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    „Ab dafür! Der satirische Jahresrückblick 2008“

    von & mit Bernd Gieseking

    Was für ein Jahr! 2008 war blutdrucktreibend! Das war besser als „Stirb langsam“ oder „Der Terminator“. So was von Action! Die Börsenkurse rasten rauf und runter. Ballack gegen Bierhoff, dann Ballack gegen Löw, Steinmeier gegen Beck, Ypsilanti gegen Koch, Deutschland gegen Spanien, und als zweites End-Spiel Stoiber gegen alle, obwohl der gar nicht mehr aufgestellt und nicht mehr auf dem Posten war. Und Seehofer ist plötzlich Ministerpräsident von Bayern. Und ich frage mich: Wann spielt der mit dem Kind?

    Günther Beckstein hatte im bayrischen Landtagswahlkampf gesagt, man könne auch nach 2 Maß Bier noch Auto fahren. Und Jörg Haider hat’s versucht. Tödlich verunglückt im Phaeton. Die Nobelkarosse von VW. Und was passiert danach? Die VW Aktie steigt! Für einen Tag die teuerste Aktie der Welt! Das sind Zusammenhänge! Piech hatte plötzlich eine Erektion, ohne Viagra genommen zu haben. Der kam gar nicht mehr runter. Anders Ackermann. Ackermann kommt gar nicht mehr hoch. „Josef, du bist so alleine/dass ich darüber fast schon weine./Du strahlst nicht mehr, um dich ist dunkel –/du bist den Banken das Furunkel.“

    Nicht nur bei den Banken bestimmt der Schein das Bewusstsein. Ich habe im 68er-Jubiläumsjahr festgestellt, dass die Jugend heute anders ist. Wir wollten „damals“ die Welt verändern. Die Kids heute wollen Superstar werden. Einige bewerben sich bei Lidl nur in der Hoffnung, dass sie da gefilmt werden.

    Dann war da noch der lange Fackellauf bis Olympia. „Eins-zwei-drei-vier-Eckstein, die Flamme muss versteckt sein.“ Mal war die Fackel aus, mal war sie an. Jeder Chinese, den man traf, fragte: „Ey, hast du mal Feuer?“ In jedem Athleten-Po steckte eine Spritze. Und dazu gab es beim Einmarsch diese tollen Olympiaanzüge für die Sportler, die das alles kaschierten!

    Und sonst? Klimakatastrophe, Gletscher schmolzen und damit gab es ein weiteres Vordringen der Feuchtgebiete, besonders in der deutschen Literatur. Charlotte Roche schrieb einen Roman über Feuchtgebiete, über einen Krankhausaufenthalt wegen „unten rum“. Über eine Million verkaufte Exemplare. Hape Kerkeling musste für den gleichen Erfolg wenigstens den ganzen Jakobsweg ablatschen!

    Und viele brauchten „ein Quantum Trost“: Ypsilanti gemeuchelt von Jürgen Walter, Jürgen Walter verlassen von allen guten Geistern, Sarah Connor verlassen von Marc Terenzi, Sandy Meyer-Wölden verlassen von Boris Becker, Susanne Klatten verlassen von ihrem Schweizer Gigolo. Dazu reimte Karl Deutschland, Giesekings Freund und Dichter: „Die was mit wem anders hatten, nennen wir ab jetzt „die Klatten.“

    Die Banken wurden verlassen vom Geld, die Kurse wurden verlassen vom Anstieg, der Fall wurde verlassen von der Bremse, die Kredite wurden verlassen von den Gläubigern und Ackermann war mal wieder verlassen von allen und vor allem von den guten Geistern.

    „Germany’s next Topmodel“ heißt seit 2008 Angela Merkel, denn sie trug zur Eröffnung der neuen Staatsoper in Oslo ein wirklich schickes und tief dekolletiertes Kleid. Die Republik allerdings war erschüttert. „Die Kanzlerin hat Brüste! Demnach ist sie eine Frau!“ Einige vermuten nun: „Ist Bundespräsident Köhler vielleicht ein Mann?“

    Altkanzler Helmut Schmidt, von Gieseking um einen Kommentar zum abgelaufenen Jahr gebeten, nuschelte nur: „Mir ist ganz egal, was ich sage. Hauptsache, ich rauche!“ Der andere Altkanzler, Helmut Kohl, 78 Jahre, hat seine minderjährige Lebensgefährtin Maike, 44, geheiratet. Kohl ist 34 Jahre älter als seine Maike. Da kann sich Doris in Hannover warm anziehen. Das lässt der Schröder nicht auf sich sitzen!

    Bahnchef Mehdorn hingegen hat endgültig Schluss gemacht mit Verkehrsminister Tiefensee. Aber wohl per SMS und Tiefensee hat anscheinend noch nicht drauf geschaut, jedenfalls hat der es noch nicht gemerkt. Mehdorn und der gesamte Bahnvorstand proben mehrstimmig: „Jetzt fahr’n wir über ’n See, über ’n See, über ’n Tiefensee!!“

    Die eigentlichen Superstars 2008 aber waren natürlich Barack Obama und Roland „die Katze“ Koch, der Mann mit den sieben Leben. Am Tropf der Ypsilanti wiederauferstanden von den Toten. Das ist alles sehr westernmäßig abgelaufen. Vier Hessen für ein Halleluja! High Noon in Wiesbaden. Spiel ihr das Lied vom Tod!

    Django Walter, der Mann mit dem Sarg ist da! Andrea Ypsilanti, die letzte Mohikanerin, ein Fressen für die Geier, unterwegs auf einem Fluss ohne Wiederkehr, verfolgt von den vier Kindern der Katie Elder!

    Und das alles für eine Handvoll Dollar? Das Ende des Flaming Star. Erbarmungslos. Die Frau, die sie Pferd nannten. Die sich den Wolf verhandelte. Der anderen Namen war Nobody.

    Aber gerade Beck und Ypsilanti muss man Konfusions Worte, den Satz des großen ostwestfälischen Weisen, nachrufen: „Wer segeln geht, darf sich nicht wundern, wenn Wind kommt!“.

    Zusatz:

    Das Jahr hat 12 Monate und der Tag 24 Stunden, ein Kabarettabend hat 90 Minuten und Gieseking lässt in diesen 90 Minuten das Jahr 2008 Revue passieren. Rasant und rasend, irr und witzig. Giesekings Jahresrückblick ist mittlerweile ein Klassiker, im 15. Jahr mit über 50 Tourneeterminen. Das „Best-of“ der letzten 5 Jahre geht als „Deutschland Gala – Die Preisverleihung“ ab März auf Tournee.


    Redaktion: Bernd Gieseking
     

     

    2008-12-15 | Nr. 61 | Weitere Artikel von: Bernd Gieseking





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