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    Ausstellung – 100 Jahre Kabarett (Kulturbörse Freiburg)

    Das Deutsche Kabarettarchiv, Mainz, dokumentiert auf der Kulturbörse Freiburg die Geschichte des Kabaretts in einer sechsteiligen Ausstellungsreihe. In diesem Jahr ist Teil 4  mit dem Titel "Wir sind wieder wer. Aber wer? - Kabarett im kalten Krieg zwischen 1946 und 1966" zu sehen. Verantwortlich für die Konzeption und Gestaltung sind Jürgen Kessler, Matthias Thiel, und das Grafik-Atelier Wilinski.

    Sommer 1945: Der Faschismus ist besiegt, Deutschland besetzt. In den Trümmern des tausendjährigen Reiches nehmen Kabarett- und Kleinkunstbühnen den 1944 eingestellten Spielbetrieb umgehend wieder auf und genießen die wiedergewonnene Freiheit unter alliierter Aufsicht. Zeitkritik und politische Satire, in der Kabarettgeschichte bis dahin eher Ausnahme als Regel, werden in den folgenden zwei Jahrzehnten zum Markenzeichen. Das politisch-satirische Ensemblekabarett prägt die fünfziger und sechziger Jahre.

    Am Anfang allerdings steht der Rückgriff auf die Tradition. Ob Schaubude oder Kleine Freiheit in München, Cabaret Ulenspiegel oder Frischer Wind in Berlin, die Leipziger Rampe oder die Stuttgarter Mausefalle: Sie alle orientieren sich in ihren Programmen am Kabarett der zwanziger und dreißiger Jahre, versuchen den Spagat zwischen geistreich-literarischem Entertainment und satirisch-kritischem Zeitkommentar. Auf und hinter der Bühne agieren dabei mit Erich Kästner, Werner Finck, Friedrich Hollaender, Günter Neumann und vielen anderen eine ganze Reihe von Autoren und Darstellern, die schon in der Weimarer Republik Erfolge feierten.

    Zeitgleich treten mit Reisekabaretts wie den Amnestierten und den Hinterbliebenen aber auch die ersten ’neuen’ Ensembles in Erscheinung. In der Folge gründen sich in Düsseldorf und Dresden, München und Leipzig, Ost- wie Westberlin mit Kom(m)ödchen, Stachelschweinen, Distel, Pfeffermühle, Lach- und Schießgesellschaft sowie Herkuleskeule die für das öffentliche Bild vom Kabarett maßgeblichen politisch-satirischen Bühnen. Als kritischer Widerpart der Regierenden begleiten sie den Wieder-aufbau in beiden deutschen Staaten, formulieren ihr Unbehagen an gesellschaftspolitischen Entwicklungen und setzen auf die Wirkung von Satire.

    Erfolgreich bei Presse und Publikum, ist das Kabarett Anfang der sechziger Jahre populär wie nie zuvor und zugleich umstritten wie selten. Am eigenen Anspruch auf politische Einflussnahme gescheitert, hat es in den Augen seiner Kritiker die Glaubwürdigkeit verloren und ist Teil der bürgerlich-reaktionären Nachkriegsgesellschaft geworden, die es eigentlich verändern wollte. Darauf reagieren studentisch geprägte Ensembles wie Bügelbrett, Rationaltheater, Reichskabarett oder Floh de Cologne, die aggressiv und agitatorisch dem stagnierenden Kabarett neue Perspektiven eröffnen. Unterstützung finden sie in ihrem Bemühen um Erneuerung des politisch-satirischen Nachkriegskabaretts bei einem seiner prominentesten und wortgewaltigsten Vertreter: Wolfgang Neuss.

     

    Wenn es dem Kom(m)ödchen nicht gefällt,

    was sich so ereignet auf der Welt –

    immer, immer wieder zieht’s den Vorhang nieder

    und singt seine kleinen, frechen Lieder

    Kay Lorentz, Auftrittslied, Kom(m)ödchen 1947

     

    Weitere Infos bei:

    Stiftung Deutsches Kabarettarchiv e. V.,
    Rheinstraße 48,  D-55116 Mainz
    Öffnungszeiten: 09.00 – 13.00 Uhr
    Besuch nach Vereinbarung
    Telefon: 06131-144730, Telefax 06131-231675           
    Email: info@kabarettarchiv.de
    Internet: www.kabarettarchiv.de

     

    Die Ausstellung wird gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für die Angelegenheiten der Kultur und der Medien, dem Kulturministerium des Landes Rheinland-Pfalz und dem Kulturdezernat der Stadt Mainz.

     

     

    2003-12-15 | Nr. 41 |



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