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    Kritik: Psychologie des Floralen

    Rosa K. Wirtz mit "Plöte Plumen" im Atelier-Theater

    Roger Cormans berühmte Horrorgroteske "Kleiner Laden voller Schrecken" wählte als Ausgangspunkt seiner Horrorgeschichte eine dafür scheinbar ungeeignete Lokalität: einen Blumenladen. An eben einem solchen Ort ist auch Rosa K. Wirtz neues Programm "Plöte Plumen" angesiedelt, und wenn man ihre Darbietung gesehen hat, beginnt man zu ahnen, welche Qualität gerade die Welt der Blumen als Sinnbild menschlicher Vorlieben, Ängste und Leidenschaften hat. Wirtz selbst spielt eine Vierfachrolle, die Psychologin Witzleben und die Blumenhändlerinnen Flora, Lilla und Jaja. Nur auf den ersten Blick handelt es sich bei den drei letzteren um stereotype Bilder alltäglicher Weiblichkeit - hier die zerbrechliche Naive mit rosaroter Brille, dort die frustrierte Praktikerin und da die oberflächlich-geschäftstüchtige Lebedame. Wirtz' besondere Leistung besteht in der unnachahmlichen Art, mit der sie ihre Figuren aus dem Klischee-Kokon befreit und zu echten Charakterbildern formt. Dabei helfen einige virtuose Einspielfilme, in denen die Protagonistinnen für Augenblicke ihre geheimen Phantasien ausleben dürfen: Die im Alltag beherrscht auftretende Jaja reißt hier wie die Königin aus Lewis Carrolls "Alice im Wunderland" den Blumen die Köpfe ab, während Lilla im psychoedelisch angehauchten Blumenkleid durch die Landschaft spaziert. Frauenpsychologie, Alltagskomik und die allseits präsente Welt der Blumen ergänzen sich hier zu einem stimmigen, in sich geschlossenen und interessanten Programm. Aber halt: In einem der von ihr an diesem Abend gesungenen Chansons betont Rosa K. Wirtz, wie wenig befriedigend es für eine Frau sei, bloß interessant und nicht auch schön genannt zu werden. Beeilen wir uns also hinzuzufügen: Ein schönes Programm.

    Redaktion: Guido Bee

     

     

    2004-03-15 | Nr. 42 | Weitere Artikel von: Guido Bee





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