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    Szene Kassel und Nordhessen | Frühjahr 2016

     

    Meist sind es Kulturschaffende, bisweilen auch Kunst-Vernetzende, die in den Genuss des Kasseler Kulturförderpreises kommen. Ganz selten einmal ist auch ein Veranstalter dabei artbild_250_theaterstuebche– wie dieses Jahr, als Markus Knierim, Betreiber des „Theaterstübchen am Nil“ Scheck und Urkunde der Stadt entgegennehmen durfte. Mit ihm wurde der Kasseler Förderverein für Kulturarbeit (Kafka) geehrt, der Knierim bei seinen ambitionierten Plänen unterstützt. Der Mann hat den Preis mehr als verdient, hat er doch aus seinem Etablissement, seit 2001 in einem Kellergewölbe in der Jordanstraße beheimatet, einen der angesagtesten Jazz-Clubs der Republik gemacht. Hier geben sich internationale Größen wie Ron Carter oder Till Brönner die Klinke in die Hand, hier ist aber auch Raum für die Präsentation der regionalen Szene, ebenso für Kassels Nachwuchsformationen. Der Laudator Lutz Engelhard (Kulturzelt Kassel) strich an der Preisverleihung vor allem den Jazz-Schwerpunkt des mit modernster Technik versehenen Clubs und seines Betreibers heraus. Etwas zu kurz kam das „zweite Spielbein“ des bekennenden „Kulturjunkies“: seine Liebe zur Kleinkunst, der das Theaterstübchen ein Kabarettprogramm vom Feinsten verdankt. Hier ist Frieda Braun schon aufgetreten, als außer Knierim (und, selbstredend, außer der Agentin Frauke Stehl, deren Künstler regelmäßig den Weg ins Kellergewölbe in der Jordanstraße finden) noch so gut wie keiner die liebenswert-bissige Sauerländerin kannte. Und Dieter Hildebrandt wie Georg Kreisler ließen es sich im Zenit ihres Ruhms nicht nehmen, Knierims Einladung zu folgen. Gleichzeitig aber finden in Kassel und der Region beheimatete Künstler wie Sabine Wackernagel, Karl Garff und Martin Lüker hier die ideale Location für ihre Premieren, ebenso wie ImproKS und das Kasseler Organtheater. Nicht nur Jazz-Liebhaber, auch Klein- kunstbegeisterte haben dem Theaterstübchen und seinem nimmermüden Betreiber also eine Menge Freude zu verdanken.


    Der Melsunger Kabarettpreis trägt den Namen Scharfe Barte (Barte = Axt). Eine Bezeichnung, die einerseits an die in Nordhessen einst stark vertretene Zunft der Waldarbeiter erinnert, andererseits aber auch, im metaphorischen Sinne, Auskunft über die ursprüngliche Zielgruppe der Bewerber gibt: Messer- oder eben Axt-scharfes politisches Kabarett sollte es sein, das in Melsungen zu dekorieren war. Heuer, im 21. Jahr, waren Vertreter dieses Genres enorm dünn gesät. Das Publikum wie die Jury waren, wenigstens hier trat die Axt in Funktion, „gespalten“: Die einen vermissten schmerzlich den politischen Biss, die anderen, längst mit der jüngeren, der ausgelasseneren Schwester des Kabaretts, der Comedy warm geworden, erfreuten sich der Vielzahl an Präsentationsformen zwischen Kalauerfeuerwerk und Musik-Clownerie. Doch viele Gäste der Scharfen Barte, so Jury- Sprecher Alfred Weigand, erwarteten noch immer ganz klar politisches Kabarett. „Das wollten wir fördern, damit sind wir angetreten“, sagt er. Dennoch herrscht in der Jury derzeit die Meinung vor, die Scharfe Barte müsse sich neu ausrichten, um nicht zu einer Mogel- packung zu verkommen. Ein Stück weit ist dies schon geschehen, mit der Entscheidung, dem Duo Lieblingsfarbe Schokolade den Nachwuchspreis zu verleihen. Die Beiden haben mit Politik rein nichts am Hut, sie präsentieren Lieder mit zweifellos humorigen, frechen Texten. Das allerdings gekonnt wie charmant.

