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    Shanghai Nights

    artbild_250_Shi_HeyuanDas Programm spielt mit dem Zauber Chinas zwischen gestern und heute und ist zu Gast in Roncalli´s Apollo Varieté.  Eine  atemberaubende  Zeitreise  in  das  Shanghai  der  1930er  und  1940er  Jahre  erzählt die    Geschichte    chinesischer    Weltklasseartistik. Mit asiatischem Flair und hohem artistischen Können wird traditionelle chinesische Artistik gemischt mit neuen akrobatischen Elementen. Außergewöhnlich die Vasenjonglage von Liu artbild_250_Liu_Wen_LongWen Long (Bild links), der mehrere schwere Va- sen auf sei- nem Kopf balancierte und mittels Wurf in sei- nem Nacken wieder auf- fängt. Die zierliche Kontorsionskünstlerin Shi Heynan (Bild oben) ließ erstaunliche Bilder mit ihrem Körper entstehen kombiniert mit einmaligen Handstand-elementen. Roberto Capello war der einzige nicht chinesische Artist der Truppe und legte mit seiner Dou Dou einen Pas des Deux der besonderen Art hin. Als schwankender Matrose trug er seine Angebetete auf Händen, im wahrsten Sinne des Wortes. Der chinesische Clown Tian Xue Bing versuchte sich als Koch und fabrizierte mit klassischen Reisschalen und einem Reisigbesen witzige Elemente. Ausgezeichnete Jonglagekunststücke vollführte Wang Hao mit einem der ältesten chinesischen Jonglierinstrumente dem Diabolo. Zwei, drei Diabolos hält er ständig in Bewegung und lässt sie durch die Lüfte kreisen. Chinesische Kampfkunst mit extravaganten akroba-tischen Einlagen bieten Liu Wenig Long und Xiang Xiao Jing. Immer wieder schlüpfen die Artisten in unterschiedliche Rollen. Ihre Vielseitigkeit zeigt sich in der Show, ob als Solo-Act mit einer Antipodenjonglage oder in der Gruppe, als famose Hutjongleure. Sie sind bewun-dernswerte Könner ihres Fachs. So spürt der Zuschauer förmlich die Aufhebung der Schwer- kraft und erlebt  akrobatische Wunder voller Poesie und optischen Überraschungen. Die einzigartige  Spielfreude  der  jungen  Künstler,  der Vertreter eines neuen China wird eingebettet in eine unterhaltsame Reise zwischen Gestern und Heute. Der Produzent dieser Show, Raoul Schoregge, der auch als Clown in dieser fungiert, formuliert es so: „Ein chinesischer Artist macht keinen Handstand. Ein chinesischer Artist ist der Handstand.“

     

    artbild_350_Match__MatthiasMatch (Bild), Satz und Sieg heißt es im GOP Varieté Essen. Dimitri Hatton betritt die Bühne mit einer Selbstsicherheit,  wie ein Schaf das Schlachthaus. Das wenige Selbst- vertrauen, was der gebürtige Fran- zose bis dahin hatte, verflüchtigt sich in diesem Moment schlagartig. Scheinbar mühelos, in innigen Bildern aus fließenden Bewegungen, erzählen Morgane Tisserand und Pierre-Antoine Chastang als Duo eMotion eine zeitlose Geschichte vom Halten und Getragenwerden. Ihre Sprache ist der Tanz, ihr Medium sind ihre Körper, ihr Zuhause ist der Raum in den Lüften. Schwerelose Anmut am Trapez und berührendes Ballett am Boden in einer emotionalen Intensität, mit Hula Hoop und Cyr. Im Januar 2014 gewannen sie zuletzt Silber beim 35. Cirque de Demain in Paris. Kraftvolle Luftakrobatik und geschmeidiger Gegenwartstanz verschmelzen miteinander, wenn der muskulöse Franzose Jérome Sordillon wie ein Wirbelwind durch den Saal fliegt, die Schwerkraft außer Kraft setzt und mit kunstvoller Körperbeherrschung kombiniert. Er gewann 2014 beim 35. Cirque de Demain in Paris die Bronzemedaille. Für Félix Pouliot scheint es ein oben oder unten am Vertical Pole nicht zu geben. Der durchtrainierte Kanadier bewegt sich mit traumwandlerischer Sicherheit über seine beiden Vertikalstangen, läuft, rollt, turnt oder zieht sich in die Höhe um uns im nächsten Moment in den aberwitzig- sten Variationen das Fallen zu lehren. Lässig, verblüffend und hochakrobatisch. Mathias Reymond und William Jutras, zwei junge Artisten aus der Schweiz und Kanada, faszinieren mit ihren „Ikarischen Spielen“. Dabei liegt der 27-jährige Schweizer auf dem Rücken und jongliert mit den Füßen den ein Jahr jüngeren Kollegen aus Kanada, der sich mit vollendeter Körperbeherrschung unter den Bewegungen seines Partners wenden, wirbeln und in die Höhe katapultieren lässt. Jung, dynamisch, sympathisch und unfassbar präzise.

