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    Oropax machen den Circus Knie unsicher

     

    Kaum war das letzte Trottoir mit einem Hinweis auf das Jubiläum 25 Jahre Weihnachts-Circus Conelli erschienen, verstarb Co-Gründer Conny Gasser 69-jährig. Groß die Trauer beim Zirkusunternehmen und weit darüber hinaus. Für Kompagnon Herbi Lips war kurz vor Weihnachten aber auch klar: „The show must go on.“ So geschah es – bei Conelli fiel nicht eine einzige Vorstellung aus. Das sei, so Lips, ganz im Sinne des Verstorbenen gewesen. Gasser hatte sich 1969 vom Familien-Zirkus Royal gelöst und eine Delfinshow aufgebaut, mit der Conny zusammen mit seiner Frau Gerda Gasser sogar in Las Vegas gastierte. Daraus entstand dann der Freizeitpark Connyland in Lipperswil ganz in der Nähe des Bodensees.

    Der größte und bekannteste Schweizer Zirkus, der Circus Knie, startet Mitte März zu seiner 90. Tournee, die 255 Tage dauert und ihn an 48 verschiedene Orte führt. Mit dabei ist in der Deutschschweiz das hierzulande äußerst beliebte deutsche Chaos-Theater Oropax. Zurzeit laufen die Proben auf vollen Touren – man darf gespannt sein, wie der Humor der Gebrüder Volker und Thomas Martins in der Manege ankommt. Das Familienunternehmen Knie besetzt die Humor-Positionen übrigens immer wieder mit Künstlerinnen und Künstlern aus der Kleinkunstszene, so waren schon Ursus & Nadeschkin, Pic, Lapsus, Mummenschanz, Gardi Hutter, Karl’s Kühne Gassenschau, Viktor Giacobbo, Massimo Rocchi oder Emil um die komischen Momente besorgt.

    Apropos Emil: Das Urgestein der Schweizer Kleinkunstszene feierte am 6. Januar seinen 75. Geburtstag. Ein Emil-Comeback wird es auch dieses Jahr nicht geben, dafür ist der Kabarettist ansonsten von kreativer Rastlosigkeit getrieben. Im Zentrum stehen seine kabarettistischen Lesungen, mit denen er ja fleißig auch deutsche Bühnen bespielt, in der Regel vor ausverkauften Rängen. Es sei verraten: So weit entfernt von einem „richtigen“ Kabarettabend, wie er selber manchmal glauben macht, ist Emil Steinberger mit seinen Lesungen gar nicht ...

    Das 16. Arosa Humorfestival im vergangenen Dezember war das letzte unter der Ägide von Martin Vincenz. Dieses Jahr übernimmt Frank Baumann, den man schon fleißig Blicke hinter die Kulissen werfen sah – bezüglich seiner Pläne hielt er sich aber noch völlig bedeckt. Der „Schneestern“, der Preis für den besten Auftritt, ging 2007 an den Italiener Ennio Marchetto für eine atemberaubende Mimen-Show mit Figuren aus Papier und Pappe. Ansonsten war Arosa Ort gleich mehrerer Premieren von einheimischen Künstlern: So gewährten Hanspeter Müller-Droossart mit „Obsi-Nitsi“ Mundart für Aufwärts-Abwärts, Rolf Schmid mit „Ja und?“ und Max Rüdlinger mit einem titellosen Stück Einblicke in ihr jüngstes humoristisches Schaffen.

    Ende Januar wurde im Schweizer Fernsehen die erste „Satirische Wochenshow“ ausgestrahlt. Bestritten wird diese von einem Paar, das sich bestens kennt: Viktor Giacobbo und Mike Müller. Nach der ersten Ausstrahlung ist zu konstatieren, dass die live aus dem Zürcher Kaufleuten gesendete „Wochenshow“ noch nicht den Biss hat, den man sich von so einem TV-Format wünscht. Aber Steigerungspotenzial ist – aufgrund der beiden Aushängeschilder – zweifellos vorhanden. Bereits Folge Nummer 2 kam stark verbessert daher. „Wir haben zwar noch keinen schweizerischen Harald Schmidt, aber wenigstens ein Duo, das es versteht, ein wenig Humor in die neue Woche zu streuen“, meinte der Tages-Anzeiger.

    Die Schweiz hat eine der reichhaltigsten Kleinkunstszenen. Bis dato ist diese aber eher schwach dokumentiert. Der hervorragende Bildband Backstage schließt diese Lücke ein wenig. Die Kulturjournalistin Daniele Muscionico und der Fotograf Roland Soldi stellen 33 Vertreterinnen und Vertreter der Deutschschweizer Kabarett- und Comedyszene vor. Allerdings auf unkonventionelle Weise – nicht auf der Bühne, sondern zu Hause, im Proberaum oder eben Backstage. Mit wenig, aber intelligent-unterhaltsamem Text pro porträtierter Person oder Künstlergruppe und aussagekräftigen Schwarzweiß-Fotografien. Bücher wie diese nimmt man immer wieder gerne zur Hand.

    Einer, der in Backstage auch vorkommt, ist der Träger des diesjährigen Schweizer KleinKunstPreises: Massimo Rocchi. Der Berner Komiker teilt den „Goldenen Thunfisch“, wie der Preis genannt wird, mit dem Tessiner Daniele Finzi Pasca. Beide kennt man weit über die Landesgrenzen hinaus, Rocchi als Träger des Kabarettpreises „Salzburger Stier“ und des Deutschen Kleinkunstpreises, Finzi Pasca als Gründer des Teatro Sunil und seit 2003 als Regisseur und Dramaturg beim Cirque du Soleil. Die Preisübergabe findet an der KleinKunstGala zur Eröffnung der Schweizer Künstlerbörse am Mittwoch, 16. April 2008, in Thun statt. Die Schweizer Künstlerbörse dauert von Mittwoch, 16., bis Sonntag, 20. April 2008.

    Redaktion: Hans Bärtsch

     

    Termine:

     

    9. bis 25. April: Zürich, Theater 11, Acapickels, „Acapickels go to Las Vegas“

    13. bis 31. Mai: Richterswil, Herzbaracke

    13. bis 18. Mai: Olten, Kabarett-Tage (www.kabarett.ch)

    15. bis 24. Mai: Zürich, Miller’s Studio, Spektakuli – 15. Internationales Kabarett-Festival

     

    2008-03-15 | Nr. 58 | Weitere Artikel von: Hans Bärtsch





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