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    Quer durch Österreich

    „Österreich findet in Wien statt – wenn überhaupt„, sagte Gerhard Bronner vor Jahren schon im Programm „Die unruhige Kugel„. Es scheint sich wenig daran geändert zu haben, wenn man die Kabarett- und Kleinkunstszene betrachtet. Der Großteil der Premieren, die bundesweit wahrgenommen werden, finden in Wien statt. Und dennoch: Klein- und Feinkunst gibt es auch in den übrigen Bundesländern. Und viele der in Wien ansässigen KabarettistInnen stammen aus der sogenannten ‚Provinz’. Ein Vertreter dieser Spezies ist Leo Lukas, (Foto: Leo LUKAS) aus der Weststeiermark gebürtig, in der Grazer Kabarett-Szene groß geworden, nunmehr in Wien lebend, für sich und andere (nicht nur) Kabarett-Programme schreibend. Mit seinem neuen Programm „Was Männer wirklich brauchen„ kehrte er zwecks Premiere nach Graz auf die Bretter der Kleinkunstbühne Hin & Wider zurück. Er erzählt eine Geschichte, einen Krimi, greift dazwischen zur Gitarre, verständigt sich mit dem Publikum über die weitere Vorgangsweise, verpackt geschickt politische Anspielungen, klärt am Ende mehrere Mordfälle auf und hat dann noch eine wunderschöne Zugabe. Mehr wird aber nicht verraten, denn das würde den spannenden Abend gefährden. Eines aber doch noch: Otto Blume, Lukas’ Lieblingsfigur, kommt wieder vor.

