Kleinkunst  Straßentheater  Kabarett  Variete  Circus
        Agenturen  Wettbewerbe  Comedy  Galas  Festivals

 
 
 
Suche im Trottoir

Kategorien Alle Jahrgänge


30. Internat. Kulturbörse Freiburg


Kabrettpreis: Das Schwarze Schaf

17. Kleinkunstfestival Usedom

Trottoir-Special Straßentheater

Fairsicherungsladen Hagen/NRW

ein Lächeln



AgenturNews Meldungen

Kulturtermine

Ausschreibung,Wettbewerbe

Artikel - gewählte Ausgabe
Meist gelesen
Statistik
  • Kategorien: 66
  • Artikel: 3236
  • Preise | Ausschreibungen :: Preise

    [zurück]

    prix pantheon - Zum letzten Mal im Gebäude am Bundeskanzlerplatz

     

    Am 19. und 20.04.16 fand zum letzten Mal der Prix Pantheon im Gebäude am Bundeskanzlerplatz 1-3 statt. Die Moderation übernahm diesmal der Jurypreisträger Fatih Cevikkollu der in kurzen hochlobenden Ansagen den Künstlern einen guten Einstieg ermöglichte.

    Die Jury war ähnlich wie im letzten Jahr ausgestattet. Den Vorsitz hatte diesmal Ralf Husmann, erfolgreicher Autor und anstelle von Barbara Ruscher war diesmal die Künstlerin Susanne Pätzold am Start.

    artbild_610_Prix_Abschluss_


    1.Tag - Halbfinale

    Insgesamt zehn Kabarett-Talente und Nachwuchs-Comedians traten am 19. April im Bonner Pantheon Theater im Halbfinale gegeneinander an. Den Anfang machte Masud. Ein Berliner Comedian und rotziger Türke - der berühmt ist. Berühmt ist vielleicht zu viel gesagt. Er muss jedem sagen, daß er berühmt sei, sonst weiß es keiner. Er erzählt von den Begegnungen, die er als Prominenter hat und die leider alle unbefriedigend sind. Wie er sich vorstellt in einen verlassenen Supermarkt ein zu ziehen und jeden möglichen Kunden weg schickt.

    Schön anmoderiert und gelobt von Fatih Cevikkollu, weil sie mit ihrem Namen bei Google die rassistischen Internetseiten vom ersten Platz drängen, belegte das bereits ausgezeichnete Duo Lumpenpack, eine erfolglose Band in der Gründungsphase, den Platz Nr. 2. Mit ihren Songs „Zwei“ und „Don des Dorfes“ unterhielten sie das Bonner Publikum auf sympathische Weise.

    artbild_250_Zymny_JuhuuDen absurden Touch in die ganze Show brachte der dritte Künstler Jan Philip Zymny (Bild) . Er verwandelte sich in Antila Merkel und lieferte einen verrückten Text über die Bärenplage, telefonierte mit Rhinozeros-Apparaten und Elefanten. Er fragte das Publikum, warum in seinem Dialog nur dicke Tiere vor kommen: Ganz einfach, wegen seiner Erscheinung! Er kann ja schlecht eine Schlange mimen. Ein Programm aus einer anderen Welt!

    Der Bonner Kabarettist Gregor Pallast lieferte politische Zitate und stellte sich hintersinnige Fragen über Angela Merkel. Lobte diese aber auch: „Mit Frau Merkel kann man reden. Sie steht sich nicht so oft mit ihrer eigenen Meinung im Weg.“ Ein absoluter Newcomer. Teilweise noch ein bisschen unsicher. Der Bonner hatte viele Anhänger im Publikum, die ihm dann auch die Garantie für den Finalabend lieferten.

     

    Fatih Cevikkollu stellte die Jury vor: wie oben schon erwähnt Ralf Husmann und Susanne Pätzold. Die Hausherrin Martina Steimer, Klaus- Michael Heinz vom WDR, Michael Lohse vom WDR Hörfunk und Autor von vielen TV-Formaten und ehemaliger Teilnehmer Thomas Lienenlüke.
    Und Fatih redet gern über seine Heimat Kölle. Auch wie die Islamisierung im Karneval voran schreitet. Alle rufen „Kölle Alaah!“


    Vor der Pause präsentierte die liebliche Klavierkabarettistin Christin Henkel aus Thüringen ihren Sommerhit 2014 und 2015 und sang einen Song über die Zeit vor Ihrer Familienplanung.