    William Jutras hat zusätzlich nicht nur seine Hula Hoops, sondern zeigt neben den Ikarischen Spielen  auch zusammen mit Mathias Reymond eine weitere Darbietung: Seine anmutige Darbietung am Chinesischen Mast. Ursprünglich träumte Mathieu Cloutier einmal von einer Karriere als Hockey-Profi. Doch der junge Kanadier wurde ein Vollblutartist und verbindet in seinen beiden Darbietungen die rasante Dynamik des Cyr-Wheel mit den tänzerischen Be- wegungen des Diabolos. Er besuchte die Zirkusschule in Québec und war bereits zweimal als Special Guest bei der Talentshow "America's Got Talent" dabei. Außerdem war er in der Produktion „Traces“ der Seven Fingers zu bestaunen, die als weltweit tourende Show vor 900.000 Zuschauern begeisterte. Camille Tremblay, ist die jüngste Künstlerin bei dieser Truppe und  gewann 2012 beim Festival SOLyCIRCO auf Sylt gemeinsam mit ihrem Kollegen Louis-M. Bruneau die Silbermedaille in der Sparte Handstandakrobatik. Nicht nur eine außergewöhnliche Performance auf den Händen präsentiert die Artistin, sondern auch ihre beeindruckende Gelenkigkeit.

     

    Moderne Zeiten sind im Varieté et cetera in Bochum angebrochen. Die Kanadierin Santé Fortunato begann bereits in jungen Jahren eine professionelle Tanzkarriere in Vancouver. 2011 folgte dann ein Diplom der Nationalen Zirkusschule Montreal in Hula Hoop, Luftring und Kontorsion. Ihre Darbietungen sind gekennzeichnet von Dynamik in Verbindung mit tänzerischen Einlagen. Antonia Modersohn zeigt eine Darbietung am Chinesischen Mast. Dabei überzeugt sie mit klassischen Tricks und neuen Elementen. Mit ihrer natürlichen Art verleiht sie dem einstigen Männerrequisit eine ganz besondere Eleganz. Mit dem Drahtseil unter ihren Füßen und dem Rhythmus im Blut berührt Sarah Lindermayer mit Ihrer Tanzperformance auf dem Seil die Gemüter. So verbindet sie traumhafte Posen und Sprünge, und präsentiert eine einfache und doch in sich stimmige Darbietung auf dem Drahtseil. Gemeinsam verzaubern Antonia und Sarah in ihrer Duo-Darbietung am Vertikaltuch als das artbild_250_Duo_3_fachDuo 3fach.(Bild) Sie präsentieren ein Spiel zwischen unten und oben, von gefühlvollen Posen bis  hin zu atemberaubenden Abfallern, sowie schnellen Hand- und Fußwechseln. Das Duo 3fach absolvierte 2012 die staatliche Artistenschule Berlin und  wurde mit dieser Darbietung 2013 beim Soly Circo Festival mit dem Special Award " Technichal Achievment" ausgezeichnet. Anstelle von Pinseln oder Stiften malt Oleg Basanov mit einer Taschenlampe. Der junge Ukrainer entwickelte eine ausgefallene Technik des Malens, das sogenannte Lichtmalen. Er  lässt die Zuschauer voll und ganz in eine faszinierende Lichtwelt eintauchen. Dabei haben die leuchtenden Bilder des „Artworkers“ etwas von Magie. Eine Erleuchtung der besonderen Art. Im vergangenen Jahr begeisterte Oleg Basanov  auch die Jury der Fernsehsendung „Das Supertalent“ mit seiner beeindruckenden Lichtkunst und erhielt dafür vier Mal den grünen Buzzer. Der gebürtige Berliner Martin Mall hat eine Passion, auf der Bühne stehen und die Menschen begeistern. Neben der Moderation hegt er eine große Leidenschaft für die effektvolle Jonglage. So jongliert er u. a. mit den „Diabolo-Lights“, einem selbst-leuchtenden Requisit, und erschafft damit eindrucksvolle in die Luft geworfene Bilder, die ein visuelles Kunstwerk ergeben. Der Technik-Magier Jean Olivier (Bild) präsentiert mit seiner Drohne Lilli eine Neuheit im Showbusiness. Er und seine charmante Bühnenpartnerin 2.0 wurden mit Ihrem Showakt „Magic in the Air“ bei den deutschen Meisterschaften der Zauberkunst 2014 prämiert. Mit Tablet, Drohne uartbild_450_Jean_Oliviernd einigem mehr zeigt der Magier mit den französischen Wurzeln moderne und innova- tive Zauberkunst. High Tech kombiniert mit spannenden Zauber- effekten werden hier zu einem zauberhaften Entertainment. Schon als Junge erdachte oder kopierte der Franzose Fabien Kachev Geräusch-kulissen, zum Beispiel aus Filmen oder Serien. Es fing alles mit einem Fausthieb oder einer Ohrfeige an, die er in einem schwarz-weiß Western der 1970er-Jahre gesehen hatte. Und genau diese Faszination lebt er heute auf der Bühne. Er gestaltet Geräuschkulissen und erzählt mit Tönen und Gesten seine Geschichten. Dabei schnalzt er mit der Zunge, pfeift, pustet, gurgelt und summt, und übt die Technik des Kauderwelschs sowie des Grummelns aus. Er äußert hörbares und suggeriert dem Publikum eine imaginäre Kulisse, in der er als Protagonist durch seine Welten und Geschichten führt.

     

    Redaktion: Hartmut Höltgen-Calvero

    2015-10-01 | Nr. 88 | Weitere Artikel von: Hartmut Höltgen-Calvero





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