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    40 Jahre Circus Roncalli – 40 Jahre eine Reise zum Regenbogen


    artbild_250_Bernhard_Paul__Vierzig Jahre hält nun schon die „Reise zum Regenbogen“ an. Vierzig Jahre in denen das Publikum zum Träumen unter der Circuskuppel eingeladen wurde. Circusdirektor Bernhard Paul erfüllte sich den Traum von einem Circus und schafft seitdem Circusträume. Für die Cricuskunst setzt er dabei immer wieder Maßstäbe. Seine Programme sind reine Poesie verknüpft mit artistischer Höchstleistung, Innovation und klassischer Circuskunst. Das Jubiläumsprogramm spiegelt genau dies wieder. Es ist eine unvergleichliche Geschichte des Circus und seiner Artisten.

    Gleich einem Foucault’schen Pendel schwingen Blancaluz und Laura in alle Richtungen im Rund über der Manege, geführt von den starken Armen ihrer männlichen Partner und mit einer Geschmeidigkeit als würden sie, getragen von der Luft, unter der Kuppel tanzen. Die Harmonie ihrer Darbietung lässt kaum vermuten, dass die vier Künstler auf ganz unterschiedlichen Wegen in die Roncalli-Manege kamen. Laura Smith und Mark Pieklo erhielten ihre Ausbildung an der National Circus School in Canada. Blancaluz Capella und Rafael Morales nahmen ihren ersten Unterricht in Südamerika und absolvierten anschließend eine Ausbildung am Centre National des Arts du Cirque de Châlons-en-Champagne, dem Ort, an dem Roncalli-Weißclown Francesco Caroli (+ 2004) noch bis ins hohe Alter als Dozent tätig war. Beide Paare spezialisierten sich zunächst auf den Russischen Fangstuhl. Unabhängig voneinander bereisten sie alle fünf Kontinente bis sie sich schließlich zufällig trafen, um gemeinsam Circusgeschichte zu schreiben und mit dem ‚Porteur Parallele‘ ein ganz neues Genre zu entwickeln. Ihre Mühe wurde belohnt und im Winter 2014 beim Festival Mondial du Cirque de Demain in Paris mit Silber ausgezeichnet. Der Pantomime Aime Morales fasziniert seine Zuschauer mit den Abenteuern seines Geschöpfes Ai’moko. Ai’mokos Geschichte ist anrührend und komisch, eine zart-poetische, manchmal skurrile Mischung aus Clownerie, Tanz und Akrobatik am Cyr Rad. Beim Festival Mondial du Cirque de Demain 2014 in Paris wurde der junge Venezulaner dafür mit der Goldmedaille und drei weiteren Preisen ausgezeichnet. Vivian Paul, ist die erstgeborene der beiden Töchter des Circusdirektors Bernhard Paul, führt in diesem Jahr zum ersten Mal mit ihrer Solodarbietung am Aerial Loop vor. Die Artistin überrascht mit ihrer Phantasie, die sie auch noch in atemberaubender Höhe zelebrieren. Lili Paul, das Nesthäkchen der drei Kinder des Roncalli-Direktors Bernhard Paul, verfolgte schon früh zielstrebig ihr Berufsziel Artistin zu werden. Bereits im zarten Alter von fünf Jahren trainierte sie lieber mit den anderen Artisten in der Manege. In „40 Jahre Reise zum Regenbogen“ wird die 17-jährige, die nebenher noch auf ihr Abitur lernt, nun zum ersten Mal regelmäßig mit ihrer Kontorsionsakrobatik zu sehen sein. Schon von Kindesbeinen an starteten die beiden Artisten Avital und Jochen Pöschko mit viel Schwung in ihre Künstlerkarriere. In Süddeutschland aufgewachsen radelte Jochen als Schüler täglich mehrere Kilometer durch Weinberge, um den besten Akrobatikunterricht besuchen zu können. Avital zog es bereits als Jugendliche von Israel nach England. Mit Begeisterung absolvierte sie dort ihre Ausbildung an der Circomedia School in Bristol. 2005 lernte sie Jochen kennen. Sie reisten gemeinsam über China und Japan nach Kanada, suchten gezielt die Zusammenarbeit mit außergewöhnlichen Trainern und entwickelten so ihre ganz eigene, ungewohnte Technik der Luftakrobatik. Erst vor zwei Jahren wurde ihre Leistung auf dem Festival ‚Cirque de Demain‘ in Paris mit Silber ausgezeichnet. Auf eine ganz besondere Art und Weise unternimmt das Duo Pykhov die Reise zum Regenbogen. Mit einer Mondsichel, deren Spitzen durch ein dünnes Drahtseil verbunden sind, schaukeln die beiden preisgekrönten Artisten sanft ihrem Ziel entgegen. Leichtfüßig wie die Tochter eines Pierre Lunaire bewegt sich Yana Pykhova tanzend über das Stag ihres Bootes. Mit traumwandlerischer Sicherheit treibt sie es bis auf die Spitze. Als Tambour gibt ihr Mann den Rhythmus vor, für die gemeinsame Reise in Gefilde längst entschwundener oder noch zu entdeckender Zeiten. Vor genau 20 Jahren entdeckte Bernhard Paul in der Ukraine ein junges Ensemble. Die Künstler, alle Absolventen der renommierten Circusschule in Kiew, hatten eine ganz neue Präsentationsform der klassischen artistischen Genres entwickelt. Anstatt einzelne Darbietungen aneinander zu reihen, kombinierten sie die verschiedenen Acts zu einer Gesamtinszenierung. Die Räumlichkeiten des benachbarten Clubs ‚Bingo‘ dienten der Gruppe als Probenraum und so nannten sie sich ‚Circustheater Bingo‘. Bernhard Paul erkannte schon früh das Potential der jungen Künstler und gemeinsam mit der Choreographin Iryna Herman arbeitete er an dem Ensemble, das bis heute in Ausstrahlung und Bühnenpräsenz einzigartig ist. Im Jahr 2002 wurde die Gruppe das erste Mal auf dem Internationalen Festival in Monte Carlo mit dem »Bronzenen Clown« ausgezeichnet und standen seitdem mit den großen Orchestern Europas auf Theater- und Konzertbühnen oder performten zur Live-Musik der Höhner und der Kelly Family, zu Mike Batt und Chris de Burgh, Milva und Robert Wells. artbild_610_Circus_Roncalli

