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    Zauberei aus dem Alltag heraus

    Ken Bardowicks in der Schlossgalerie Brühl

    Dies vorneweg: Mancher Leser wird sich fragen, warum an dieser Stelle ein Vertreter des magischen Gewerbes behandelt wird, obwohl es doch in Trottoir eine eigens für diese Spezies reservierte Rubrik gibt. Die Antwort auf diese Frage beschreibt gleich eine spezielle Qualität des hier vorzustellenden Artisten: Ken Bardowicks zaubert, und das nicht zu knapp, aber sein Programm erschöpft sich nicht in einer Aneinanderreihung von Tricks (was für sich allein auch nicht abendfüllend wäre). Die einzelnen Kunststücke sind in eine kabarettistische Performance integriert, welche die Vorgehensweise und Argumentation der gängigen Success-Trainer persifliert. Es ist gerade diese Mischung von Magie und Stand-up-Comedy, die den Reiz der „Defekten Effekte“ (Programmtitel) ausmacht. In dieser Hinsicht ist es auch ein Gegenentwurf zur traditionellen Zauberkunst alter Schule: Kein Tusch, kein Zylinder, wenig Lichteffekte. Die Zauberei wird ohne viel Brimborium aus der lockeren Plauderei heraus entwickelt. Häufig fehlt der Zeigegestus ganz, die magischen Effekte treten unvermittelt aus der Situation hervor und haben oft die Funktion von eingestreuten Gags.

    In gewisser Hinsicht ist dies ein Programm für Leute, die glauben, schon alle Tricks zu kennen. Es wird mit den altbekannten Requisiten gearbeitet. Seile, Tücher und Spielkarten kommen mannigfach zum Einsatz; nur die Kaninchen und Tauben mussten gelben Quietscheentchen weichen. Immer wieder glaubt das Publikum, die Kniffe und Winkelzüge des smarten jungen Mannes durchschaut zu haben, und Bardowicks Kommentare unterstützen diesen Eindruck. Dann aber setzt der Magier noch eins drauf, und zum Schluss stellt sich doch wieder schrankenloses Staunen ein. Einen besonderen Eindruck hinterlassen Bardowicks Verkörperung eines Zauber-Roboters, die den mechanistischen Charakter gängiger Varietézauberei parodiert, sowie eine surreal anmutende Einlage, bei welcher der Magier von einer rot behandschuhten Hand umschwärmt wird, die aus einer Einkaufstüte herausragt. Summa Summarum: Das Einzige, was man gegen dieses Programm einwenden kann, ist, dass es seinem Titel nicht gerecht wird. Diese Effekte sind alles andere als defekt.

     

     

    2004-12-15 | Nr. 45 |





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