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    Serie: Teil 4|4 „Geldbeschaffung“ im Kultur- und Kreativ Bereich

    Crowdfunding

    artbild_200_Gaby_neu_farbe3ist eine weitere Art der Finanzierung mit fremden Mitteln. Mit dieser Methode der Geldbeschaffung lassen sich Projekte, Produkte, die Umsetzung von Geschäftsideen mit Eigenkapital, zumeist in Form von stillen Beteiligungen, versorgen. Eine so finanzierte Unternehmung und ihr Ablauf werden auch als eine Aktion bezeichnet. Ihre Kapitalgeber sind eine Vielzahl von Personen – in aller Regel bestehend aus Internetnutzern, da zum Crowdfunding meist im World Wide Web aufgerufen wird.

    Historisch gesehen ist Crowdfunding ein relativ junger Begriff, der erst seit einigen Jahren verstärkt eingesetzt wird. Deutlich erkennbar ist, dass ab 2006 die Verwendung der Bezeichnung Crowdfunding stark zunimmt. 

    Einige Beispiel aus dem Musikbereich:

    Im Oktober 2003 startete der professionelle Musiker und Produzent Brian Camelio die Internet-Plattform ArtistShare als Reaktion auf die Entwicklungen des Raubkopierens und die Bestrebungen der Musikindustrie für ein digitales Rechtemanagement. Die Website ermöglichte es Musikern, das Geld für die Produktion eines Albums zu erhalten, bevor es veröffentlicht wurde. Als SellaBand im August 2006 in Europa startete, galt es je 50.000 US-Dollar für Musiker und Bands mit der Hilfe sogenannter Believer zu erreichen, um ein Album zu produzieren. Bereits am 2. November 2006 hatte die Band Nemesea 528 Unterstützer zusammen und konnte so ihr Album "In Control" aufnehmen. In den vergangenen vier Jahren haben es weitere 50 Bands (Stand: September 2010) ins Tonstudio bei Sellaband.com geschafft.

    Im Jahr 2009 wurde in den USA die Crowdfunding-Plattform Kickstarter gegründet. Bereits über 10.000 Projekte sind hierüber finanziert worden (Stand: Januar 2012) vordergründig im Bereich Kunst und Kultur, aber auch Lebensmittelhersteller, Modedesigner und Erfinder haben hier ihren Platz gefunden. Eine Gewinnbeteiligung gibt es auf Kickstarter nicht. Die Initiatoren versuchen meist mit einem Video von sich oder dem Projekt zu überzeugen. Nach dem gleichen Vorbild sind mit Indiegogo und Rockethub weitere Crowdfunding-Plattformen online gegangen.

    Mit Fundbreak oder Sonicangel gehen nun auch die ersten Länder außerhalb von Amerika mit dem Thema Crowdfunding im Bereich Projektfinanzierung online. In Deutschland sind seit Oktober 2010 die Plattformen Startnext, Inkubato, das ehemalige Mysherpas und seit November 2010 pling.de vertreten, mit dem Ziel die hiesige Förder- und Vereinslandschaft in das Crowdfunding mit einzubinden.

    Anfang 2010 nutzte mit Public Enemy eine bereits etablierte Band solch eine Crowdfunding-Plattform, um ihr nächstes Album gemeinsam mit Fans und Unterstützern finanzieren zu lassen. Die Band selbst beschreibt auf ihrer Website: "In our six months on SellaBand, we are proud to have broken ground into a new paradigm of music financing and to have learned so much about the fan funding model with our fans”. Im Oktober 2010 stand das Vorhaben bei 75.000 US-Dollar. Das eigentliche Ziel in Höhe von 250.000 US-Dollar wurde nach unten korrigiert, als die Plattform im Februar 2010 Insolvenz anmeldete. Seit der Insolvenz wird das einstige niederländische Unternehmen als GmbH mit dem Hauptsitz in München weitergeführt. (Quelle WIKIPEDIA)

    Kürzlich hat eine Künstlerin aus Stuttgart eine eigene kleine Crowdfunding Aktion gestartet, um die erste CD zu produzieren und war sehr erfolgreich. Innerhalb von 6 Wochen ist die erforderliche Summe zusammen gekommen über die Plattform Visionbakery

    Wichtig ist, dass sie eine Fan-Base haben um ein solches Unterfangen zu starten. Und natürlich erwarten diese, wenn sie sich Beteiligen an ihrem Vorhaben, ein kleines „goodie“ in Form von einer ermäßigten Eintrittskarte, einem kostenlosen Download ihres Songs, ein meet & great oder ein ähnliches Präsent. Weil, eigentlich sind das sog. Shareholder, die sich in dieser Weise finanziell beteiligen und Shareholder erwarten einen Benefit.

    Eine weitere sehr aktive Crowdfunding Agentur oder Plattform ist 100 Days Net in Zürich.

    Hier  finden sie rund 450 Projekte aus unterschiedlichen Bereichen, die sich dieser Methode bedienen um zum erforderlichen Kapital zu kommen das jeweilige Vorhaben durch führen zu können.

    Zum Schluss sei noch gesagt, dass die Zahlung der Beteiligten ja erst fällig ist, wenn tatsächlich in dem vorher festgelegten Zeitraum die angestrebte Summe X auch zusammen kommt. Gegebenenfalls kann man das Limit noch einmal etwas verlängern und das Vorhaben noch einmal richtig promoten.

    Ich wünsche Ihnen viel Glück bei Ihren Projekten und verbleibe

    Ihre Gabriele Skarda
    Künstleragentur & Dozentin
     

     

    2014-11-05 | Nr. 84 | Weitere Artikel von: Gabriele Skarda



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