    Der 17-jährige Amerikaner Ty Tojo mit japanischen Wurzeln gilt als das „Wunderkind“ der heutigen Jonglierwelt. Bereits im zarten Alter von acht Jahren erhielt er den ersten Unterricht. Eigentlich als Teil eines Abkommens, denn den Eltern war es ein Dorn im Auge, dass ihr Junge kaum von seinen japanischen Cartoonfilmen wegzubringen war. So musste er täglich mindestens so lange seine Bälle werfen wie er fernsehen wollte. Der Schüler fand Gefallen am Jonglieren und kurz nach seinem neunten Geburtstag wurde der junge Künstler beim Boulder Colorado Juggling Festival mit Gold als „Most promising Entertainer“ ausgezeichnet. Nur zwei Jahre später brach er den Weltrekord im Back-Cross Jonglieren. Im Januar 2012 nahm er den Newcomerpreis des Internationalen Circus Festival Monte Carlo entgegen und reiste anschließend mit dem Big Apple Circus durch die USA. Las Vegas, Japan oder Bahamas, überall wird das junge Ausnahmetalent bewundert, das durch die Dichte, Geschwindigkeit und Präzision, mit der es seine Tricks präsentiert, seine Liebe zum Cartoon auch heute noch unter Beweis stellt und den Helden seiner Kindheit Pokemon, Akira und Co spielerisch ein Denkmal setzt. Aus Ungarn kommen Cornelia Abràn und die Brüder Gàbor und Péter Csàszàr. Sie wurden für ihren hochtourigen Schleudergang mit zahlreichen Auszeichnungen überhäuft. Peter und Gabor bringen bestes Rüstzeug für die Höhenflüge mit, denn sie haben ihre Ausbildung an der renommierten Artistenschule in Budapest absolviert. Schon seit 1997 – und auch da gleich in einer Roncalli Inszenierung - beherrscht das Trio mit seinen menschlichen Pyramiden, mit perfekt ausgeführten Sprüngen und sämtlichen Salti bis hin zum „dreifachen Salto“ ein großes Repertoire der Sprungkunst. Dem Trio Csàszàr wurde in seiner Heimat mit der Ehrung durch den ungarischen Kulturminister die höchste Auszeichnung für darstellende Künstler verliehen.Karl Trunk, 1970 in Hamburg geboren, hat als Circuskind begonnen. Er war gerade zwölf Jahre alt als er zum ersten Mal in der Manege stand, umgeben von Tieren, die bei den Trunks zur Familie gehören und die ihn bis heute faszinieren, den Pferden. Geduld und Verständnis sind das Geheimnis. Ohne die Liebe zu seinen Tieren würde die faszinierende Freiheitsdressur, die Karl Trunk entwickelte, nicht funktionieren. Ein Zugang auf Augenhöhe zwischen Mensch und Tier, der in der Manege regelmäßig zu poetisch-amüsanten Höhepunkten führt, welche mit viel Fleiß erarbeitet wurden.

