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    Kritik: Fesche Braut und uralter Staatsschauspieler


    Für ihr Jubiläumsprogramm „10 Jahre LaLeLu“ wurden sie in der ganzen Republik bejubelt. Nun feierten sie mit „Nimm mich – Die Hochzeitsshow“ in Alma Hoppes Lustspielhaus eine gelungene Premiere. Die Jungs und das Mädel von LaLeLu haben’s eben drauf. Die besonderen Qualitäten der Hamburger A-cappella-Gruppe berücksichtigte Mitglied Sören Sieg, als er mit Eigenkompositionen und frechen Neuinterpretationen zwischen Klassik und Reggae die wohl erste Oper dieser Art schrieb: Ohne Bühnenbild und selbstredend ohne Orchester, sich ganz auf Stimmstärke, schauspielerische Gaben und Charme der vier Akteure verlassend, erzählt „Nimm mich“ schnörkellos die Geschichte einer feschen Braut (Sonja Wilts, Sopran), die sich zwischen einem unscheinbaren Kellner (Sieg, Tenor), einem Testosteron-gesteuerten Fahrlehrer (Tobias Hanf, Bass) und einem hanseatischen Erben (Jan Melzer, Bariton) entscheiden soll. Frivoler Witz, musikalische Klasse und das Plädoyer für echtes Gefühl machen diesen Opernabend zum Spaß von Format.

    Mit Auftritten bei den informellen Tresenshows des „Schmidt“ startete er 1990 seine Karriere – nun kehrt er als uralter Staatsschauspieler mit langen weißen Haaren an die Ursprünge seines Erfolges zurück: Tim Fischer, längst berühmt-berüchtigter Chansonnier (Programme u. a. „Walzerdelirium“, „Regen“), spielt nach 2004 noch einmal die Solo-Titelrolle in Georg Kreislers Musiktheaterstück „Adam Schaf hat Angst“. Kreisler (84), die österreichisch-jüdische Kabarettlegende, inszenierte sein Werk, unzufrieden mit der Uraufführung durch Werner Schroeter am Berliner Ensemble, nunmehr selbst. Es wurde bei Publikum und Presse zum Riesenerfolg: Fischer, spürbar gereift, gibt alles bei dem Lebensrückblick eines Künstlers, dessen Generation nach dem Krieg den Aufbruch gewollt, doch nicht wirklich herbeigeführt hat. Verjüngt in ein Kostüm nach dem anderen schlüpfend, singt er dabei schöne, böse, satirische, komische und traurige Lieder wie „Gelsenkirchen“, „Meine Freiheit, deine Freiheit“, „Oper“, „Burg und Josefstadt“ (am Flügel: Rüdiger Mühleisen). Der Abend, der auch wie ein Vermächtnis einer ganzen, reichen Kabarett-Tradition wirkt, endet betont kämpferisch: „Es hat keinen Sinn mehr, Lieder zu machen, statt die Verantwortlichen niederzumachen.“ (3. bis 28. Januar)

    Redaktion: Ulrike Cordes

    2006-12-15 | Nr. 53 |





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