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    Sommer, Sonne, Satiren

    Alf Poier, ein mit dem Salzburger Stier (1998), dem Deutschen Kleinkunstpreis (2000) und dem Österreichischen Kabarettpreis „Karl“ (2002) ausgezeichneter Kabarettist, fährt als Vertreter Österreichs zum Grand Prix d’Eurovision de la Chanson nach Riga (Lettland). Diese österreichweite Erregung hätten Sie erleben sollen. Da ist wieder diskutiert worden, da haben sich Lager gebildet, da wurden Meinungen in den Medien und anderswo kundgetan. Aber hallo! Plötzlich war der totgesagte Eurovisionssongcontest wieder in aller Munde, so wie damals, 1966, als ihn Udo Jürgens mit „Merci chérie“ gewann. Die Aufregung war weitaus größer als bei den Nationalratswahlen. Vielleicht sollte Alf Poier demnächst ein politisches Amt anstreben, damit die sogenannte Politikverdrossenheit endet. Im übrigen ist Poier nicht der erste Kabarettist, der sich in diesem Genre versucht. Die Schmetterlinge, „die“ Polit-Rockband der siebziger Jahre, versuchte sich 1977 mit dem medienkonzernkritischen Text „Boom Boom Boomerang“ von Lukas Resetarits, der im selben Jahr weitaus erfolgreicher seine Solo-Kabarett-Karriere begann. Aber zurück zu den laufenden Kabarett-Programmen. Da ist Thomas Maurer mit „Die neue Selbständigkeit“, im Subtitel „Ein Drama“ genannt. Das Programm ist nicht nur Rückblick auf all das Erstaunliche und Aberwitzige, das der sechzehn Jahre währende Höhenflug der Freiheitlichen Partei dem Land beschert hat, sondern auch eine Bilanz über einen beträchtlichen Teil derer, die heute – so wie der Autor und Darsteller auch – Mitte Dreißig sind. Maurers Protagonist heißt Helmut Karl, der eine klassische FPÖ-Karriere hinter sich hat: Vom Flugzettelverteiler über die „Buberlpartie“ hinter Haider bis hin zu Regierungswürden. Aber am 24. November 2002 war alles vorbei und der Herr Karl steht an einem Wendepunkt seines Lebens.

    „Glück – eine Vermutung“, so betitelt Gunkl sein sechstes Programm, das eine zweistündige Conférence im besten Sinn des Wortes ist. Den Inhalt des Programms wiederzugeben, würde dem geistreichen Plaudern, dem Philosophieren auf der Kleinkunstbühne keineswegs gerecht werden. Hingehen, anschauen!

    Hader spielt noch immer Hader, mittlerweile haben das Programm mehr als 100.000 Menschen live gesehen. „Hader spielt Hader“ ist ein best of aus seinen letzten Programmen „Biagn oder Brechn“ (1988), „Bunter Abend“ (1990), „Im Keller“ (1991) und „Privat“  (1994), das er auch noch immer spielt. Ende 2004 soll es dann ein weiteres Opus geben. Martin Puntigam hat sein neues Programm vorgestellt, betitelt mit „Die Einbrenn des Lebens. Meine gelungensten Pointen aus dem 20. und 21. Jh.“ Er hat sich ein paar Sachen von früher genommen und sie in Aktuelles eingebettet. Lassen Sie sich vom Unterhaltungshöhepunkt des Quartals überraschen. Und wenn wir schon bei kulinarischen Programmtiteln sind, darf „Schnurren & Grillen“ nicht fehlen, der gastrosophische Abend des Salzburger Kabaretts MotzArt, kurz auch Christian Wallner und Gerhard Laber. Es ist dies ein Programm für Leib & Seele, oder anders: nicht nur für Hirn und Zwerchfell, sondern auch für den Magen. Es wird auf der Bühne gekocht. Beides sollten Sie nicht versäumen. Andere Kost bieten Karlheinz Hackl & Heinz Marecek: „Was lachen Sie“ ist ein Programm mit Texten der Altmeister des österreichischen Kabaretts, Karl Farkas und Fritz Grünbaum, das die beiden Schauspieler auch im Wiener Burgtheater (16. und 18. Juni) bringen. Ob damit Karl Farkas‘ Wunsch in Erfüllung geht, der in „Simpl“-Conférencen witzelte „Ich komme noch einmal ins Burgtheater ... und wenn ich mir eine Karte kaufen müßte“?

    Heilbutt & Rosen feierten ihr Zehn-Jahr-Bühnenjubiläum mit den ergreifendsten Nummern der vergangen Jahre unter dem Titel „Zwischenbestzeit“; das aktuelle Programm „Durchblutungsstörungen“ spielen sie natürlich auch noch.

    Ebenfalls zehn Jahre auf der Bühne ist das Duo Filius & Wlach, deren aktuelles Programm „Vorgetäuschte Höhepunkte“ aufgrund der neuen, alten Regierungskonstellation aktualisiert werden mußte. Pepi Hopf & Die Buben spielen seit 1. April (kein Aprilscherz!) „Hopfüber“, in dem sie uns ihr neues Weltbild präsentieren: Den Hopfunismus. Helfried, mit bürgerlichem Namen Christian Ogris-Hölbling spielt sein Programm „Helfried kommt“ auch im Sommer, und zwar am 16. und 17. Juli im Pantheon in Bonn. Beim Sommerfest des Wiener Kabarettlokals Spektakel können Sie u.a. Ludwig W. Müller mit seinem Programm „Schnurlos“ sehen, und zwar am 27. und 28. Juni.

    Andreas Vitasek spielt „Doppelgänger“ sowohl in Wiener Kabarettlokalen (Kulisse: 3.-7.6., Orpheum: 10.-13.6.) als auch auf diversen Festivals, wie dem Donauinselfest, das heuer vom 19.-22. Juni stattfindet. Ein Festival, das im äußersten Westen Österreichs heuer bereits zum 3. Mal durchgeführt wird, nennt sich „Seelax - Cabaret im Spiegelsalon“. Vom 3. bis 26. Juli bieten in Bregenz internationale Kleinkünstler ihre Programme zum besten. Ebenfalls international besetzt ist das Comedy-Festival „Comicodeon“, das vom 28.-30. August im steirischen Kapfenberg bereits zum 7. Mal über die Bühne geht. Mit dabei sind „Tris“ (A) mit „!!viva la revolucion!!“, les bubb (GB) mit „Comedy“, Ko & Ko Clowntheater (A) mit „Stimmung“, Elliot (B) mit „awards“ und Leo Bassi (I) mit „La Vendetta“. Durch das Programm führt der junge, sehr talentierte Thomas Stipsits. Und wenn Sie nicht nur zusehen, sondern auch Comedy-Workshops besuchen wollen, dann haben Sie zwischen 25. und 30. August ebendort Gelegenheit unter der Leitung von Jango Edwards, Leo Bassi und Helen & Henri Brugat. P.S. Anmeldeschluß für den Goldenen Kleinkunstnagel des Theaters am Alsergrund ist der 15. September. P.P.S. Am 16. Juni feiert Ernst Stankovski seinen 75. Geburtstag. Wir gratulieren herzlich!

    Redaktion: Iris Fink


    2003-06-15 | Nr. 39 | Weitere Artikel von: Iris Fink





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