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    „Sonido“

     

    ... betitelte das GOP Varieté in Essen sein diesjähriges Sommerprogramm. Finn Martin war nicht nur Multi-Instrumentalist und Komponist. Mit seiner Musik, die sich zwischen melodiösem Jazz, dezentem Pop und eingängigen orientalischen Modulationen bewegte, zog er als Solist das Publikum in seinen Bann. Als musikalischer Begleiter fungierte der Jazz-Pianist Clemens T. Orth, der die akrobatischen Darbietungen auf sehr sensible Weise untermalte. Der gambische Cora-Spieler Aziz Kuoyateh führte mit Liedern, Gedichten und Musik auf seinem afrikanischen Saiteninstrument durch die Show. Lyrik, Percussion-Rhythmen, Saxofon-, Klavier- und Keyboardklänge der drei Musiker verschmolzen so mit der Artistik zu einem einzigartigen Seh- und Hörerlebnis. Die beiden Artisten vom Duo Dinh Anh haben eine perfekten Partnerakrobatik entwickelt und wurden mehrfach mit internationalen Preisen ausgezeichnet. Getragen von zarter Musik erzählten sie mit ihrer raumgreifenden, tänzerischen Hand-auf-Hand-Akrobatik eine poetische Liebesgeschichte. In ihren fantasievollen Kostümen inszenierten Imagine That (Slava Vonyatytski aus der Ukraine und Alexey Menshchikov aus Russland) ein geheimnisvolles Theaterspiel aus Pantomime und Artistik. Mikhail Usov stand als Solist und im Duo mit seiner Frau Ljudmila Nekrasova auf der Bühne. Er berührte mit dem kindlichem Charme eines mal vorwitzigen, mal schüchternen Clowns und mit seinen unwiderstehlichen Kulleraugen. Einmalig seine Jonglage mit Ping-Pong-Bällen, die er auf Blechtöpfen tanzen lässt. Petra Lange hat einen ganz eigenen, expressiven Stil am Vertikalseil entwickelt. Mit kraftvoller Eleganz wand sich die Luftakrobatin durch Knoten und Schlaufen und fiel endlos tief, um sich kurz vor dem Boden selbst wieder aufzufangen. Der 20-jährige Maxim Popazov aus einer traditionellen russischen Zirkusfamilie bewies sein virtuoses Können in einer wunderschönen, poetischen Darbietung. Schwierigste Figuren der Handstand-Equilibristik flossen in tänzerischen Bewegungen und zu passender Musik ineinander über. Pavel Roujilo zelebrierte eine rasante Balljonglage. Die Neuentdeckung aus Russland jonglierte mit bis zu neun Bällen gleichzeitig und verblüffte mit einer ausdruckskräftigen Tempoballjonglage. Der fünffache französische Meister im Kunstradfahren, Serge Huercio, drehte still und leise seine Runden auf der Bühne, natürlich nicht einfach im Sattel sitzend, sondern verschmitzt lächelnd turnte er auf seinem Vehikel hindurch, fuhr vorwärts und rückwärts, stehend und liegend, wie es beliebte. Zum Schluss verabschiedete sich die Truppe von „Sonido“ von einem applausfreudigen Publikum.

    „Voom“ hieß es im Apollo Varieté Düsseldorf, welches mit Artistik der Spitzenklasse aufwartete. Die Mikos Clowns sorgten in ihren Reprisen für heiteres Schmunzeln, laute Lachsalven und poetisch Nachdenkliches. Dany Lary zog es hoch hinauf mit seinem aus Brettern und Rollen gebauten, wackeligen Turm. Balance und akrobatische Vielseitigkeit steckten in der rasanten Rola-Rola-Darbietung. Nathalie Enterline entführte mit ihrem akrobatischen Tanz und den diversen tanztechnischen Kapriolen in die Welt der großen Revuen. Luftrakrobatik vom Feinsten erwartete den Zuschauer mit dem Duo Nostalgia, die verschiedenste Figurationen in die Luft zauberten. Viktor Voitko hinterließ mit seinen magischen Manipulationen ratloses Staunen und verblüffte mit seinen Kunststücken. Das Ballett A 6 (sechs junge Damen) bestach durch klassisches Tanztheater im Spiegelformat mittels einer ausdrucksstarken Choreografie. Oleg Izossimovs exzellente Handstandequilibristik vereinte körperliche Kraft, Anmut und Grazie zu einer poetischen Träumerei der Körperkultur. Im großen Finale verabschiedeten sich alle Künstler von einem begeisterten Publikum.

