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    Das 3sat-Festival in Mainz ging diesen Herbst in die fünfzehnte Runde. Unter dem neuen Intendanten Gottfried Langenstein, dem gute Chancen zugerechnet werden Nachfolger von Stolte beim ZDF zu werden, hat sich an der erfolgreichen Veranstaltungsreihe äußerlich nichts geändert. Im Zeichen des Jubiläums "100 Jahre Kabarett" gab es außerhalb des Zeltrundes etliche Begleitsendungen im Fernsehen. Auffallend: Keine Neubarbeitungen redaktioneller Art von altem Archivmaterial. Manche Dokus wirken ziemlich abgestanden. Die Gegenwart konzentriert sich vor allem auf das Mitschneiden von Lifeauftritten wie beim 3sat-Festival. Auf der Zeltbühne heuer: Heinz Rudolf Kunze, Volker Pispers, Matthias Deutschmann, Pe Werner und zwei Themenabende für den Nachwuchs. Etwas fehletikettiert der Abend mit "Stand up": Alf Poier, Luise Kinseher  und Moderator Lars Reichow haben mit diesem Genre praktisch nichts zu tun. Jess Jochimsen schon eher. Der musste mit seinem Programm für die Zielgruppe "around thirties" gegen das Saalpublikum regelrecht ankämpfen. Ein Feuerwerk der "Slapstick und Comedy-Abend", den Ursus und Nadeschkin in bekannter Entertainer Neu-Schweizer Provinenz präsentierten. Während ABBA jetzt und die Rampensau Peter Pitofsky eher zu polarisierenden Akteuren zählen, verzauberte der Kanadier Tomas Kubinek mit seinen spleenigen Mehrschuhtanz- und Flugnummern.

    Die Gewinner des Frankfurter Chansonpreises "Zarah 2001" heißen Schall und Hauch. Jury wie Publikum waren sich im Voting dieser schon bekannten Neo-Dadaisten einig, so dass neben dem Hauptpreis auch der Saalpokal an das Duo ging. Torsten Rieman erhielt bei diesem Wettbewerb den "Innovationspreis", der allerdings namentlich als "Platz zwei" ausgewiesen wurde, da echte Neuheit bei dem angetretenen Feld offensichtlich diesmal nicht zu haben war. Dafür sorgte am Vorabend der Vorjahresgewinner Zimtfisch. Das Berliner Bar-Beat-Quartett stellte zusammen in einem Konzert mit Ulla Meinecke ihre frisch gepresste CD "Hey,Hey,Hey,Hey" mit ziemlich retromässigen Songs vor.Zukunftsträchtig!

    Nachwuchs in Rhein-Main zu fördern bleibt anscheinend schwer. Bodo Bach als Juror versuchte sich im Frankfurter Metropolis-Kino bei einer Nacht der Comedians als Mentor. Fortsetzung angesagt. Mal gucke.-

    Kontinuität kann die Kronberger Kabarett-Werktstatt aufweisen. Der private Verein lud heuer zum dritten Mal Kabarettwillige zu einem einwöchigen Crashkurs ein, der diesmal von Andreas Zimmermann (Stachelschweine) und Roland Mell (Berliner Kammerorchester) geleitet wurde. Die Trainigswoche kostete inklusive Übernachtung und Vollpension 750 Mark.

    Wegen des doch etwas vorgerückten Alters der teilnehmenden Akteure und der Konstruktion der Sketche im Rahmen einer durchgehenden Rahmenhandlung näherte sich das Kabarett eher der Volkskomödie. Bei dem Spieleifer der teilweise schon bühnenerprobten Darsteller, die aus ganz Deutschland kamen, keine schlechte Wahl. (Kontakt: Kronberger Kulturkreis, Tel.: 06173929104).

    Modernes Kabarettmanagement ganz nah am Zeitgeist inszenierte die Formation  Wir- Agenten. Dass die Überwindung von Berührungsängsten der Konkurrenz gegenüber fruchtbar sein kann, demonstrierte der Agenturzusammenschluß. Der Verbund aus t.o.b., Urs Art, La Gala, Theatertransfer, Kulturbureau und Theaterkontakte schickte verschieden besetzte Gala-Shows zum "Casting" durch die Republik. Der rege Publikumszuspruch vor allem aus dem Gala-Bereich wurde von Urs Wiegering sehr positiv bewertet. Grundsätzlich, so erläuterte der in Hamburg ansässige Kleinkunstmanager, laufe die Kooperation zwischen den Partnern recht erfolgreich. Im Neuen Theater Höchst war vor allem Neugierde angesagt. Bei dem dreiteiligen Marathon galt die Devise der wilden Mischung, die von Bodo Wartke bis zu Disko-Queens im Glammour-Look reichte. Das war teilweise echt hart, für die auf, wie für die vor der Bühne. Dennoch: Was bei der Freiburger Kulturbörse schon sichtbar war, ist nur ganz klar: Wer nicht werbt, der sterbt! Die Professionalisierung des Kleinkunstszene ist nicht mehr aufzuhalten.

    Redaktion: Kathrin Schwedler

     

    Termin-Tipps:

    In Neuen Theater Höchst wieder auf dem Spielplan:" Goethe, FaustI". Was Philipp Mosetter und Michael Quast mit dem Reklamheft in der Hand und jeder Menge Schabernack im Sinn mit Gretchen und Mephisto auf die Bühen zaubern ist eine fulminate Liebeserklärung an den Klassiker!(26.,27.,28.,29.Dezember). Im Komödienhaus Wilhelmsbad findet im Jänner das "2.Satire-Fest" statt (24.-27.1.2002). Gäste: Jess Jochimsen, LaLeLu, Kabarett Nestbeschmutzer, Urban Priol .


    2001-12-15 | Nr. 33 | Weitere Artikel von: Kathrin Schwedler





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