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    Varieté in Stuttgart und Backnang

    Im Stuttgarter Friedrichsbauvarieté bestimmten zaubernde Conferenciers den “roten Faden”, die Programmideen der letzten Shows, und hätte man es nicht gesehen, man würde nicht glauben, wie

    abwechslungreich und grundverschieden das sein kann. Detlef Simon alias Desimo zeichnete zusammen mit Knut Gminder sogar für die Gesamtkonzeption und Regie des Programms “Sommer- frische” verantwortlich, die Reihe der sonst von Bernhard Paul und Simon Kühr inszenierten Produktionen mit ganz frischen Farben und eigener Handschrift erfolgreich unterbrechend. Seine Künstler Sören Mielke (Diabolo), Sarah Schlüter (Sängerin), Rodolfo Reyes (Kopfstand- Equilibristik), Andrea Beck (Trapez), Tom Murphy (Slapstick-Clown) und das Duo Flash (Kaskadeure) schlüpften alle noch über ihre eigenen Nummern hinaus in die Rollen ganz bestimmter Urlauber-Typen, Strandpolizisten, Barkeeper usw. und schufen so, unterstützt durch einige Requisiten und treffende Schwarzweißdias, nostalgische Urlaubsatmosphäre und humorvolle Szenen der 50er und 60er Jahre, was so gut gelang, dass nicht nur diejenigen Zuschauer, die diese Zeit tatsächlich erlebten, großen Spaß daran hatten.

    Als Zauberer hielt sich Desimo in seiner eigenen Show im Vergleich zu früheren Stuttgarter Auftritten eher zurück. Sein holländischer Kollege und Namensvetter Philip Simon, ebenfalls zum zweiten Mal im Friedrichsbauvarieté engagiert, macht es in der derzeit laufenden Show “Hast du Töne” (noch bis zum 17.1.) ebenso. Seine Stärke liegt eindeutig in witzigen, dabei aber nie verletzenden Spielen mit dem Publikum und frechen Bemerkungen zum Fernsehprogramm und zur Politik. Wie bei seinem ersten Engagement versucht er in der Geburtsstadt der Waldorfschulen deren Schüler aus der Reserve zu locken, stößt aber auf keine bekennenden Waldorfschüler, wodurch seine spitzen Bemerkungen leider nur als ganz normale Gags einfach so stehen bleiben. Man sollte da einmal eine Aktion planen, um zu erfahren, was Philip Simon zu diesem Thema noch Witziges zu sagen hätte...

    Neben Philip Simon zieht sich der Tenor (und laut Programmheft auch Box-Champion im Mittelgewicht und Gesangsschüler von Kurt Moll!) Riccardo Mancini als Nebenfaden durch das gesamte Programm. Als lyrisch-dramatischer Tenor brilliert er natürlich mit Pavarotti-Imitationen, hat aber von Louis Armstrong bis Tom Jones noch viele andere Sänger-Kollegen anzubieten, ja, erfreut auch sehr, wenn er im Abgehen mit der Stimme des amtierenden Papstes die nächste Nummer ansagt, das Two Hands Theatre, ein Puppenspieler-Duo aus Bulgarien, das in zwei Auftritten, einmal sichtbar und einmal unsichtbar, schwarzes Theater und Spiel mit Figuren (insbesondere mit einem nur aus den Händen der Spieler und einem Tuch improvisierten Hahn) vom Feinsten bietet. Auch alle anderen Nummern sind vom Feinsten und rechtfertigen den Programmtitel “Hast du Töne”: Kris Kremo, der König der Jongleure, Yelena Larkina mit ihrem zusammen mit Valentin Gneushev entwickelten orientalischen Hula-Hoop-Spiel, Uno Lanka, der mit seinen Glasbalancen (Geige spielend oder nicht) den Zuschauern den Atem raubt, diesen aber selbst zum gleichzeitigen Flötenspiel dringend benötigt und ihn auch zur Verfügung hat, Eric Boo, der schlaksige Komiker und das Duo Passion aus der Ukraine mit kraftvoller Adagio-Equilibristik.