    In Salzburg präsentiert das Affront-Theater Salzburg sein neues Kabarettprogramm. Unter der Regie von Peter Scholz und zur Musik von Johannes Pillinger bringt Fritz Egger das von ihm, Fritz Popp und Manfred Koch getextete Programm „Augen weit zu„ mit dem sie natürlich auch auf Tournee gehen. (Foto: Fritz  EGGER).  Die Brennesseln aus Mödling in Niederösterreich geben bundesweit ihr 22. Programm zum Besten. „Made(n) in Austria„ heißt das großteils von Alfred Aigelsreiter getextete Programm. Wieder ist es ein klassisches Nummernprogramm, das sich mit den gesellschaftlichen und aktuellen politischen Ereignissen der Alpenrepublik auseinandersetzt. Und gegenwärtig haben die Brennesseln ja wahrlich genug Stoff. Regie führt auch diesmal wieder Kurt Sobotka, der einstens schon im legendären Ensemble um Bronner-Merz-Qualtinger mitgewirkt hatte. Eine Formation, die alljährlich anders zusammengesetzt ist, aber ein Ziel verfolgt, nämlich „Wir spielen so lange Sie wollen„, nennt sich „Die Lange Nacht des Kabaretts„. Seit 1997 präsentieren KabarettistInnen und Ensembles, Etablierte und Newcomer, Auszüge aus ihren jeweils aktuellen Programmen und auch schon Älteres. Diesmal spielen die Divas (zwei junge Ladies aus St. Pölten, Niederöstereich), Klaus Eckel (Wien), Thomas Stipsits (Leoben, Steiermark) und Simon Pichler (Graz, Steiermark). Einer, der auch schon in dieser Formation mitgewirkt hat, ist O. Lendl (Schauspieler, stand-up-comedian, Wiener). Als „Mensch gewordenen Comic-Strip„ hat man den quirligen Entertainer zurecht bezeichnet. Seine erste Comedy-Show 1995 nannte er „Endlich O. Lendl„. Sein aktuelles Programm – nach „Der Horror aus der Mini-Bar„ – heißt weniger gefährlich „Lendl, Lust und Leidenschaft„. Mehr über das fünfte Solo Lendls im nächsten Heft. Übrigens: O. heißt Olivier. Und da ein solch exotischer Name im Österreichischen leicht zu Oliver verschliffen wird, nennt sich der Künstler kurz und prägnant O. Er war auch schon Preisträger der „St. Ingberter Pfanne„ (1999) sowie des ersten „Goldenen Kleinkunstnagels„ (1996), der alljährlich im November im Wiener Theater am Alsergrund vergeben wird, und über dessen diesjährigen Gewinner in der folgenden Ausgabe berichtet wird. Die Hektiker, ursprünglich eine Schul-Kabarett-Gruppe aus Mödling,  spielen 2002 ihr Jubliläumsprogramm „Jenseits„. Vor 20 Jahren gründeten Mini Bydlinksi (1994 durch Viktor Gernot ersetzt), Wolfgang ‚Fifi’ Pissecker, Florian Scheuba und Werner Sobotka diese Theater-Kabarett-Gruppe. Immer wieder gibt es Ausflüge der einzelnen Mitglieder dieses Ensembles zum Musical, ins Fernsehen oder aber zu Zusammenarbeiten mit anderen Kabarettisten, wie zum Beispiel Scheuba mit Maurer, die ihr gemeinsames Programm „Zwei echte Österreicher„ nannten und dafür auch den Förderpreis zum Deutschen Kleinkunstpreis 2001 bekamen. Apropos Thomas Maurer: Er tourt mit seinem sehenswerten Solo-Programm „Stinknormal„ durch die Lande. „Stinknormal„ handelt von Menschen, Hunden, Ameisen und Erzengeln, von Cockpitsprays, Pheromonen und sonstigen Schleimhautstrapazen, von Wendepolitikern und Profifußballern, Kärntnern und Chinesen sowie von der Welt überhaupt und warum sie einem manchmal ein bisschen streng in die Nase steigt. Länger, viel länger als Maurer tourt Josef Hader mit seinem best of „Hader spielt Hader„ durch sämtliche Turnhallen, Kulturzentren, Stadtsäle und andere Veranstaltungsorte. (Foto: Josef HADER) Ein fast neues Programm hingegen hat der MännerXangsverein 4-Xang. „Pintsch!„ heißt es kurz  und ist ein best of der vier vergangenen erfolgreichen Programme der a-capella-Formation, die internationale Lieder und regionale G’stanzeln auf ihre Art ebenso interpretieren wie sie Hans Moser oder André Heller parodieren. Mit dabei sind Wilfried Scheutz, Eik Breit, Heinz Jiras und Klaus Kofler sowie für guten Sound sorgend Freddy Tezzele. Die beiden letzteren steuerten auch die Musik zum „Guade Haut Blues„ von I Stangl, Hannes Vogler und Leo Lukas bei. Dieser Blues ist als Zugabe des neuen Programms „Selbstbewusst Waschlapp sein!„ zu hören. Und was es vorher zu hören und sehen gibt, ist eine Mischung aus Betrachtungen über das „Österreicher-Dasein„ im speziellen (zum Beispiel die Feststellung, dass wir alle sex, drugs and Rock’n Roll wollen, und das aber mit fad, saufen und Anton aus Tirol übersetzen), das Loser-Dasein im allgemeinen – auch in der Politik - und seine durchaus positiven Seiten sowie ein Gespräch zwischen Gott und Teufel, das Abgründe des Wiener Humors freilegt. Alles in allem ein dichtes Programm aus einem Guss. Anders hingegen präsentiert sich der Poetische Salon der Ludmilla Laskova (Ludwig Müller). Sie empfängt Gäste wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, umschwirrt und betreut von Herrn Werner (Werner Brix), einem grantelnden, halb bekleideten Butler, der ähnlich dem in „Dinner for one„ den zurückgehenden Wein beständig leert und zunehmend betrunkener wird. Es wird musiziert und poetisiert und aus dem Leben erzählt, wie bei einer richtigen Talk-Show.

    Redaktion: Iris Fink
    2002-12-15 | Nr. 37 | Weitere Artikel von: Iris Fink





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