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  • Szenen Regionen :: Ruhrgebiet

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    Von Bauarbeiterspalten und Lebensgemälden

    Mal ganz ehrlich: finanziell gesehen ist die kleine und die soziokulturelle Kunst die Bauarbeiterspalte der Kulturetats. Bei der Arbeit hängt sie immer halb raus aus der kulturellen Buxe und wird nur halbwegs bedeckt. Da muss man sich schon was einfallen lassen. In dieser Situation sind Netzwerke sehr wichtig und für die freie Szene arbeitet im Ruhrgebiet seit langem die "Off-Szene Ruhr", ein Zusammenschluss von Kulturzentren, -initiativen, Einzelkünstlern, Projektgruppen u.ä.. Am 10.-11. September organisierte die Off-Szene-Ruhr den Off-Market im Ringlokschuppen Mülheim, ein Projekt- und Ideenmarkt zur regionalen Kulturförderung. Vorgestellt wurden Kulturprojekte aller Sparten und in allen Entwicklungsstadien. Die Tage wurden beherrscht von den Themen Förderinstitutionen, öffentliche Geldgeber, Projektqualifizierung, Fonds und Existenzgründerberatungen. Im kulturellen Rahmenprogramm thematisierten dazu fünf regionale Künstler und Gruppen (u.a. "Ristorante Immortale") ihre Wege der Geldbeschaffung sehr anschaulich und unterhaltsam. Solche Treffen vermitteln Kontakte, Inspirationen und helfen bei der Vermeidung von Fehlern. So muss nicht mehr jeder allein für sich ackern.

     Kontor für Kunst und KulturVor drei Jahren haben sich fünf große soziokulturelle Zentren des Ruhrgebiets auch etwas einfallen lassen, nämlich die "Ruhr Revue", in der die lokalen Comedy- und Kabarettgrößen (Missfits, Herbert Knebel, Popette Betancor, Petra Afonin, Heinz-Peter Lengkeit und Andreas Kunze) in einem Stück rund um eine Bude (für nicht-Ruhrgebietler: Trinkhalle, Kiosk, die Nervenzentren des Reviers) auf der Bühne eines Zeltes auftraten, das in fünf Städten aufgeschlagen wurde. Weil die "Ruhr Revue" damals ein großer Erfolg wurde, heißt es Ende Januar nächsten Jahres "gezz nomma!!!". Das Stück geht in die nächste Runde, wobei das Zelt dieses Mal in einer Stadt (Mülheim) stehen bleibt und Andreas Kunze den Schlüssel zur Bude an Hilmi Sözer weitergibt. Die Fans werden der "Ruhr Revue" aber sicherlich die Treue halten.

    Auf eine Mischung der besonderen Art setzt die Gelsenkirchener "Kaue" mit ihrem Festival "Belcanto - Zwischen Traum und Trallafitti" in diesem Herbst. "Die Idee für unser Festival entwickelte sich aus der Frage, aus welchem Bereich in den kommenden Jahren die entscheidenden Impulse auf die deutsche Kleinkunstszene ausgehen werden.", erklären die Veranstalter. Sie sehen eine Renaissance des Liedes, des gesungenen Textes voraus und finden noch ungeborgenens Potential in den "Gemälden des Lebens in drei Minuten". Diese Meinung teilen sicherlich nicht viele Veranstalter, wenn man bedenkt, wie schwer es Chanson- oder Liederabende außerhalb der Chanson-Hochburg Berlin haben. Die Gelsenkirchener haben zur Untermauerung ihrer Überzeugung ein beachtliches Programm zusammengestellt, das so seltene Blumen wie Hanna Schygulla ins Revier bringt, alte Bekannte wie Reinhard Mey oder Romy Haag, aber auch modernes Liedgut mit Queen Bee und Ganz schön feist. Wunderschön ist auch die Paarung der Männerchöre, bzw. so ähnlich: Knappenchor Consolidation und 6-Zylinder. Keine Frage, die Kaue lotet das weite Feld des Gesanges in allen seinen Winkeln aus. (das komplette Programm unter: www.kaue.de)

     

    Kurz notiert:

    Noch ein Festival: "Watt'n Hallas" in Dortmund wird nun schon zum achten Mal vom Fritz-Henßler-Haus gestemmt und bringt in diesem November neben alten Bekannten und etablierten Namen auch ein paar neue bis schräge Acts wie Emmi und Herr Willnowsky, Cordula Stratmann, Podewitz, Stefan Bauer und Achim Knorr.


    KURZE BÜHNE in der Pelmke

    Mein Lieblingsthema: offene Bühnen. Das Kulturzentrum Pelmke in Hagen hat die "Kurze Bühne" ins Leben gerufen, bei der jetzt jeder die Möglichkeit hat, den Sprung auf die Bretter zu wagen. Nach dem Motto: produzieren statt konsumieren ist dort Raum für Kleinkunst von Kabarett und Comedy bis Artistik und Rezitation. Alle drei Monate gibt es sogar einen Publikumspreis namens Wanda für den oder die Beste/n. (Tel.: 02331-336967)

    Das Duo Diagonal macht schräge Komik und sammelt schräge Preise und Festivals. Der Oktober hat es für die zwei aus Bochum in sich. Erst geht's nach Bozen, denn dort sind sie mit ihrer Mime Comedy nominiert für den 1. Europäischen Kleinkunstpreis und Ende Oktober machen sie sich auf ins Land der Stäbchen nach Japan zum Daidogei-Festival (die lustigen Menschen, die auch immer auf der Freiburger Börse sind).


    Angetroffen:

    Die meisten Künstler gehen beim Bekanntwerden den Weg des endlosen Tingelns über erst alle lokalen, dann regionalen und schließlich die nationalen Bühnen. Dann gibt es aber ganz selten auch Leute, die nimmt man erst wahr, wenn sie schon drei Programme, eine Agentur und zwei CDs am Start haben. So ein Mensch ist der Kabarettist Kai Magnus Sting aus Duisburg. Ach ja, Preise hat er auch schon einige auf dem Kaminsims. Mit vierzehn (vor zehn Jahren) begegnete er HD Hüsch bei einer Weihnachtssendung im WDR, wusste seitdem, daß er auch "so etwas" machen wollte und knapp sechs Jahre später schrieb HDH das Grußwort für KMSs erste CD "Alles nette Leute". Auch eine gemeinsame Produktion wurde bei Roof Music realisiert. HDH nennt seinen Kollegen den "Duisburger Eulenspiegel. Einen Bruder Lustig im Geiste." Schönes Lob und sehr passend, denn Sting gehört nicht zu den aufgeregten Bühnenmenschen, sondern eher zu den freundlich gewitzten. Er findet auch jede Menge, über das es sich aufzuregen oder Gedanken zu machen lohnt, aber er treibt damit lieber seinen Spott, als aus der Haut zu fahren. Neben seinen Soloprogrammen ist er außerdem regelmäßig Gastgeber bei "Sting trifft..." im Hundertmeister (www.hundertmeister.de), wo er auf Künstlerkollegen, wie Wendelin Haverkamp, Helmut Ruge oder Jochen Malmsheimer trifft. Obwohl er aus dem Ruhrgebiet kommt, war das eine der ersten Gelegenheiten, hier auf ihn aufmerksam zu werden. Komische Karriere, oder? Aber lustig ist er trotzdem.

    Redaktion: Wiebke Doktor

    AdNr:1047t   

    2002-12-15 | Nr. 37 |





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