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    Berlin: Vorhang auf zur Palastrevue


    Zwei wichtige Premieren gab es in Berlin im zurückliegenden Zeitraum: Da ist die neue Revue des Friedrichstadtpalastes „Revuepalast – die Palastrevue zum Zwanzigsten“, die vor allem mit zwei großen Pluspunkten glänzen kann: dem in dieser Art welteinmaligen Ballett des Hauses, das sich hier voll entfalten kann, und der hervorragenden Artistik.

    Die Revue wurde als eine Rückschau auf die vergangenen zwanzig Jahre konzipiert und als Klammer zwischen den einzelnen Bildern die Figur einer Putzfrau eingefügt, die natürlich davon träumt, einmal selbst als Star auf dieser Bühne zu stehen. So erinnert sich also die Palast-Putzfrau, verkörpert von Sylvia Wintergrün (alternierend mit Kim Fisher) an Vergangenes, sie schaltet den Fernseher ein, um im „Gernsehabend“ die alten Bilder zu sehen, und wird natürlich auch in einer fiktiven Handlung zum Star. Schade nur, dass die Texte oft recht hölzern und die Witze auf und über Ost und West nicht sonderlich originell und manchmal auch peinlich sind.

    Die Ballettbilder wurden als Rückgriff auf die früheren Inszenierungen gestaltet, allerdings neu choreografiert und ausgestattet. Szenenbeifall gab es immer wieder für die Girlreihe, für die das Ballett das Hauses berühmt und die in ihrer Art wohl unübertroffen ist.

    Die Gesangstitel, ebenfalls aus den vorherigen Revuen, singen Ines PaulkeDarius Merstein-MacLeod und .

    Die Artistik in diesem Programm ist ganz besonders erwähnenswert, vor allem die Hochreckdarbietung der Peresvony und die Stangenwurfakrobatik der Boytsov, beide Truppen waren auf den Zirkusfestivals in  Monte Carlo zu sehen.

    Bei den Peresvony bestechen besonders die nach gregorianisch adaptierter Musik ablaufenden exakten Flüge von den drei Reckstangen zum und vom schwingenden Haltestuhl mit diversen Salti; bei den Boytsov die Sprünge des Fliegers mit Drei- und Vierfachsalti.

    An Tüchern das Duo Blue Emotion, eine sehr ästhetische Arbeit, kombiniert mit dem Wasserballett Aqua de Luna und sprudelnden Fontänen, eines der stilvollsten Bilder des Abends. The Champions, Springer aus der Ukraine auf einem extrem langen Trampolin, zeigen zwar keine Spitzentricks, beziehen aber ihre Wirkung aus der Art der Präsentation – dem Erscheinen auf dem hochfahrenden Bühnenpodest.

    Das zweite Premierenereignis war Witzigmanns Palazzo, der sich am 25. Oktober öffnete, die zweite Dinner-Show neben dem seit langem in Berlin gastierenden „Pomp Duck und Circumstance“ von Peter Wodarz.

    Die Gastronomie mit dem ausgezeichneten Menü ist eine logistische Meisterleistung, immerhin müssen bis zu 450 Gäste auf einen Schlag mit dem jeweiligen Gang versorgt werden.

    Wie das Menü, so ist auch das Programm anspruchsvoll und mit hochkarätiger Artistik besetzt. Star ist Anatoliy Zalevsky mit seiner immer wieder beeindruckenden Äquilibristik, ebenso Nataliya Vasiluk mit ihrer tänzerisch verpackten Kontorsionistik; als Duo zeigen beide eine Kombination aus Äquilibristik und Kontorsionistik. Das Duo Artemiev am Trapez überzeugt durch Leichtigkeit und Perfektion bei starken Trickkombinationen. Vladimir Dubovsky zeigt eine Rola-Rola-Arbeit, bei der er als Piedestal lose Bretter in unterschiedlichster Weise zusammenfügt - wobei diese Konstruktion erstaunlicherweise stabil bleibt. Überzeugend auch der Jongleur Paul Ponce mit Ballbalance, Keulen und Hüten, dabei geschickt mit dem Publikum arbeitend. Eine originelle Idee ist Lloyd Kandlins Arbeit an Tüchern, als Requisiteur kostümiert komisch verkauft, an den Strapaten präsentiert sich Oleg Chudan.

    Den komischen Teil des Programms bestreiten vor allem Jigalov & Partner. Jigalov ist ein echt komisches Talent, über den man sich immer köstlich amüsieren kann, zumal er auch seine Gags ständig verändert. Comedian Jeff Hess in der Rolle des Kochs ist dagegen immer ein wenig zu bemüht und eher mäßig komisch. (Die Comedians alternieren, es folgen Sammy Tavalis, Paul Morocco & Olé und Joe de Paul.)

    Die New Yorker Drag Queen Shequida ist eine Entdeckung: sie sieht gut aus, hat als ausgebildete Opernsängerin eine ganz erstaunliche Stimme, die fünf Oktaven umfasst und mit der sie die unterschiedlichsten Titel vorträgt, kann charmant plaudern und tanzen.

    Musikalisch ausgezeichnet begleitet wird das Programm vom Palazzo Orchester, vorwiegend mit Dixie-Jazz, und dem russischen Geiger Konstantin Merejnikov mit Zigeunerweisen, dazu das Ballett Rizoma und eine hauseigene Comedy-Truppe; Regie hat Markus Pabst.

    Der Wintergarten zeigte bis 2.11. mit „Mime Time“ ein vor allem auf Spitzenartistik orientiertes Programm, u.a. mit der Schlappseilakrobatik von Cong Tian und Oliver Groszers Jonglerie. „Vivace“, das aktuelle Chamäleon-Programm, überzeugte durch die gelungene Mischung aus klassischer Musik und dem Agieren von Jojo Weiß, den Jonglagen von Andreas Wessels und dem akrobatischen Tanz von Kristin Sroka, das ist wirklich innovatives Varieté, es ist  bis 22. Februar zu sehen.

    Im Friedrichstadtpalast begann  am 2. November seine neue Kinderrevue „Lieblingsfarbe Bunt“, dazu läuft ab 28.11. die Weihnachtsrevue „Jingle Bells 2003“ mit Gayle Tufts. Auch die traditionelle Urania-Varieté-Veranstaltung findet in der nun bereits 243. Folge vom 1. bis 8. März statt. Bis 25. Januar geht im Wintergarten das neue Programm „Neues aus dem Mikos Kosmos“ mit der Gruppe Mikos über die Bühne, vom 29. Januar bis 25. April folgt das Programm „Capriccio“. Ein Hallenprogramm des Moskauer StaatszirkusTempodrom gastiert vom 2. bis 4. Januar im .

    Redaktion: Dietmar Winkler

    2003-12-15 | Nr. 41 | Weitere Artikel von: Dietmar Winkler





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