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    OUT OF RUHRGEBIET

    Das Ruhrgebiet ist groß und es passieren viele schöne Dinge hier. Wie immer kann ich davon nur einen kleinen Ausschnitt präsentieren. Drum herum passiert aber auch immer wieder großartige kleine und große Kunst. Deshalb trete ich ca. 50% dieses Artikels ans Drum-Herum ab und begebe mich OUT OF RUHRGEBIET.

    Noch ziemlich dicht dran ist Moers. Dort findet seit 25 Jahren das Comedy Arts Festival statt. Mitte der 70er Jahre startete es als "Folk and Fool Festival" im gemütlichen Schloßhof in Moers mit Musik, Artisten, Clowns und Jongleuren. Eine Mischung, die sich mit der Zeit veränderte und deshalb 1991 umbenannt wurde in das "Comedy Arts Festival" Immer noch fühlen sich die Organisatoren, allen voran Werner Schrick als künstlerischer Leiter aber der visuellen Comedy verbunden und bringen heutzutage eine Kombination aus bekannten und experimentellen Acts auf die Bühne, die schon manchmal ihrer Zeit voraus war.

    Der Schloßhof mußte wegen des Publikumandrangs gegen eine Bühnenkonstruktion unter freiem Himmel in der Innenstadt getauscht werden, denn das Comedy Arts Festival ist längst ein Kultur-Highlight in der Region geworden.

    Bleiben wir im Niederrhein. Dort vergeben die Städte Duisburg, Moers, Emmerich und Wesel in stiller Eintracht dieses Jahr zum zweiten Mal den niederrheinischen Kabarettpreis "Das schwarze Schaf". Unter der Schirmherrschaft von Hanns Dieter Hüsch treten Gruppen und Einzelkünstler mit Programmen aus der Sparte "politisch-gesellschaftskritisches Kabarett" an zum Wett-Blöken. 18 Solisten und Ensembles kommen in Dreierpacks an sechs Abenden in die Vorrunden, bei denen jeweils ein Kandidat ausgewählt wird für das Finale am 27. Oktober in Duisburg.

    Der Preis will sich auch in seinem Grundgedanken an der Förderung von Talenten beteiligen und läßt nur Kandidaten zu, die noch nicht länger als 5 Jahre im geforderten Genre arbeiten. Beim Preisträger von 1999 Matthias Brodowy hat das ja hervorragend funktioniert. Weitere Infos gibt es auch hier im Netz: www.dasschwarzeschaf.com.

    Willkommen in Bielefeld. Hier endet mein kleiner Out-Of-Ruhrgebiet-Exkurs und zwar im Theaterlabor Bielfeld. Es existiert schon seit 1983 und versammelt in seinem Ensemble theaterbegeisterte Menschen, die Lust haben am Experimentieren und veranstaltet internationale Theater- und Tanzfestivals. Erst seit letztem Jahr hat das Labor einen festen Ort gefunden im Tor 6 in Bielefeld, einem multifunktionalen Theater mit 300 Plätzen und einem vielfältigen Kulturprogramm (einsehbar unter www.theaterlabor.de).

    Da ich ein Fan von offenen Abenden, Bühnen und Konzepten bin, möchte ich auf das "Blind Date am Mittwoch" hinweisen: Jeden dritten Mittwoch im Monat wandelt sich das Foyer zum Experimentierkasten. Das Publikum (Neugierige, Freunde des Ensembles, Gäste der Kneipe) wird zum Versuchskaninchen. Plötzliche Interventionen, kurze Szenen, Rezitationen, unsichtbares Theater machen jeden Abend zu einem einmaligen Erlebnis.

    Begeben wir uns nun nach Bottrop, quasi ins Herz des Ruhrgebiets. Dort gibt es seit kurzem die 1. Fernsehshow Deutschlands ohne Fernsehen. Ludger Kusenberg (stand-up-comedian aus Duisburg) und Benjamin Eisenberg (aus Bottrop) haben sich das Late-Night Konzept aus dem Fernsehen als Grundlage für ihre Show genommen (sogar inklusive einem Late-Night-Orchester, aus Kostengründen mit nur einem Musiker). Die Show beginnt wie im Fernsehen mit einem Anfangs-Stand-up und zwischen den zwei Blöcken mit den geladenen Gästen (Kabarett- und Comedyisten) werden über einen Videobeamer kurze, selbstproduzierte Beiträge eingespielt.