    Ramon ist Komiker, Darsteller und Autor. Im Alter von zwölf Jahren besuchte er das erste Mal den Circus Roncalli und ließ sich von den Artisten mitnehmen auf ‚Die Reise zum Regenbogen‘. Er wollte als Clown zu Roncalli. Ein Traum, der zunächst unerreichbar schien, war er doch nicht in eine Künstlerfamilie hineingeboren worden. Nach vielen Jahren harter Arbeit, ergab sich für ihn die Gelegenheit: Der ehemalige Roncalli-Komiker Olivier Taquin war auf der Suche nach einem neuen Partner. Ramon wurde Teil des Duos ‚Frères Taquins‘. In den nächsten Jahren standen die beiden Künstler auf allen Varieté- und Theaterbühnen und in zahlreichen Manegen. 2007 wurden sie beim Internationalen Circus Festival in Monte Carlo mit dem Bronzenen Clown ausgezeichnet. Nur in der Roncalli-Manege stand Ramon nie. Er startete eine Solokarriere, übernahm kleine Rollen in Kurzfilmen und Fernsehserien in Holland. Gemeinsam mit zwei britischen Autorenfreunden entwickelte er 2011 eine Twitter Ausgabe des BBC Red Nose Days „Red Tweet Day“ und weitere Comedy-Fernsehserien. Doch als Bernhard Paul ihn im Sommer 2015 kontaktierte und ihn einlud mit ihm eine neue clowneske Figur zu entwickeln, erinnerte er sich sofort an seinen ursprünglichen Lebensentwurf. So zieht der Holländer nun das erste Mal in einen kleinen Wohnwagen und verwirklicht dreißig Jahre nach seinem ersten Roncallibesuch seinen Kindheitstraum. Robert Wicke nimmt die Besucher mit auf eine interaktive Reise durch seine akustische Welt. Auf Tischen und Stühlen lässt er Rhythmen entstehen und Alltagsgegenstände ein unerwartetes Eigenleben entwickeln. Die Töne und Sounds, die er seinem Körper und den ihn umgebenden Objekten live entlockt, entwickeln sich zu einem unwiderstehlichen Groove und entführen den Zuschauer in eine andere Dimension des Hörens. Der Comedian begann seine Bühnenlaufbahn bereits mit fünfzehn Jahren als Jongleur.

