Das Quartett umkreist, in gewohnt gnadenloser Konsequenz, die Themen Jugendwahn, Körperdesign, den alltäglichen Horror vor dem Schwund der Attraktivität. Was alt ist, muss weg, handelt es sich auch um die greise Mutter. Wie gut, dass es den Verein „Die Alten behalten“ gibt, der, symmetrisch zur Babyklappe, die „Seniorenklappe“ anbietet. So ist das Ärgernis aus dem Haus und somit aus dem Blickfeld, aber doch nicht ganz aus der Welt geschafft. Natürlich darf, wo es um ewige Schönheit geht, die mittlerweile auch nicht mehr ganz taufrische Heidi Klum fehlen, die böse Hexe der Gegenwart, welche die ihr zugelaufenen Kinder nicht, wie im Grimm-Märchen, mästet, sondern im Gegenteil zum Hungern zwingt. Wenn solche Maßnahme noch nicht dem herrschenden Schönheitsideal angeschmiegte Ergebnisse zeitigt, dann, so die tröstliche Botschaft des Organtheaters, gibt es andere Formen körperlicher Begnadigungen. Die Schönheits-Op etwa, oder die Gesundheitsapp auf dem Smartphone. Und: Burnout, die Modekrankheit des Jahrzehnts, kann einfach wegpalavert werden. Wie das? Dazu muss man das Programm gesehen haben. Das Publikum im Theaterstübchen jubelte. Zu Recht.