    artbild_250_mike_AydinPublikumspreisträger wurde ebenfalls einer, dessen Stärke nicht unbedingt auf der Gesellschaftskritik liegt: Heinrich del Core, gelernter Zahntechniker, begabter Zauberer und Vollblut-Comedian auf schwäbischer Artikulationsbasis, gespickt mit einem Schuss Italianitá. Die Jury maß ihm den dritten Preis zu. Zweiter wurde Björn Pfeffermann mit seinem Programm „Meine Kresse“, eine Einmann-Rollen-Revue, seltsam zwischen Spitzfindigkeit und Albernheit irrlichternd. Ganz oben auf dem Siegertreppchen: das Duo Mike & Aydin (Bild). Der gebürtige Engländer Mike McAlpine und der aus der Türkei stammende Aydin Isik überzeugten die Jury mit ihrem Programm „Nord-Süd-Gefälle“. Mit Witz, Schärfe und einer geballten Munition an Klischees ließen die Beiden Nord- und Südeuropa und ihre unterschiedlichen Bewohner aufeinanderprallen. Da gab es sie endlich, die politischen Anklänge, die gesell- schaftskritischen Elemente.

    Höhepunkt des Preisverleihungsabends freilich war der Auftritt des Wettbewerbsgewinners von 2006, Lothar Bölck. Sein Programm „Zwischen Tür und Angel(a)“, aus dem er einige Ausschnitte zeigte, ist Polit-Kabarett vom Feinsten. Witzig, niveauvoll, blitzgescheit. Der Saal tobte. Politisches Kabarett: tatsächlich ein Auslaufmodell?

     

    Redaktion: Verena Joos

     

    Termine Kassel und Nordhessen

     

    Ahnatal, Rinklins Gartenwelt

    17.03. Claudia Riemann „‘Ne Dame werd ich nie“

    31.03. Mark ‚n‘ Simon Einmal gesehen, niemals vergessen!“

     

    Bad Hersfeld, Neues Buchcafé

    30.01. Mathias Tretter „Selfie“

    16.01. Bernd Gieseking „Ab dafür!“

    13.02. Inka Meyer „Kill me, Kate“

    27.02. Ken Bardowicks „Mann mit Eiern“

    11.03. H.G.Butzko „Super Vision“

    19.03. Mark Britton „Stand-Up-Kabarett“

     

    Baunatal, Kongresszentrum Stadthalle

    11.02. „Das (perfekte) Desaster Dinner“

     

    Bebra, Altes Rathaus

    07.02. Bernd Gieseking „Ab dafür!“

     

    Eiterhagen, Wirtshaus zum Grünen See

    31.01. Anny Hartmann „Schwamm drüber!“

    20.2. MetzoMax „Wahnsinn und Welterklärung“

    27.02. JanPhilipp Zymny „Bärenkatapult“

    19.03. Martin Lüker/Gunnar Deutschmann „Meerschweinchen als Sein“

    20.03. Martin Lüker/Gunnar Deutschmann „Meerschweinchen als Sein“

     

    Gudensberg, Bürgerhaus

    17.01. Bernd Gieseking „Ab dafür!“

    06.02. Philipp Weber „Futter – streng verdaulich“

    08.03. Rosemie „sonst nix“

     

    Hofgeismar-Hümme, Bahnhof

    12.02. Bernd Gieseking „Ab dafür!“

     

