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    Up and down im Jahr 2000


    Haben Sie den Sprung ins neue Jahr gut geschafft? Sind Sie überzeugt, dass es der Wechsel in ein neues Jahrtausend war? Oder denken Sie, dass uns der in einem knappen Jahr noch bevor steht? Wie geht es Ihrem Computer? Und Ihnen selber? Haben Sie gute Vorsätze gefasst? Und wenn ja, warum nicht?   Spass beiseite! Ich habe mir vorgenommen... Ups! Ich glaube, das darf man gar nicht verraten, sonst wirkts nicht richtig. Aber ich glaube, es wird sich auch nicht viel verändern. Auch im neuen Jahr, dem ersten unserer Zeitrechnung mit einer zwei bei den Tausendern, wird es einmal „up“ und dann wieder „down“ gehen.

    „Up and down“ heisst eine neue Produktion des Theaters Hora aus Zürich, - ein Concerto Grotesko mit zwei „geistig behinderten“ Schauspielern: Denise Wick Ross und Andreas Grande. Beide sind als Mitglieder des „All the world“-Ensembles durch ihre eigen-artigen gesanglichen Fähigkeiten aufgefallen, die sie nun in ihrem theatralen Musikprogramm so richtig ausleben können. Die Songs formen sich zu einem phantastischen Kaleidoskop menschlicher Sehnsüchte, Hoffnungen und Wünsche. Dies passt doch gut zum Beginn eines neuen Jahres, einer neuen Zeit. Premiere ist allerdings erst am 29. März im Theatersaal Rigiblick in Zürich.

    Unter dem Titel „2 Frauen bieten Meer“ laden Christina Volk und Gina Günthard zu einer Hör- und Seefahrt ein. Nachdem die beiden Multitalente (Akkordeon, Klarinette, Flöte, Tuba, Gitarre, Balalaika, Gesang und Perkussion) in ihrem letzten musikalischen Programm „Höhenwege der Frau“ mit vielen Clichés und überlieferten Vorurteilen gegenüber Frauen abgerechnet und die Männerwelt humorvoll und hintergründig auf die Schippe genommen haben, kreuzen sie nun wieder auf. Die Rolle der Frau in der Seefahrt beschränkt sich fast ausschliesslich auf die der Wartenden, Bangenden oder des Matrosenliebchens. Einige wenige Ausnahmen bilden die Piratinnen, welche ihre selbst definierte Freiheit mit allen Mitteln verteidigen. Inspiriert von dieser Kampfeslust bringen Gina und Christina dem Publikum die Idee der weiblichen Piraterie auf unerwartete Weise näher: „Das Publikum wird von hinten geentert. Das ist zwar sehr feige, aber effizient“ (O-Ton von Gina und Christina). Mit ihren Waffen ziehen sie, vom Orkan bis zur Flaute, alle musikalischen Register und setzen alle theatralischen Mittel ein, welche die Musik ihnen bietet. Heraus kommt ein unglaublich lustvolles, erstaunlich harmonisches musikalisches Programm, in welchem sich Eigenkompositionen und neu arrangierte bestehende Lieder mit gespielten Szenen verbinden. Damit die beiden nicht sofort an der Wasserkante ihrer Freiheit anstossen, muss die Spielfläche gross genug sein. „Am besten würde sich natürlich das Meer gleich selber eignen“, meinen sie. Aber wer hat in seinem Theater schon ein Meer als Bühne.

    Im Bereiche des Kabaretts hat sich mit einer Co-Produktion der Tonne Laupen und des Keller-Theaters Murten ein neues Ensemble formiert, das gleich mit seinem Erstling für Furore sorgt. „DANEBENWIRKUNGEN“ heisst das Programm. Es ist ein nach langer Forschung zum Thema „Gesundheitswesen“ entstandenes medi-zynisches Produkt aus der Feder von Marcel Reber (Leiter der Tonne Laupen). Ein Kabarettungsversuch, der verhindern soll, dass bösartige Kabazillen oder andere nicht minder gefährliche Satierchen breite Kreise des für teures Geld krankenversicherten Volkes auf billige Art verunsichern. Das Stück ist ein Lachreizmittel, auf das man innert kürzester Zeit reagiert, es sei denn, man sei ein Berner; bei diesen dauert es ein bisschen länger. Die besten Ausschnitte aus dem Programm sind auch an den OLTNER CABARET-TAGEN (24.-28. Mai) zu sehen.

    Nun kann ich nur hoffen, dass Sie, liebe Leser, gesund ins neue Jahr gestartet sind. Bei uns herrscht nämlich zur Zeit die Grippewelle. Behalten Sie also die Balance!

    BALANCE ist auch eine neue Performance des Tanzenden Theaters Rigolo. In den Urelementen Wasser, Feuer, Luft und Erde, die in den bisherigen Produktionen einen roten Faden bilden, hat das Ensemble ein dynamisches Gleichgewicht neu entdeckt. Um das „Mulino della Barca“ bei Turin, einer ehemaligen Mehlfabrik, in der die Truppe seit April 1999 am neuen Stück gearbeitet hat, windet sich eine Flussschlaufe. Die am Ufer angeschwemmten Hölzer wurden in die Arbeit einbezogen und spielen nun eine zentrale Rolle. Holz ist für Rigolo zum fünften Element geworden. Es verlängert die Glieder der Tänzerinnen und Tänzer, unterwirft sie aber den Naturgesetzen, schafft eine Brücke zwischen Mensch und Natur. Nicht durch Beherrschung und Ausbeutung, sondern durch die Integration der Elemente soll eine BALANCE gefunden werden.

    Ich wünsche Ihnen, liebe Leser, nicht nur ein gutes neues Jahr, sondern ebenfalls viel Treibholz, gerades, gebogenes, glattes, mit Astlöchern durchsetztes, altes, junges, abgebrochenes, aber auch gesägt und gehobeltes Schwemmgut, das immer noch gut genug ist, den Ofen der Kultur warmzuhalten.

     

    Redaktion: Peter Niklaus

     

    Termine

     

    27.-30. April 2000  Schweizer Künstlerbörse in Thun

        Verleihung des Schweizerischen Kleinkunstpreises

        ktv, Obergasse 1, Postfach 3350, CH-2500 Biel 3

        Tel. 032  323 50 85, Fax 032  323 50 72

        www.ktv.ch  e-mail: ktv-atp@bluewin.ch

     

    24.-28. Mai 2000  13. OLTNER CABARET-TAGE

        Verleihung des Schweizerischen Kabarett-Preises

        Peter Niklaus, Schöngrundstrasse 64, CH-4600 Olten

        Tel. 062  212 51 01, Fax 062  212 38 55

        www.kabarett.ch e-mail: frohheim@spectraweb.ch

     

     

    2000-03-15 | Nr. 26 | Weitere Artikel von: Peter Niklaus



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