    Das ganze findet einmal im Monat im Haus der Jugend statt und wer an einem Gastauftritt Interesse hat, kann im Netz unter www.comedyimsaal.de Informationen und Kontakt zu Ludger oder Benjamin finden. (19.9./24.10./21.11./19.12.)

    Tegtmeier und der Pott sind natürlich auch dieses Jahr wieder mittendrin beim Tegtmeier-Preis 2001. Bei der öffentlichen Vorausscheidung, die am 30.05.01 in den Flottmann-Hallen Herne stattfand, konnten sich die folgenden drei  Künstler vor den hellwachen und voll freudiger Erwartung funkelnden Augen der Fachjury für die Endausscheidung (was für ein Wort!) qualifizieren:

    ·        Hennes Bender, Bochum, als 'Giftzwerg'

    ·        Dr. Welf Haeger, Bochum, als 'Der Mann im Leopardenmantel'

    ·        Achim Knorr, Köln, als 'Achim Knorr'

    Hinzu gesellen sich die vom Auswahlgremium bereits vorab nominierten Künstlerinnen und Künstler :

    ·        Cordula Stratmann, Köln, alias 'Annemie Hülchrath',

    ·        Gigi Herr, Köln, alias 'Witwe Sophie Klütsch',

    ·        Johann Köhnich, Köln, als 'Johann Köhnich'.

    Diese sechs Künstlerinnen und Künstler wetteifern vom 05. - 10. Nov. mit einem jeweils 10 - 15minütigen Auftritt sowohl um den mit 10.000,-DM dotierten Jurypreis als auch um den mit 5000,-DM ausgeschriebenen Ruhrstadt-Publikumspreis. Letzterer wird ermittelt durch die Stimmabgaben des Publikums in allen sechs Veranstaltungsorten.

    Die Termine:  05.11. Zentrum Altenberg Oberhausen / 06.11. Zeche Carl Essen / 07.11. Fritz-Henßler-Haus Dortmund / 08.11. Bhf. Langendreer Bochum / 09.11. Ringlokschuppen Mülheim und 10.11. Finale & Preisverleihung in den Flottmann-Hallen Herne.

    Verliehen werden die Preise im Finale zusammen mit den ideellen Ehrenpreisen für zwei renommierte und herausragende Bühnenoriginale aus unterschiedlichen Generationen. Das Finale moderiert ex-Tresenleser Jochen Malmsheimer!

    Den Tegtmeier'-Ehrenpreis für ein herausragendes Bühnenoriginal der Kleinkunstszene erhält in diesem Jahr Piet Klocke, den 'Ehrenpreis für ein Lebenswerk' erhält Hanns Dieter Hüsch. Die Ehrenpreise sind undotiert. Das Preissymbol ist jeweils eine ca. 8 Kg. schwere 'Tegtmeier-Kappe' aus Bronze. Beide Künstler haben ihr Kommen zur Preisverleihung im Anschluss an das Finale am 10.11.'01 in Herne zugesagt.

     

    Hingegangen und angeguckt:

    Bazzurrr ... Das ist der Titel ... Das sind drei Männer ... Das ist das Theater Trifolie. Es ist visuelle Comedy in Hochform, die das Trio , bestehend aus Sven Stutzenberger, Rolf Neuendorf und Axel Vanendabeele auf die Bühne bringt. Sie erzählen kleine Geschichten ohne Worte (bzw. mit wenigen Worten) und verwandeln sich von Blümchen in Agenten in Seemänner in Freizeitkanuten in Westernhelden.

    Es beginnt alles immer ganz harmlos, bis jede Geschichte ihren Bruch findet und in einem Strudel der Absurdität versinkt. Dabei treiben sie eine dermaßen lustvolle Materialschlacht, daß man am liebsten mitwühlen möchte in ihrer Requisitenkiste, um zu sehen, was sie als nächstes hervorzaubern.

    Ihr wichtigstes Requisit aber sind sie selbst. Mit hundertprozentiger Sicherheit und artistischer Körperbeherrschung bringen sie nicht nur die komischen, sondern auch die stillen, abgründigen Seiten ihrer Figuren zum Klingen und geben keine davon der Lächerlichkeit preis.

    Mit präziser Mimik und hervorragendem Timing schaffen sie es, die verschiedenen Charaktere sehr eigenständig und zugleich in großer gemeinsamer Spielharmonie darzustellen.

    Im September 2000 gewannen sie mit ihrem Stück den 2. Preis beim Theaterfestival Südwestfalen.

     

    Redaktion: Wiebke Doktor

     

     

    2001-09-15 | Nr. 32 | Weitere Artikel von: Wiebke Doktor





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