    artbild_350_Circus_RoncalliAnatoli Akerman zaubert sich als charmant-akrobatischer Geschichtenerzähler in die Herzen des Publikums. In Russland und der Ukraine aufgewachsen, studierte er zunächst Sport und erhielt nebenher Unterricht in Klassischer Pantomime, Stepptanz und Jonglage. Als seine Familie 1990 nach Israel auswanderte, nahm er eher zufällig am Internationalen Clown-Festival in Jaffa teil und wurde direkt mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Bis 2012 war er Teil der Show des Cirque du Soleil in Las Vegas und Tokyo. Seit 2014 ist er Mitglied der Roncalli Royal Clown Company. In seinem verträumten Charakter mit der skurrilen Silhouette überrascht er nicht nur seine Zuschauer immer wieder mit unerwarteten Fähigkeiten. Devlin Bogino ist der Spross einer legendären italienisch- französischen Circusfamilie. Er bewarb sich 2011 in Österreich im Rahmen der ORF Castingshow „Die große Chance“welche sich auf Talentsuche begab, machte er sich auf den Weg nach Salzburg, um sich an dem Auswahlverfahren zu beteiligen. Bernhard Paul erkannte sofort sein Fingerspitzengefühl für komische Situationen und seine technische Brillanz und überredete ihn, den Wettbewerb aufzugeben und sich für seinen Circus zu entscheiden. Seitdem führt der junge Komiker kokett und humorvoll durch die Vorstellung. Fulgensi Mestres wurde als jüngstes von acht Kindern eines Lokalpolitikers in Vilafranca del Pendes in Spanien geboren. Bereits mit acht Jahren war er Sängerknabe im Chor des nahegelegenen Klosters Montserrat. Er studierte Theaterwissenschaften am Institut del Teatre in Barcelona und schloss am Conservatori Superior de Musica del Liceu eine Ausbildung in Gesang und Violine ab. Als Musiker und Schauspieler wirkte er mit in zahlreichen Musical- und Schauspielproduktionen. Ab 1996 bildete er gemeinsam mit Joan Montanyes und Oriol Boixader das Theater- und Clowntrio „Monti & Cia". Die Auftritte des Trios in der Performance „Klowns" veranlassten Bernhard Paul, die Truppe 2005 für den Circus Roncalli zu engagieren. Gensi blieb anschließend als fester Bestandteil des Roncalli-Ensembles und bildet dort inzwischen als Weißclown den Gegenpart zum dummen August. Dabei sieht er seine Aufgabe nicht darin, „Leute zum Lachen, sondern Poesie in die Manege zu bringen. "Ein Mann, in dessen Adern altes Circusblut fließt: Patrick Philadelphia ist im Circus geboren und aufgewachsen. Sein Vorfahre war der amerikanische Zauberkünstler Jacob Meyer, der im 18. Jhd. bei seiner Einreise nach Europa den Namen seiner Geburtsstadt Philadelphia als Künstlername annahm. Sein Urenkel Patrick ist bei Roncalli seit vielen Jahren als Betriebsleiter nicht nur dafür verantwortlich, dass alles rechtzeitig steht und bespielbar ist. Er übernimmt noch zwei weitere Aufgaben. Er ist Tagesregisseur, also für den perfekten Spielablauf zuständig und tritt zudem jeden Tag in der Rolle des leicht überheblichen Sprechstallmeisters im roten Frack und mit sonorer Stimme auf. Marlitt Werner wollte schon immer Musicalstar werden. Schon im Kindesalter hat sie sich auf der Theaterbühne am wohlsten gefühlt. Ihr Fleiß wurde belohnt. Im Jahr 2012 beendete sie in Hamburg an der Stage School ihre Ausbildung zur Musicaldarstellerin. Seither stand sie bereits auf zahlreichen Musicalbühnen. Während der Arbeit mit Christian Berg und Konstantin Wecker für die Produktionen ‚Jim Knopf‘ und ‚Oliver Twist‘ entdeckte sie ihren ansteckenden Humor. Bei Roncalli sieht sie sich als Bindeglied zwischen Orchester, Clownerie und Publikum und ist fest entschlossen, tanzend, singend und spielend nun auch die Roncalli-Manege zu erobern.Georg Pommer kam er 1979 zunächst als Pianist, bis ihm Bernhard Paul vier Jahre später das Roncalli Royal Orchestra anvertraute und er schließlich musikalischer Leiter „aller Klangbilder der glanzvollen Roncalli-Welt“ (WAZ) wurde. Er erstellte musikalische Konzepte und Kompositionen für die unterschiedlichsten Roncalli-Produktionen auf Bühnen und in Varietés u. a. in Wien, New York und Sevilla.Obwohl er die konzertanten Augenblicke genießt, ist ihm immer wichtig, das Funktionale zu betonen: „Viele Momente von Circusmusik sind mit Filmmusik vergleichbar. So darf die Dramaturgie einer Musik ein Bild nur unterstützen, aber nicht zerstören.“ Auch nach 35 Jahren Reisen ist Georg Pommer die Lust am Entdecken geblieben. Die Arbeit sei „immer work in progress – keine Show bei Roncalli ist musikalisch wie die andere.“Unterwegs mit dem Circus bürgen acht Multiinstrumentalisten mit fundierten Ausbildungen für Kreativität und Vielfalt. Ob Marching Band in den Gassen von Luxembourg oder Rockformation im Zwick auf der Reeperbahn in Hamburg, Live-Sendungen oder CD-Aufnahmen: Das Roncalli Royal Orchestra sorgt mit ansteckendem Groove und Enthusiasmus überall für stehende Ovationen.

    Die Reise zum Regenbogen begann mit einer Idee und wurde Wirklichkeit in einer Welt, die heute mehr denn je Träume braucht.

     

    Redaktion: Hartmut Höltgen-Calvero
     
    2016-04-08 | Nr. 90 | Weitere Artikel von: Hartmut Höltgen-Calvero





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