    Kassel, diverse Veranstaltungsorte

    13.02. – 21.02 Kasseler Komik Kolliquium

    13.02. Uni Kassel, Konzertsaal: Pigor & Eichhorn „Volumen 8“

    14.02. Kunsttempel: Thomas Kapielski „Komische Sprachkunst“

    15.02. Stadtbibliothek: Nora Gomringer u.a. „Hitler – Herzblatt – Trallala“

    16.02. Kunsttempel: „3 durch 3“: Timo Brunke, Thomas Gsella u.a.

    17.02. Grimmwelt: Paul Maar „Schiefe Märchen und schräge Geschichten“

    18.02. Museum für Sepulkralkultur: Heiko Werning & Co.

    19.02. Caricatura: Irene Fischer u.a. „Harry Rowohlt zu Ehren“

    20.02. Rathaus: Verleihung des Preises für Grotesken Humor an Wolf Haas

    21.02. Kulturzentrum Schlachthof: Funny van Dannen

    18.02. – 20.02. Stadtteilzentrum Vorderer Westen: Fachtagung „Grenzen der Komik“

     

    Kassel, Komödie

    25.01. Anny Hartmann „Schwamm drüber – der besondere Jahresrückblick“

    03.02. Matthias Machwerk „Frauen denken anders...“

    23.02. Matthias Jung „Generation Teenietus – Pfeifen ohne Ende!?“

    07.03. Die Herkuleskeule „Die Zukunft lügt vor uns“

    08.03. Die Herkuleskeule „Die Zukunft lügt vor uns“ 

     

    Kassel, Kulturbahnhof Südflügel

    02. – 06.01. Bernd Gieseking „Ab dafür!“


    Kassel, Staatstheater

    02.01. Sabine Wackernagel „Goethes dicke Hälfte“

    03.01. Max Goldt liest

    03.01. Sabine Wackernagel/Valentin Jeker „Du sag, ist der Poldi vor oder nach uns
             gestorben?“

     

    Kassel, Starclub

    bis 10.01.: „Winterzauber –Sinfonie des Staunens“

    23.01. – 27.03. „Varieté à la Burlesque“

     

    Kassel, Theaterstübchen

    10.01. Mariendorfer Damenquartett „Vier Damen und ein Pianist“

    13.01. Bernd P.R.Winter/Martin Lüker „Kurt Tucholsky –Auf ein Wort“

    17.01. Organtheater „Begnadigte Körper“

    20.01. ImproKS „Das Jahreshoroskop“

    28.01. Anka Zink „Zink EXTREM positiv“

    04.02. Martin Sierp „The Talking Dad“ (Vorpremiere)

    17.02. ImproKS „Immer noch kein Frühling“

    25.02. Sascha Korf „Wer zuerst lacht, lacht am längsten“

    02.03. Heidi de Vries „Das müsste doch verboten sein“

    03.03. Thomas Reis „Endlich 50!“ 

     

    Kaufungen, Bürgerhaus

    21.01. Bernd Gieseking „Ab dafür!“

     

    Vellmar, Piazza | Mehrzweckhalle Frommershausen | Bürgerhaus Vellmar-West

    13.01. Oliver Welke & Dietmar Wischmeyer „Im Herzen jung“

    29.01. Dietrich Faber „Schneller, weiter, toter“

    30.01. Ensemble Fischer & Jung „Mädelsabend“

    05.02. „Dieter Baumann, der Olympiasieger“

    06.02. Bernd Gieseking „Ab dafür!“

    11.02. Masud „Who the Fuck ist Masud Akbarzadeh?“

    12.02. Werner Koczwara „Einer flog übers Ordnungsamt“

    18.02. Gerd Dudenhöfer „Vita. Chronik eines Stillstands“

    21.02. Betty O. „Mundwerklieder“

    25.02. Die Distel „Im Namen der Raute“

    02.03. Horst Schroth „Null Fehler Lehrer Laux. Das Comeback“

    03.03. Der Tod „Mein Leben als Tod“

    15.03. The Ukulele Orchestra of Great Britain „Since 1985“

    16.03. Renè Marik „Zehage – Best of Plus X“

    19.03. Simon & Jan „Ach Mensch“


    Bildnachweis:
    Mike & Aydin Foto: Sven Schaaf

     

     

    2016-01-04 | Nr. 89 | Weitere Artikel von: Verena Joos





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