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    Neues aus dem „Guckkasten“

    Harald Schmidt – Mitglied des Stuttgarter Staatstheaters – spielt im Schauspielhaus weiterhin in halbsatirischen Stücken mit. Diesmal ist das Werk nicht von ihm, sondern von René Pollesch mit dem einfachen Titel „Wenn die Schauspieler mal einen freien Abend haben wollen, übernimmt Henley Lamarr“! Schmidt hat sich endgültig als Ensemblemitglied etabliert, auf einer Ebene mit Hanna Scheibe, Christian Brey, Silja Bächli, Florian von Manteuffel und Lilly Maria Tschörtner. Pollesch hat selbst wieder Regie geführt; die bunten, ausgeflippten Requisiten seiner Vorgängerproduktionen fehlen, das anarchische Schreien ist arg reduziert worden, was dem Stück und den Stimmen der Schauspieler guttut. Die Bühne, sonst immer zwischen den Sitzen aufgebaut, ist der Guckkastenbühne gewichen, die zwei durchsichtige Stockwerke zeigt. Anfang und Ende der Vorstellung bestehen aus einer wuselnden Türenkomik. Hohes Sprechtempo, absurde Texte. Die Botschaft ist wie immer schwerer zu entschlüsseln, auch wenn ein klarer gesellschaftskritischer Tenor wie bei allen Pollesch-Stücken zu erkennen ist.

    Frl. Wommy WonderAusgefallen auch die moderne Produktion des „Glasperlenspiels“ im Theater im Depot, ein atemberaubendes Familiendrama, mit ausgefallener Bühne, kuriosen Requisiten und sparsamer Musik inszeniert.

    Im Theaterhaus am Vormaiabend spielte wieder einmal Erika Stucky, die Schweizerin, die im Kalifornien der Sechziger-Siebziger aufgewachsen ist und später von ihren Eltern in die Schweiz zwangsumgesiedelt wurde. Eine humorvolle Performance; Bühne, Boden und Heizungen, einfach alles, auf dem man herumtrommeln kann, dient ihr als Percussion-Instrument. Zwei Musiker an Alphörnern und anderen Instrumenten begleiten ihre ausgeflippten Auftritte kongenial. Vom Alpenlied zu Hendrix, von einer Vokalorgie zu „I put a spell on you“. Und diesen Zauber überträgt sie wie eine moderne Hexe auf das Publikum, bis sie mit lang anhaltenden Standing Ovations verabschiedet wird.

    Und das internationale Theaterhausensemble hat sich mit der Inszenierung von „Wer hat Angst vor Virginia Wolf“ wieder selbst übertroffen. Der Reigen aus Boshaftigkeit und Liebe, Verzweiflung und Ausbruch mit Günther Brombacher und Co. wird wohl wieder jahrelang in diesem Haus zu sehen sein.

    Seit zwanzig Jahren stehen die Fantastischen Vier aus Stuttgart auf der Bühne, sie feierten das Ereignis mit einem Open-Air-Konzert vor 50.000 Zuschauern. Auch Gast Christoph Sonntag durfte in dem Programm auftreten, und kam damit dem Comedy-Zuschauer-Rekord aus Berlin sehr nahe. Er hat sein neues Programm auf eine Doppel-CD gepresst, die unter dem Titel „Drin ist was drauf steht“ im Handel erhältlich ist.

    In der Kleinkunstbühne Rosenau, die immer noch um eine Förderung durch die Stadt Stuttgart kämpft, geht der Betrieb weiter. Die einzige Bühne in Stuttgart, die sich mit einer OPEN-STAGE-Bühne und einem Poetry-Slam intensiv um den Nachwuchs kümmert, scheint kurz vor dem Ziel der institutionellen Förderung zu sein, wenn sie nicht durch die Folgen der Krise ausgebremst wird. Nun ja, man braucht ja die kleinen Milliardenbeträge für „Stuttgart 21“. Außerdem spielen hier viele neue Gruppen aus der ganzen Republik, die dem Comedy-Kabarettbereich zuzuordnen sind und vor Ort einen ersten Einstieg in den Süden finden. Neu sind die „Flower Power Tanzabende“ mit DJ Johannes B., in dieser Form mit sachkundigen satirischen Ansagen ein einmaliges Event in der Republik.