    “Hast du Töne” wurde wie das Vorgängerprogramm “...immer ein Vergnügen” von Simon Kühr, der verselbständigten “rechten Hand” von Bernhard Paul in Stuttgart, mit viel Phantasie und Einfühlungsvermögen in Szene gesetzt. Der zaubernde Conferencier bei “...immer ein Vergnügen” war Bert Rex mit neuen Reimen und neuen Gags. Weiter waren dabei die Collins Brüder (komisches Trapez und Illusions-Parodie), Elan (Pantomime und Comedy), Brigitte Scherrer (dreifaches Seil), Tuan Anh Le (Ball- und Hut-Jonglage), Konstantin (Rhönrad) und Iryna Pitsur (Hula-Hoop vereint mit Kontorsion).

    Ab 23. Januar dürfen sich die Friedrichsbau-Stammkunden (alle anderen Varietéliebhaber natürlich auch) auf das Jubiläumsprogramm “Non plus ultra” zum Zehnjährigen freuen. Als Conférencier ohne Worte wird René Bazinet angekündigt, ab 1.3. abgelöst von Johannes Warth. Mit Konrad Thurano wird der älteste noch auftretende Artist der Welt zusammen mit seinem Sohn John (ab 31.3. abgelöst von Bauchredner Frank Rossi) ebenso gratulieren wie Jean-Pierre Blanchard, ein weltweit anerkannter Künstler und Schnellmaler (in Öl !, ab 1.3. abgelöst durch Schattenspieler Danilsen). Das Duo Sorellas, eine rein männliche Trapezdarbietung, Elena Borodina mit ihrer von Valentin Gneuchev choreografierten Equilibristik “Silencio”, die Hand-auf-Hand-Akrobaten Olga & Dmitri sowie Jongleur Picaso jr. sind während der vollen Laufzeit des Programms bis 10.4.2004 zu sehen.

    Aus Backnang ist zu melden, dass mit dem Programm ChaPeau - ist nicht zu fassen auch die zweite, schon von ihrer Größe her eher der Kleinkunst gewidmete Spielstätte im Stiftshof 6 erfolgreich wiedereröffnet wurde. ChaPeau zeigte, assistiert vom Tübinger Figurentheater, seine Solo-Zaubershow, in der natürlich auch seine ganz spezielle Hut-Verwandlung nicht fehlen durfte, die er auch im Eröffnungsprogramm des größeren TraumZeit-Theaters im Januar dargeboten hatte (siehe Trottoir Nr. 39). Dieses Programm lief übrigens mit allen Mitwirkenden erneut im September in einer zweiten, ebenso erfolgreichen Staffel. Im Oktober durfte das vierköpfige Artistiktheater Mixtura unica aus Freiburg, das 2002 im nahen Waiblingen das Kleinkunstfestival der Agentur Pegasus gewonnen hatte (siehe Trottoir Nr. 38), sein abendfüllendes Programm “Varieté Fortuna” zeigen. Nach dem Programm “Varietäten” mit Werner Schaffrath, dem zaubernden Conferencier, Bauchredner und Taschendieb und vielen weiteren Artisten, wird im Dezember zum ersten Mal Prinzipal Michael Holderried in seinem eigenen TraumZeit-Theater auftreten. Er wird einige der vor kurzem erst zurückgekauften original Kalanag-Illusionen präsentieren, ein würdiger Abschluss des Kalanag-Jahres (100. Geburtstag und 40. Todestag)! Zauber-Kollege Juri Obrezkow übernimmt die Conférence, das Duo Akrosiv (Equilibristik), Samson Power (humorvolle Kraft-, Tanz- und Feuer-Show), Carlo Bogino (Teller-Jonglagen) und Odalisque (Hula-Hoop) steuern ihr artistisches Können bei.

    Redaktion: Manfred Hilsenbeck

    2003-12-15 | Nr. 41 | Weitere Artikel von: Manfred Hilsenbeck





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