    Roger Stein wurde als Songpoet vorgestellt. Die erste Nummer rüttelte das Publikum wach: „Reihenhausgesicht“.  Dann kam ein Bruch. Ein Lied in Erzählform über seine Herkunft. Berner Oberland. Nur Stimme und Loopmaschine. Der Saal war ganz still und ergriffen.

    artbild_230_Moritz_NeumeierMoritz Neumeier (Bild) erzählte über die Angst, die auch die Wut auf die ankommenden Flüchtlinge verstärkt. Angst lähmt das Gehirn. Jede Emotion ist immer o.k., aber wir müssen aufhören, auf den Menschen rum zu haken und die Angst zu instrumentalisieren. Er bewies eine gute Haltung und zeigte somit zu Recht, dass er mehrere Kleinkunstpreise schon eingeheimst hat.

    Das Poeten-Sternchen aus der Schweiz, Hazel Brugger, erzählte über ihr Leben. Sie steht nicht auf Small Talk, da sie nicht gerne lächelt. Die Zähne sind der Teil des Skeletts, den man sieht, wenn man lebt. Das kann nicht schön sein.

    Der Kabarettist mit dem Buzzer, Frederic Hormuth hat es mit der Bundeswehr. Die Bundeswehr muss mittlerweile die Polizei am HBF unterstützen. Brauchen wir die Bundeswehr im Landesinneren wirklich wegen der Terrorgefahr? Was wäre, wenn die Bundeswehr sich überall verbreitet? Die Bundeswehr in der Schule und im Kindergarten, im Altenpflegeheim, in der Post?

    Tach, ihr Rabauken! So lautet die Begrüßung von Stand – up Poet Quichotte aus Köln. Er parodiert kölsche Rentner, die Touristen auf den Arm nehmen. Er spielte 2 Songs von seinem letzten Album „Greatest Hits“. Erster Song „Got no money“. Zweiter Song „Rapshit“.

    "Wenn ihr mich mal länger sehn wollt, macht doch einfach ein Foto!" Vielfalt ist sein großes Markenzeichen. Eindeutig ein Favorit!

    Ins Finale kamen: das Lumpenpack, Roger Stein, Jan Philipp Zymny, Gregor Pallast und Moritz Neumeier.

     

    Finale 

    Fartbild_300_GerburgJahnkeatih Cevikkollu präsentierte am zweiten Tag neben den Finalisten auch noch - Sebastian Pufpaff - Markus Krebs - Barbara Ruscher - Hennes Bender, die die fünf Finalisten wortgewaltig und musikalisch unterstützten.

    Wilfried Schmickler hielt die Laudatio für die Ehrenpreisträgerin Gerburg Jahnke (Bild) , die ungewöhnlich sympathisch und berührt den Preis entgegen nahm. Sie bedankte sich herzlich bei Wilfried Schmickler mit einem Heiratsantrag. Sie machte eine Nummer über High Definition und über Ihre spaßige Zukunft im Alter.




    Die fünf Finalisten hatten nochmal 8 Minuten Zeit sich vor dem Publikum zu präsentieren.

    artbild_450_Preistraeger_PrDer Publikumspreis wurde vom Hausherrn Rainer Pause überreicht an das Duo Lumpenpack! Sie gaben noch ihren Musical-Song „Kehrseite“ der die Schwaben erklären soll - aus der Sicht von Zugezogenen.

    Susanne Pätzold verlieh den Jurypreis an den außergewöhn- lichen und Erschaffer kleiner Sprachkunst- werke Jan-Phillip Zymny.

    V.li.: Jan Phillip Zymny, Gerburg Jahnke, Moderator Fatih Cevikkollu, „Das Lumpenpack“

    Er bedankte sich in jeglicher Form. Ans Haus, an die Eltern, an Albert Einstein. Wie funktioniert eigentlich der Mond? - Der Mond funktioniert gut. Da muss man nichts mehr zu sagen, lachen reicht.

    Ein schöner Preis das letzte Mal im alten Haus. Wir sind gespannt wie es weiter geht! Danke.

     

    WebInfo: Pantheon/Programm


    Redaktion:
    Jenny Genzke
     

     

    2016-05-04 | Nr. 90 | Weitere Artikel von: Jenny Genzke



    Copyright © 2008 Quibo e.K.
    Alle hier erwähnten Produkt- und Firmennamen sind Marken der jeweiligen Eigentümer. Trottoir-online ist ein Online-Magazin für Kleinkunst - redaktionell aufbereitete Themenbereiche: Variete, Kabarett, Circus, Comedy, Straßentheater mit AgenturNews und Terminen von Festivals, Premieren, Wettbewerben und Ausschreibungen, Workshops und Weiterbildung.