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    Kritik: Die Wühlmäuse haben Frank Lüdecke ...

    Die Wühlmäuse haben Frank Lüdecke eingeladen. Mit großer Neugier wird der  Preisträger der „Salzburger Stiers“  zur Premiere erwartet. Das Theater umfasst etwa 350 Plätze. Auf der Bühne sieht man ein großformatiges Gerät und eine stilisierte Sitzgelegenheit. Per Fernbedienung läßt sich das Gerät mit sämtlichen Details und Strumpfhalterungen anschalten. Musik, das Telefon klingelt, Frank Lüdecke raucht zwei Züge als Geck oder Anfang eines Auftrittes. Neue Zigarette, er sagt es soll alles ausgesprochen werden, er erklärt das Wort „Philosophie“ für RTL-Zuschauer oder Fernseher. In loser Folge gibt es nun Erklärungen, Witze, Geschichten, wobei vieles nicht zu Ende geführt wird. Ist es Angst vor der Pointe oder der Anspruch des hoch gelobten feinen Witzes? Ich kann darüber schmunzeln, gelegentlich laut lachen. Für meine Nachbarn allerdings ist es wohl zu feinsinnig. Sie schlafen nach 25 Minuten ein. Auch in anderen Reihen sehe ich lange Gesichter. Muß  Kabarett auch unterhaltend sein?

     

    Der Bunte Abend kehrt zurück

    Ohne Rücksicht und Geheimratsecken intellektueller Intelligenz versuchen Otto Kuhnle & Roland Baisch im BKA-Luftschloß zu beweisen, daß unterhaltsames Kabarett auch ohne Kopf funktionieren kann. Dagegen scheint es einige Fans zu amüsieren, daß Scheiße durch den Raum fliegt, Handtücher in den Saal geworfen werden und ein Gummiband in der Nase des Protagonisten ein- und aus dem Mund herausgezogen wird. Über den doch schon etwas älteren Witz kann dann auch noch Jemand lachen: Der Patient muß sich erst ausziehen, da er dem Arzt nicht erklären kann, daß er nur die Gasrechnung bringt.

    Vom lauen Witz zur guten Unterhaltung ist es in Berlin Gott sei Dank nicht weit: Annette Berr. Das aktuelle Programm der bekannten Kreuzberger Chansonette ist deutlich ansprechender für ein breiteres Publikum geworden. Das neue Programm Máscará im BKA strotzt nach den vergangenen Regenjahren nur so vor Sonnenschein, eine gelungene Abwechslung im Bereich des Berliner Chansons. Ihre Fans sind alle zur Premiere erschienen. Annette Berr, die Autorin mehrere Bücher schrieb auch hier wieder mitten aus dem Leben. Musikalisch untermauert und unterstützt von Rainer Kirchmann sind ihre neuen Lieder eine Antwort auf das Leben einer echten Berlinerin.

    Auch der Shooting Star des Chansonfestes Berlin 1998 Isabel Tuengerthal hat bewiesen, daß Chanson in Berlin wieder frischen Aufwind erhalten hat. Die Premiere ihres neuen Programms „Lieder gegen die Schwerkraft“  im Grünen Salon der Volksbühne am 8.10.99 wurde im ausverkauftem Hause umjubelt. Wie Annette Berr schreibt sie ihre Lieder selbst. Wenn sie ihre eigenwilligen Texte herausschreit, kiekst oder auch aucht, wird sie auch schon mal gern mit Claire Waldorff verglichen. Zu den  atonalen Kompositionen von Antonio Palesano und Mario Ganzer singt sie Balladen mit einer hoch-tiefen Stimme, die scon etwas Absurdes, gar Dadaistisches an sich haben. Ihre freche, charmante und natürlich Ausstrahlung varriieren mit kindlicher Naivität und expressiver Verführungskunst und Sirenengesängen. Auch der Zuhörer kann an diesem Abend etwas Besonderes lernen. „Eraten Sie bitte folgendes deutsches Volkslied auf Japanisch“ kündigt  Isabell vor den vielen Zugaben an.

    Und wer nach den vielen Angeboten doch eher das traditionelle Cabarett der 20er Jahre vorzieht, kann die in Berlin an jeder Ecke klingenden Lieder von Tucholsky, Hollaender  und Ringelnatz mal bei H.D. Kühn , der literarischen Dame ausprobieren. Das Programm ist eher privat und scheint improviesiert. Das Ambiente im Französischen Hof ist  ebenso schön wie ein Nachtspaziergang über den nahe gelegenen Gendamenmarkt.

     
    1999-12-15 | Nr. 25 |





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