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    Mathias Richling - eine Anmerkung zu Corona

    artbild_richling_2084_RNun halten uns Corona und Bundesregierung - wie in vielen Ländern - schon seit Mitte März gefangen. Mir persönlich wurden, wie allen Kollegen, Vorstellungen abgesagt. Verschreckte Menschen verzichteten auf Kontakte. Aber ich habe, wie wenige, halt das Glück, dass ich seit Jahrzehnten Homeoffice mache: da schreibe ich meine Texte für die "Mathias-Richling-Show", die der SWR produziert. Und bin ich immer froh, wenn ich die Tür hinter mir zumachen kann. Aber zu sehen, wie Freunde und Bekannte und Kollegen verzweifelt und ratlos sind in dieser Zeit, ist auch persönlich sehr deprimierend.  

    Inzwischen sind die realen und geistigen Fußfesseln der Gesundheits-sorge zwar gelockert. Aber die Fesseln der Zukunft stehen ja unmittelbar bevor.
    Ich verwende keine Glaskugeln. Aber wir müssen nur eins und eins zusammen zählen, und dann können wir uns nur schwer vorstellen, dass bei diesem totalen Lockdown über Wochen - im Gegensatz zum Beispiel zu Schweden und asiatischen Ländern -, bei den vielen Pleiten und Insolvenzen von den zehn Millionen Kurzarbeitern in dieser Zeit danach auch nur die Hälfte wieder in ihre Arbeit zurückkehren kann. Und wir können uns gar nicht vorstellen, wie die bisher angehäuften Staatsschulden von 2 Billionen, die sich in den letzten zwei Monaten mit weiteren 2 Billionen bereits verdoppelt haben, abgetragen werden sollen. Das alles sind Fragen und keine Antworten.

    Dabei haben inzwischen sogar Menschen wie Schäuble, Kretschmer oder Maas eingesehen, dass diese Krise allumfassend ist für die Menschen in diesem Lande. Und zwar eben nicht nur gesundheitlich, sondern auch wirtschaftlich und psychisch.

    Aber jede kleine Infragestellung der Maßnahmen wurde allgemein sogleich gleich gesetzt mit einer Relativierung des Virus oder sogar der Unterstellung, man setze Corona gleich mit der Grippe. Das haben die meisten NICHT getan. Denn es hat sich ja inzwischen wirklich zu fast jedem herum gesprochen, dass die Gefährlichkeit von Corona gut vier- bis fünfmal so hoch ist, dass man die Spätfolgen nicht kennt. Und so weiter. Und so weiter.

    Aber wenn man lediglich die alt bekannte Wahrheit gewagt hatte anzumerken, dass es bei der letzten Virusgrippe (2017/2018) 10 Millionen Infizierte gab und 25100 Tote u
    nd der Impfstoff damals auch nicht hinreichend wirkungsvoll war, ging ein Aufschrei durch ein angstvoll gewordenes Volk. Dabei wollte man meist nur gefragt haben, warum man damals bei der Virus-Grippe nicht auch nur wenigstens minimale Abstandsmaßnahmen eingeführt hat? Kein Kiosk wurde geschlossen. Weil es nicht ganz so gefährlich war? Weil 25100 Grippe-Tote weniger wert waren als potentielle Corona- Tote heute? Mit solcherart Anmerkung stellt man ja noch lange nicht die Wissenschaft hinsichtlich Corona in Frage.

    Ich habe in der ganzen Debatte versucht, mich an das zu halten, was offensichtlich ist. Und es ist nicht krude, wenn ich Lothar Wieler vom Robert-Koch-Institut (RKI) für überfordert gehalten habe und ihm unrichtige, ständig wechselnde Empfehlungen vorhielt.
    Damit zitierte ich lediglich ein hochgeachtetes Wochenmagazin wörtlich aus seiner Ausgabe 19/2020, Seite 49f: "Ungeschickt und überfordert: Die Kritik am Robert-Koch-Institut nimmt zu. Die Vorwürfe: widersprüchliche Einschätzungen, falsche Empfehlungen und leichtfertige Kommunikation". Wenn der "Spiegel" dann eine Vorstadtkommentatorin mich deswegen in peinlicher Weise in Abrede stellen lässt, lässt der "Spiegel" es zu, sich selbst zu torpedieren. Ein unsäglicher Vorgang.

    So bleibt nur zu hoffen, dass man in Zukunft mehr darauf achtet, die Menschen mitzunehmen. Nicht allein in puncto Gesundheit, sondern auch seelisch. Das ist ja das, was man ankreiden muss: dass die Bundeskanzlerin in ihren Reden sich sehr wohl bemüht hat, zu betonen, es ist ernst, und ich muss auch sagen, sie hat es stets mit viel Sensibilität vermocht, dass man danach nicht hysterisiert war. Der Vorwurf galt wieder den Virologen, die diese Sensibilität nach jeder ihrer Rede sofort zerstörten und von Verschlimmerung sprachen und dass alles zwei Jahre dauern kann.

    Das kann sein. Und es kann auch nicht sein. Aber mit der Aussicht auf Drama kann der Mensch nicht leben. Weil man vorher immer mehr Angst hat, als wenn man mitten drin steckt. Wir brauchen Hoffnung. Egal, wie schlimm es noch kommen wird. Und die Hoffnung vermisste ich wochenlang von der Wissenschaft. Deswegen leugnete ich nicht ihre Erkenntnisse. Sollte man das unterstellen, wäre es mutwillig und unerhört.


    Weitere Links zum Thema:

    Trump, Kretschmann und Strobl - Satire | Die Mathias Richling Show (01.05.2020)

    Corona-Proteste, Klimaschutz, Sommerurlaub trotz Pandemie? - maischberger. die woche (13.05.2020)




    Aktuell: 
    Die Mathias Richling Show 05. Juni 23:30 im SWR

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    Tourdaten
    :

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    Kontakt

    Mathias Richling
    Büro MR
    70619 Stuttgart

    Tel.: 0711 - 952 828 0
    Web: Mathias-Richling

    Bildnachweis:
    Fotos: Büro MR

    2020-06-05 | Nr. 107 |





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