Wieder einmal ein Film, der als Theaterstück umgesetzt wurde. Die Älteren erinnern sich wohl noch an den „Hexer“ von Edgar Wallace aus dem Jahr 1964, ein Straßenfeger in der ARD mit einer Einschaltquote von fast 100%! Allerdings hat der Intendant Axel Preuß eine neue Bühnenfassung geschrieben, die Figuren wurden etwas modernisiert.
Alles beginnt mit einem Schrei, wobei auf dem transparenten Vorhang der Titel in großer, roter Schrift erscheint. Das Bühnenbild und die Lichteffekte erinnern an einen Schwarz-Weiß-Film.
Der Inhalt: Das Mündel des Hexers, Gwenda Milton, wurde ermordet in der Themse gefunden. Ihre Freundin Lizzy übernimmt ihre Stelle beim zwielichtigen Anwalt Messer, um selbst zu ermitteln. Ihr Freund Alan Higgs von Scotland Yard hält sich bedeckt, glaubt eher an einen Unfall. Der totgesagte Hexer, dessen Gesicht niemand kennt, lebt und will sich am Mörder rächen. Im Laufe des Stückes erwischt es den Anwalt Messer, der für den Tod verantwortlich ist.
Geschickt werden die kurzen Szenen miteinander verknüpft. Oft geschieht der Übergang nach einem kurzen Orgelspiel des Anwalts. Die Drehbühne passt gut zum Tempo des Stückes. Was anfangs noch verwirrend erscheint, wird im Laufe des Stückes klarer. Als der Hexer entlarvt und kurzzeitig verhaftet worden ist, gibt es eine turbulente Schluss-Szene, in der die Freundin des Hexers mit einer Schreckschusspistole scheinbar auf ihren Partner schießt. Dieser benutzt das Durcheinander und befreit sich, indem er aus der Rolle des Polizeiarztes in die des Bobby von Scotland Yard schlüpft.
Das Ganze wird flott gespielt, tolle Dialoge mit einem Schuss Humor. Das Publikum ist begeistert, rund achtmal muss das Ensemble beim Schlussapplaus auf die Bühne zurückkehren.
Das Ensemble: Jörg Pauly, Hannah Sophie Schad, Ralph Hönicke, Marc-Phillipp Kochendörfer, Paul Schaeffer, Bernadette Hug, Stefan Müller-Doriat, Gideon Rapp.
Regie: Eva Hosemann. Bühne: Stefan Koop. Dramaturgie: Lena Roth
Veranstaltungsort Altes Schauspielhaus, Kleine Königstraße 9, 70178 Stuttgart
Web: Programm Stuttgarter-Kriminächte
Redaktion: Bruno Schollenbruch