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  • Szenen Regionen :: Niederlande

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    Ach, wir Holländer

    Die holländische Bühne wartet noch auf die ersten Schröder-Witze . Inzwischen stehen die jährliche Wettbewerbe in Groningen (für Studenten) und Rotterdam  bevor. Ihr Korrespondent hat die Ehre in der Maasstadt mit dabei zu sein als Jury-Mitglied. Daß sich auch außerhalb des Theaters viel humorvolles tun kann bewies die bemerkenswerte Ausstellung  Hallo Nachbar!…Dag Buurvrouw! in einem Amsterdamer Universitätsraum: Deutsch-niederlandische Beziehungen im Spiegel der Karikatur. Was vielleicht am meisten überrascht, ist daß die Deutschen unsere Vorurteile nur allzu gut kennen und inzwischen imstande sind sie ihrerseits auf die Schippe zu nehmen. So etwa unser ewiges Meckern über dicke, schwammige Deutsche, die ihr Territorium an unseren Stränden abgrenzen oder unser Quengeln, ob wir jetzt nicht endlich unser Fahrrad zurückbekommen könnten. Gleichzeitig wollen wir aber allzu gern gute Geschäfte mit denselben Deutschen machen. Wie heißt es klipp und klar in einem Leserbrief in Der Spiegel vom 4.3. 1994? „Man darf in Holland alles was nicht ausdrücklich verboten ist“, lese ich im Spiegel: Die Behauptung stimmt. Ist es bei euch in Deutschland besser, weil alles verboten ist was nicht ausdrücklich gestattet ist?’

    Tierisch satirisch

    Ach, wir Holländer. Wir sind merkwürdige Tiere die sich  anderen Tieren gegenüber auch in entsprechender Weise benehmen. Zum Tag des Tieres (4. Oktober) erschien die Doppel-cd Cabaret des Animaux. (Quintessence records) 40 Lieder und witzige Referate über Mensch und Tier- vom Halsbandmaulwurf bis zur Autobahnkatze.  „So und jetzt werd ich rasch meine Frau ausführen denn sie hat mal wieder zu lange in ihrem Korb gelegen“, beendet Derrick Veenvak sein Vorwort im Inlay. Neu im Theater ist die Serie Sneak Preview. Eine Mischung aus Kabarett, Improvisation und Try-outs.  Wer und was wird nicht frei gegeben nur der Spielort. So etwa drei mal im Monat treten bekannte und unbekannte Akteure, Musiker und Kabarettisten in einer Überrasschungsshow auf. Zusammenarbeit zwischen Kabarettisten und Akteuren gibt es in letzter Zeit immer mehr. Unter dem Namen De Ploeg  haben sich das Trio Nuhr, Titus Tiel Groenestege, Han Römer und Genio de Groot zusammengetan.  Ihre erste Produktion „Vinger in de pap“ handelt von einer Familie, die in die unmöglichsten Situationen hineinschliddert. Zu  Weihnachten erwartet das Publikum eine ähnliche Zusammenarbeit. Das Trio Niet Schieten!  spielt in  Petrov eine absurde Lovestory. Als Gäste sind  u.a. Onno Innemee (vorher vom Duo Basterd) und Soap-akteur Chris Jolles mit dabei.

    Der TV-Sender RTL 5 hat jetzt auch das Kabarett entdeckt. 5 Hoog (im 5. Stock) heißt die neue Sendung, jeweils Sonntag abends um 22.15. Also alle holländischen SAT-Schüsseln auf RTL 5 richten!   Dreh-und Angelpunkt sind die schon oben genannte Gruppe Niet Schieten! und die flämische Kabarettistin Els de Schepper.  

    Ein  Geheimtip zum Schluß

    Besondere Aufmerksamkeit verdient die  Musiktheatergruppe De Kift,  in letzter Zeit auch in Deutschland  aktiv (Die Texte wurden in mehrere Sprachen übersetzt). Ihr Familienprogramm Gaaphonger (Gähnhunger) ist ebenso widerspenstig wie melancholisch. Die Geschichte geht zurück auf die berühmte Nova Zembla-Expedition aus 1597, bei der Willem Barentsz  und seine Besatzung  sich  schweren Entbehrungen aussetzen mußten.

    De Kift beweist auf eindringliche Weise wie im Musiktheater dramatische Szenen umgesetzt werden können.

     

    Bis zum nächsten Mal,

    Ihr Hans Kottmann (Amsterdam) 

    1998-12-15 | Nr. 21 | Weitere Artikel von: Hans aus Amsterdam



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