    Die Rosenau ist außerdem beim Stuttgarter Kabarettfestival, das auch in diesem Frühjahr über die Bühne ging, zusammen mit dem Renitenztheater, dem Laboratorium, dem Merlin und dem Theaterhaus ein Motor für eine etwas andere Kultur. Jochen Malmsheimer mit einer Premiere von „Flieg Fisch, lies und gesunde! oder: Glück, wo ist Dein Stachel?!“, Kling & Heinrich mit „Anarchie und Leidenschaft“ und Sebastian Krämer standen auf der Rosenau-Bühne.

    Im Renitenztheater spielte Frl. Wommy Wonder sein silbernes Jubiläumsprogramm. Diese Bühne ist neben renommierten Gastspielen auch für andere Lokalmatadore wie Tina Häussermann, Martin Theuer, Werner Kocwara, Ernst Mantel und Fabian Schläper eine feste Adresse.

    Das Kabarett der Galgenstricke in Esslingen erlebte einen Superabend zum 61. Jubiläum eines Ruhrpottlers im Schwabenexil. Thomas Felder, der schwäbische Dylan, verzichtete auf seine bekannten Schwabensongs, sang englisch und garnierte das Ganze dann doch mit einem Liebesgedicht in seiner Mundart. Erich Koslowski, einer der beiden Hausherren von den Galgenstricken, brachte einen Ausschnitt aus „Bettnäss-Wellness“, die Gruppe Second Sun, die in diesem Jahr ihr 33-jähriges Jubiläum feiert, absolvierte in kleiner Besetzung ihren ersten „unplugged“-Auftritt, Jörg Beirer sang heimatliche, satirische Songs, Klaus Jörder und Co. trugen ironische Schlager vor. Zum Abschluss einer der Höhepunkte: Frank Baier, Mr. Ruhrgebiet, das Urgestein der Ruhrszene, ehemals Beier-Westrupp, deutscher Schallplattenpreis mit der CD „1920“. Frank Baier sang „Über unser’n Kohlenpott“, Komposition Ralph McTell, der die Melodie von „Streets Of London“ verwendete. Baier bringt jetzt ein Buch mit Arbeiter- und Alltagsliedern heraus, zusammen mit Ex-Liederjahn Jochen Wiegandt. Wer noch unbekannte Lieder aus dem Pott kennt, kann sich an die beiden wenden. Im Rahmen der Kulturhauptstadt Essen und Partnerstädte 2010.

    45 Jahre nach dem Beginn der Festivals auf der Burg Waldeck gab es ein Jubiläumskonzert mit Kai Engelke, Black, Frank Baier, Walter Mossmann, der von Anfang an dabei war (Lesung), Manfred Maurenbrecher und Heinz Ratz, der auf seiner „Strom & Wasser“-Tour hier gastierte. Das von der AG Burg Waldeck organisierte Festival erinnerte an die Einheit von Natur und Kultur, die diese ersten deutschen Festivals in den sechziger Jahren geprägt hat.

    Redaktion: Bruno Schollenbruch

     Bernd Lafrenz 

    Stuttgart:

    Renitenztheater:

    10.10. Thomas Reis

    02.11.  Helmut Ruge

    04.11.  Bernd Kohlhepp

    09.11.  Bodo Wartke

    18.11. Helmut Schleich

    01.12. Tim Fischer

    10.12. Premiere: neues Hausprogramm

    Theaterhaus:

    19.10. Wiglaf Droste

    24.10. Christoph Sonntag

    06.11. Bruno Schollenbruch

    Rosenau:

    01.11. Poetry Slam Stuttgart

    08.11. Helge Thun

    11.11. Uli Keuler

    13.11. Jochen Malmsheimer

    16.11. BÜHNE – Open Stage IN DER ROSENAU präsentiert von Detlef Winterberg

    28.11. November Mathias Egersdörfer

    12.12. Lars Reichow

    18.12. Rolf Miller: STUTTGARTER PREMIERE !

    AdNr:1012 AdNr:1082 

    2009-09-15 | Nr. 64 | Weitere Artikel von: Bruno Schollenbruch





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