarettist und Hauptprotagonist Alfred Dorfer will vorerst – nach sieben Jahren – eine Pause einlegen. Danach werden Dorfer und der ORF weitersehen. Die letzten Live-Termine sind im September im Theater Akzent in Wien, im Oktober im Linzer Posthof und im November im Grazer Orpheum.

    Ebenfalls aus hieß es bereits für das internationale Komikfestival „Comicodeon“ im steirischen Kapfenberg. Festivalmacher Jürgen Gschiel nützt seine Kontakte zu Clowns und Festivals und betreibt nun unter dem eingeführten Namen Comicodeon eine Komikagentur, eigentlich DIE Agentur für Clowns. Viel Erfolg! Unter seine Fittiche begeben haben sich u. a. Jango Edwards, für den Gschiel im Herbst Auftritte in Deutschland und Österreich arrangiert hat, oder auch Christian Hölbling, eigentlich Helfried, der nunmehr mit seinem Best-of-Programm, der „Großen Helfried Gala“, durch die Lande tourt. Sie können sich vielleicht noch an die Anfänge erinnern: Im Februar 2000 betrat ein schmächtiges Männchen mit braunem Langeweiler-Anzug, überkorrektem Scheitel und schnarrender Stimme erstmals die Bühne und die oberlehrerhafte Kunstfigur Helfried war geboren und sorgt seitdem für Frohsinn – landauf, landab. Viele Preise hat er eingeheimst, auf zahlreichen Festivals war er vertreten. Hölbling ließ Helfried auch Hochzeitsvorbereitungen treffen („Helfried heiratet“) oder ihn untertauchen („Helfried, bitte melde dich!“). Im Herbst reist Helfried mit seinem Programm durch die deutschsprachigen Länder oder macht lustige Moderationen. So etwa beim Humorfestival in Velden, das heuer zum zweiten Mal stattfindet. Vom 23. bis 26. September geben sich in Velden am Wörthersee (Kärnten) folgende Künstler die Ehre: Werner Schneyder mit „Ich bin konservativ“, Andreas Rebers mit „Der Gegenbesuch“, die italienische Microband mit „SMS – Strange Music Symphony“ (Musik-Comedy ohne Sprache) und Leo Bassi mit „Utopia“. Umrahmt wird das Festival vom Straßentheater Irrwisch, den Clownfrauen Tanja Simma & Caroline Richards, dem Komiker Massimo Rizzo und den Saxofonspielern von Sax Royal.

    Am 19. August beendet das Kabarett Niedermair seine Sommerpause mit einem „Feuerwerk des Kabaretts“. Das traditionelle, extra angenehme und garantiert abwechslungsreiche Saisonbeginnfest mit (fast) allen Größen der heimischen Kabarettszene dauert ein paar Tage und: Hingehen! Anschauen! Empfehlenswert!

    Im Kabarett Niedermair hat dann auch am 2. September „Die lange Nacht des Kabaretts“ Premiere. In dieser immer anders zusammengesetzten Formation, die es seit 1997 gibt, spielen in der heurigen Saison die Nachwuchs- und Ausnahmetalente BlöZinger, Buchgraber & Brandl, Flüsterzweieck und Clemens Maria Schreiner.

    Im Kabarett Niedermair hat am 21. September auch Ludwig Müller mit „Der Paragrafenreiter“ Premiere. Nahe liegendes Thema, hat Müller doch ein Studium der Rechtswissenschaften abgeschlossen und auch das Gerichtsjahr erfolgreich absolviert.

    Im traditionsreichen Simpl gibt man ab September bereits „Nach der Krise“. Der Programmtitel scheint eine Wunsch-Vorstellung der Besitzer zu sein. Ebenfalls im September präsentiert Susanne Draxler ihr neues Musikkabarett-Programm mit dem glaubwürdigen Titel „Prinzen sind selten“ (Regie: Andreas Schramek, Musik: Herbert Tampier) und I Stangl gesteht in der Wiener Kulisse ebenfalls ab September „Der Irrtum Mann“. Ende September hat dann Mike Supancic mit seinem neuen Programm, das auf einem Schiff spielt, in der Kleinkunstbühne Hin & Wider im Grazer Theatercafé Premiere. Thomas Stipsits zeigt ebenfalls ein neues Programm, „Bauernschach“.

    Malediva beehrt Wien im Herbst mit ihrem neuen Programm „Die fetten Jahre“ und Olaf Schubert kommt mit „Meine Kämpfe“.

    Ach ja, und unbedingt anschauen sollten Sie sich „Man müsste mal …“ von und mit Severin Groebner. Unbedingt!

    Lukas Resetarits hatte 1978 in seinem Programm bereits eine Nummer, die sich „Das Ende des Kabaretts“ (Text: Heinz R. Unger) nannte. Darin heißt es „wenn der Wind der Wirklichkeit langsam in die Show fährt …“.

    Ich wünsche Ihnen eine schöne Zeit!

    Redaktion: Iris Fink

    2010-06-15 | Nr. 67 | Weitere Artikel von: Iris Fink





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