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    Kritik in Kürze

    Die Halbwertzeiten von Kabarettistinnen sind ja immer noch deprimierend. Schön also, wenn es doch immer wieder neue Gesichter gibt. Eine regionale Pflanze ist die in Aschaffenburg wohnende Rena Schwarz. Wenn man das Programm der jungen Frau ansieht, dann fragt man sich: Was kannse eigentlich nicht? Sich Ausprobieren ist aber gerade eine der Tugenden dieser Bühnendarstellerin, bei der das Wort "apart" voll angebracht ist. Das aktuelle Eigenprodukt von Rena Schwarz ist ihr Solo "Ich bin von Kopf bis Fuß auf Marlene eingestellt". In dieser "Rena-karnation" plaudert bei steigendem Alkoholkonsum eine Marlene-Kopie von ihrem Job als Handtaschen-Dietrich. Klamauk, Volkstheater und klassische Satire pur! Frau Schwarz ist einfach eine Entertainerin. Der Aschaffenburger Hofgarten griff gleich zu. Mit Markus Dehmel zeichnet sich das eine Nachwuchsschmiede mit Hang zum kabarettistischen Showbizz ab.

    Bajuwarisches Power-Kabarett legten im Mainzer unterhaus Die neuen Wilden hin. Unter diesem Decknamen gastierte das durch Pech zum Trio geschrumpfte Ensemble Luise Kinseher, Michi Altinger und Helmut Schleich. Während die Herren in bekannter Manier ihre Vorschlaghammer-Grotesken breitest auf der Bühne herunterkalauerten nahm sich Luise Kinseher eher Zeit für ihre Geschichten von Frauen als Leichendarstellerinnen und Trenchcoat-Omas. Überhaupt ist der Münchenerin (weltbeste Hannelore-Elsener-Imitatorin!) und ihren Fans zu wünschen, dass ihr darstellerisches Können nicht nur in Sketschen wie beim BR verpulvert wird. Mit voller Inbrunst verkünden wir nämlich: A Star is born! Luise, unbedingt eigenwillig bleiben wie bisher und weiter machen!

    Auf den Spuren eines Hader, Poier und Dorfer hat sich klammheimlich Günther Paal alias Gunkel in die deutsche Kleinkunstzsene eingeschmuggelt. Physik, Philosophie und Paarkunde in extrem komischer Ausarbeitung! Paal steht rum und erzählt vom Hundersten ins Tausendste kommen Geschichten vom Universum und dem ganzen Rest. "Ich lass mich gehen- Ein Abschied" ist kabarettistische Hirnakrobatik zum Niederknien!

    Die politische Gesamtlage konnte der Erstaufführung von Reiner Kröhnerts neuen Programm nicht am Zeug flicken. In der Frankfurter KÄS ging eine Woche nach der New Yorker Katastrophe "Sieben gegen Schröder" über die Bühne. Autor und Regisseur Wolfgang Marschall hat sich zusammen mit seinem Meisterparodisten eine aberwitzige Verschwörungsgeschichte eine CDU-Siebener-Bande gegen den als Beelzebub verschrienen Kanzler ausgedacht. Das ist dramaturgisch stimmig in jeder Dialogverästelung und lässt die Stimmbänder wie das gestische Potential von Kröhnert zu Hochform auflaufen. Komisch allerdings, dass offensichtlich Typen wie Boris Becker, Rita Süßmut und Nobbi Blüm ein anhaltenderes Satirepotential zu besitzen scheinen als die aktuelle SPD-Garde.

    Redaktion: Kathrin Schwedler


    2001-12-15 | Nr. 33 | Weitere Artikel von: Kathrin Schwedler





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