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    „20 Jahre sind genug“


    Das Impuls-Festival in Dornbirn stellte kulturelle Weichen

    Das Straßentheater-Festival „Impuls“ in Dornbirn fand in diesem Jahr zum letzten Mal statt. Seit dem Beginn im Jahr 1988 hatte Willi Pramstaller es organisiert – aus Liebe zum Theater im öffentlichen Raum und mit dem Wunsch, durch ein offenes Festival ohne Eintritt auch Menschen mit wenig Einkommen oder wenig Kulturwissen für das Spiel auf der Straße zu begeistern.

    Der Grund für den Schlussstrich ist ebenso banal wie deprimierend: „Leider haben die Verantwortlichen in den Kulturstellen der Stadt und des Bundes bis heute nicht verstanden, dass es für unsere auseinander-driftende Gesellschaft von großer Bedeutung ist, gemeinsame Angebote zu machen – sich zu treffen und miteinander durch kulturelle Projekte zum Nachdenken und Diskutieren angeregt zu werden. Oder einfach auch unterhalten zu werden und einige gemeinsame positive Stunden zu verbringen, unabhängig vom Geldbeutel oder vom Bildungsgrad“, so Pramstaller im TROTTOIR-Gespräch.

    „Die Zuschüsse zum Festival sind in den letzten Jahren ständig gekürzt worden und mit einem Betrag von 70.000 Euro lässt sich ein solches Projekt in Zukunft nicht mehr stemmen“.

    Doch Pramstaller lebt mit dem Theater, und seine Motivation, Kulturprojekte ohne Ansehen des sozialen Status für alle zu organisieren, ist geblieben.

    „Wer glaubt, dass sich Kultur nur als Luxusware versteht, begeht einen großen Fehler. In Deutschland diskutiert man derzeit über ein Staatsziel Kultur – gleichberechtigt neben Wirtschaft, Arbeit und Sozialem. Weder die Medien von TV bis Internet noch die Zuspitzung auf wenige kulturelle Großprojekte, mit denen eine Region als Kultur-Leuchtturm strahlen will, können die Mehrheit der Menschen erreichen, die weder in ein Theater gehen noch sich eine Einrittskarte leisten können.“

    Willi Pramstaller überlegt daher, wie auf einer wirtschaftlich gesicherten Basis kulturelle Projekte auch in Zukunft ermöglicht werden können, selbst wenn das Festival Impuls nach 20 aufwendigen Inszenierungen nun ein Stück Kulturgeschichte der Region ist.

    Sein Freund und Weggefährte Hansi Ruile aus Augsburg, Leiter des Kulturhauses Kresslesmühle und Träger des Kulturpreises 2006 der „Kulturpolitischen Gesellschaft“ Deutschlands, sprach denn in seiner Rede zur Eröffnung des letzten Festivals 2008 das aus, was alle bewegte: „DANKE Willi im Namen aller Künstler, Helfer und Theaterfans von Impuls! Du hast eine hervorragende Arbeit geleistet für eine ganze Theatergeneration hier in Dornbirn.“

     

     

     

    2008-09-15 | Nr. 60 |





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