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    Szene Saar

    Comedy und Kabarett, noch dazu in Mundart, sind an der Saar derzeit im Trend. So war der April ein Premierenmonat, der im Saarbrücker Ostviertel und im Theater Blauer Hirsch sowohl alte Bekannte als auch Newcomer auf den Brettern sah. Zu den Bekannten gehört Hans Beislschmidt mit seinem neuen Programm „Do muss isch erschd emol mei Fraa froe“- ein Mundartkabarett, das aber auch Durchreisenden einen verständlichen Einblick in das Seelenleben saarländischer Männer gibt. Denn 20 Jahre Frauenbewegung haben Spuren und Narben hinterlassen. Und wenn „ees“ (saarländisch für „sie“) jetzt auch noch Karriere macht, na dann gute Nacht saarländische Männlichkeit. (31.5/3.6 Ostviertel). Ebenfalls Mundart bietet Willi Jost alias Hausmeischda Bruno Semmeling mit seinem Programm „S’iss Recht, Knecht!“ immer getreu dem Motto: „Immer ebbes kläänes ze Esse debei, ma wääs nie was kummt oder besser mit 60 geplatzt, wie mit 80 verhungert.“ (8.6./23.6. Ostviertel). Neu aufgetaucht in der Szene ist Sebastian Müller-Bech. Sein Programm „Bar jeder Realität“ hat nicht nur das Publikum überzeugt (siehe Kritik). Ebenfalls Newcomer sind acht Akteure, die sich „Vitamin T“ nennen. Angefangen hat alles mit einem Theaterkurs bei Charlie Bick. Mit „In-Szenario“ nimmt Vitamin T den alltäglichen Irrsinn des Fernsehens aufs  Korn. Das Stück, im Saarbrücker Schloßkeller   aufgeführt, kam so gut an, daß eine Wiederaufnahme im Herbst erfolgen soll. Außerdem, so Charlie Bick, scheint „In-Szenario“  auch pädagogisch wertvoll zu sein. Einige Schulen hätten schon angefragt, ob Sondervorführungen möglich seien.

    Schon etwas länger im Programm ist Alice Hoffmann alias Vanessa Backes und die „Madonna von Marpingen“, eine  Sammlung bösartiger Seitenhiebe auf die angeblichen Marienerscheinungen an der Saar 1999. Über dieses Programm lachen alle – nur die nicht, die in Marpingen einen Wallfahrtsort errichten möchten. (8.6./10.6. Blauer Hirsch). Detlev Schönauer spielt „The best of Jaques Bistro“. Warum er seinem französischen Wirt mit saarländischem Zungenschlag einen englischen Titel für sein Highlightprogramm verpaßt hat, weiß er wohl allein. (7.6. Kongreßhalle Saarbrücken, 30.6. Saarburg).

    Der Sommer lockt die Leute nach draußen  und damit sind wir bei den Festivals im Jahr 2000. Wenn dieses Trottoir erscheint, dann sind die Perspectives 2000, das 23. Festival des französischen Theaters und Chansons in Saarbrücken, in der Schlußphase. Vom 24. - 28. Mai gibt es fünf Tage und Nächte mit Theater, Tanz, Musik, Kabarett und Zirkus. Ein Höhepunkt aus dem Programm: Die Zofen nach Jean Genet, ein künstlerisches Abenteuer voller Gerüche, Bewegung, Rhythmen und Worte, das alle Sinne reizt. In der Besetzung vier prächtige Hengste, die Zentauren gleich mit den Schauspielern eine Einheit bilden; Spannung verspricht auch „Ildebrando Biribo“, das tragisch-komische Leben eines Souffleurs, der am 28. Dezember 1897 nach der Weltpremiere des Cyrano de Bergerac in seinem Souffleurkasten tot aufgefunden wurde. Für die Dauer einer überdimensionalen Sanduhr kehrt seine Seele auf die Erde zurück. „ChiencrU“ ist ein postmoderner gewollt verrückter "Bastardzirkus", der das Ungewöhnliche und das Absurde sucht. Eine Kreuzung aus atemberaubender Akrobatik, Tanz und Gesang, die von Liebe und Sex, Krieg und Gewalt erzählt.

    Auch die Sommerszene 2000 wird stattfinden, und zwar vom 20.- 30.7. in Saarbrücken, Völklingen, Dillingen und Illingen. Am Programm, das internationales Straßentheater ins Saarland bringt, wird noch mit heißer Nadel gestrickt. Klar ist aber, daß einige Stammgäste wieder dabei sind. So werden Les Frites Foutues mit ihrem „Mord(s)orchester“ eine neue Produktion zeigen. Auch das N.N.-Theater aus Köln gehört mittlerweile zum festen Bestand des Festivals. Bleibt zu hoffen, daß die künstlerische Leitung des Festivals noch ein oder zwei platzfüllende Großproduktionen an Land ziehen kann. Denn diese machen die Sommerszene jedes Jahr zu einem Volksfest, bei dem sich das Publikum plötzlich im Stück selbst befindet.

    Redaktion: Christian Bauer
    2000-06-15 | Nr. 27 | Weitere Artikel von: Christian Bauer





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