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    Fünf Jahre Polittbüro

     

    Auf dem Rotlicht-Kiez beim Hauptbahnhof feierte das renitente Polittbüro fünften Geburtstag – und alle, alle kamen zur rauschenden Gala. Darunter Pigor und Eichhorn, Käthe Lachmann, Michael Ehnert, Marion Martienzen, Ulrich Waller sowie das Duo Alma Hoppe vom gleichnamigen Lustspielhaus. Auch die vielen Stammgäste im voll besetzten 220-Plätze-Haus zeigten sich begeistert. Nicht jeder in der Szene hatte Lisa Politt und Gunter Schmidt alias Herrchens Frauchen eine solche Zukunft gegeben, als die beiden 2003 im früheren Neuen Cinema ihr Polit-Kabarett eröffneten. Im aktuellen Programm „Parole Schnulli – dem Nachwuchs keine Chance“ nehmen sich die linken Urgesteine nebst junger Kollegin Antje Basedow dazu auch gleich selbst aufs Korn. Zeit für ein kleines Interview.

    Trottoir: Fünf Jahre Polittbüro – wie lautet das Resümee der Macher?
    Lisa Politt: Geil, aber enorm anstrengend. Wir arbeiten vom Aufstehen bis zum Schlafengehen. Eigentlich hatten wir uns gedacht, wir eröffnen ein Theater, um nicht mehr tingeln zu müssen – heute geben wir rund 80 Gastspiele im Jahr, um uns das Theater leisten zu können. Dank des Deutschen Kabarett- und Kleinkunstpreises sind wir auf dem Markt gut positioniert.

    Trottoir: Was ist das Gute an einem eigenen Theater?
    Lisa Politt: Die tollen Abende, die Gestaltungsmöglichkeiten als Veranstalter. Wenn wir mit dem Theater schon kaum Geld verdienen, so können wir doch wenigstens nach Inhalten planen. Besonders freut es uns, Talente wie Horst Evers, Sebastian Krämer und Marco Tschirpke in Hamburg aufgebaut zu haben.

    Trottoir: Ist linkes Kabarett überhaupt noch zeitgemäß?
    Lisa Politt
    : An politischen Kabarettisten herrscht leider absoluter Mangel – wie auch an Leuten, die sich inhaltlich für Politik interessieren. Doch unter den Interessierten sind alle Altersgruppen vertreten. Wir wollen diese Leute auch nicht missionieren, sondern lieber selber kantig bleiben und die anderen dabei unterstützen, konfliktfähig zu bleiben.

    Trottoir: Wie sicher ist die Finanzierung?
    Gunter Schmidt: Sponsoring, also Gelder von Wirtschaftsunternehmen, lehnen wir ab. Subventionen hingegen sind demokratisch verwaltete Gelder. Die brauchen wir. Von der Kulturbehörde haben wir in den fünf Jahren 78.000 Euro an Fördermitteln für Einzelposten erhalten. Im Rahmen der laufenden Neu-Evaluierung der Hamburger Privattheater sind wir mit 35.000 Euro pro Jahr angedacht. Doch wir brauchen 100.000 Euro, um zwei Arbeitsplätze schaffen zu können. Sonst werden wir das Theater auf Dauer nicht halten können.

    Trottoir: Vielen Dank und weiterhin viel Erfolg euch beiden!

    Interview Ulrike Cordes

    2008-12-15 | Nr. 61 | Weitere Artikel von: Ulrike Cordes





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