    Die „Nachtschwärmer“ zogen im Varieté et cetera in Bochum aus. Bert Callenbach moderierte den Varietéabend und hatte so manches Chanson im Gepäck. Katrina bewegte sich spinnenartig vorwärts in ihrer unglaublichen Kontorsions-Darbietung. Auch am Trapez bewies sie, dass ihr Körper voller Bewegung steckt. Virgin zeichnete für die Comedy an diesem Abend verantwortlich und entlockte dem Publikum mit ihrer schrillen, rosaroten Art die Lacher. Partnerakrobatik vom Feinsten, kraftvoll und elegant bot das Duo equi-libre. Die beiden verstanden es, immer wieder neue Körperelemente zu schaffen. Mit spielerischer Leichtigkeit tanzte Massimiliano Sblattero auf dem Drahtseil und übersprang dabei sämtliche Hindernisse. Hoch oben am Zelthimmel schwebte Dorice Arsenopoulou am Vertikaltuch, die sich mit außergewöhnlichen Fallern und Hängen dem Boden näherte. Das Duo Double Face faszinierte mit einer fantastischen Diabolojonglage, bevor sich alle Artisten im Finale verabschiedeten.

    „Otto und die Strolche“ gastierten im GOP Varieté in Hannover. Otto Kuhnle konferierte locker, flockig und mit schrägem Humor die Künstlerbande an. Karl 3 D entpuppte sich als pfiffiger Diabolojongleur mit flotten Sprüchen, innovativen Tricks und coolen Sounds. In eine malerische Unterwasserwelt entführte das Duo Diving die Zuschauer mit ihrer Hand-auf-Hand-Artistik voller Geschmeidigkeit und Leichtigkeit. Starbugs (drei Herren) verwandelten die Bühne in einen Breakdance-Kessel mit akrobatischen Einlagen. Nestor Hato begeisterte mit seiner unglaublichen Fingerfertigkeit und seinen Kartenkunststücken. Aaron Walker schlug über den Köpfen des Publikums seine Kapriolen am Vertikalseil mittels geballter Kraft, purer Körperbeherrschung und einer spektakulären Choreografie. Wang Shan beherrschte die Kunst der Antipodenspiele mit Schirmen und Tüchern auf höchstem Niveau. Im großen Finale hieß es dann Abschied nehmen von den „Artistenstrolchen“.

    „Traumtänzer“ fanden sich im GOP Varieté Bad Oeynhausen ein. Herr Nils zeigte auf, welchen Tücken man im alltäglichen Leben als Comedian und Moderator begegnen kann. Das Duo Ouro (Marta Chaves & Rosiris Garrido) vollführte mit tänzerischer Leichtigkeit poetische Träumereien am Luftring. Sich durch eine enge Röhre zu bewegen hatte sich Klischnigg-Artist Andrey Romanovsky vorgenommen und beeindruckte damit, wie eng der menschliche Körper sich zusammenfalten lässt. Ringjonglage und Kreiselperformance waren die Elemente von Jochen Schell, um die Zuschauer mit außergewöhnlichen Kunstobjekten zu beeindrucken. Hand-auf-Hand-Artistik, kraftvoll dargeboten mit vielfältigen Flug- und Schwebelementen, zeigte die Gruppe Crazy Flight (Sergey Sakun, Andrey Poslustnyy, Dmytro Zemlyanyy & Ihor Kozhyn). Inszeniert mit dramatischer Musik setzte sich Ernest Palchykov in Szene und präsentierte eine exzellente Handstandakrobatik. Yulia Fadeeva kombinierte Kontorsion und Equilibristik miteinander zu einer rhythmischen Mischung in Sachen Körperkunst. Zum grande Finale ließen alle Künstler nochmals einen Teil ihres Könnens Revue passieren.

    Redaktion: Hartmut Höltgen-Calvero

    2006-09-15 | Nr. 52 | Weitere Artikel von: Hartmut Höltgen-Calvero





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