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    Kostümworkshop: Der Weg zum perfekten Kostüm


    Bei der Entwicklung eines neuen Programms steht neben der Handlung auch immer die Frage nach dem richtigen Kostüm im Mittelpunkt. Auch bei bestehenden Programmen stellt sich die Frage, ob das Kostüm zur Person passt und wie es ggf. noch verbessert werden kann. Beides wollen wir Ihnen hier beantworten. Denn seien Sie beruhigt: die Frage nach der Außenwirkung stellt sich jeder, der auf der Bühne steht, ob Schauspieler, Kabarettist, Clown oder Sänger.

    Am Anfang ist die Frage: Wie kann ich ein optisches Profil entwickeln, mich von Mitbewerbern abheben und den eigenen Charakter unterstreichen? Ideal ist es, allein schon durch die Optik unverwechselbar zu sein. Deswegen ist es nicht unbedingt die beste Lösung, ein Kostüm von der Stange zu kaufen. Wer fürchtet, dass der Gang zu einem professionellen Kostümhersteller zu teuer ist, kann sich dort zumindest beraten lassen, oder gegebenenfalls auch vorher ermitteln, ob man vielleicht doch mit dem selbst gesteckten finanziellen Rahmen ein Kostüm herstellen lassen kann.

    Mit etwas handwerklichem Geschick, aber auch Geschmack kann man vielleicht selbst bereits vorhandene Kleidung in ein Kostüm umbauen oder ein komplett neues daraus herstellen – oder zumindest Einzelteile, die man dann mit gekauften Stücken kombiniert.

    Zunächst sollte man herausfinden: Was oder wen will ich darstellen? Gibt es schon eine ähnliche Figur? Was kann mich unverwechselbar machen? Welche Zielgruppe möchte ich erreichen? Passt meine Figur zu der angestrebten Zielgruppe? Welche Attribute passen zu dieser Figur? Muss ich auf bestimmte Materialien achten, die beispielsweise schwer entflammbar sind oder gut waschbar sein müssen? Wird das Kostüm auch von anderen Personen getragen?

    Wenn man sich diese grundlegenden Gedanken gemacht hat, kann man einige Skizzen oder eine Collage anfertigen. Gerade bei einer Collage kann man spielerisch Elemente entfernen oder hinzufügen und so nach und nach die perfekte Figur finden, die man schließlich umsetzen möchte. Wenn man genügend Zeit hat, empfiehlt es sich, zunächst ein Probeteil aus einem anderen, günstigen Material zu fertigen, das ähnliche Eigenschaften wie der Originalstoff hat. Während der Umsetzung werden meistens einige Ideen verworfen, da manches vielleicht doch nicht so toll aussieht wie man es sich vorgestellt hatte, oder das Material plötzlich Eigenschaften aufweist, an die man vorher nicht gedacht hat (z. B., wenn der Stoff zu kratzig, nicht stabil, elastisch oder hitzebeständig genug ist). Doch dafür kommen viele neue Ideen hinzu, auf die man auf dem Papier nicht gekommen ist.

    Dies ist ein relativ langwieriger Prozess, und erst durch häufiges Versuchen und Ändern, das manchmal nervenaufreibend und zeitaufwendig sein kann, kommt man letztendlich beim Ideal in Sachen Aussehen und Komfort an. Bei riesigen Figuren, beispielsweise aus Schaumstoff und Plüsch, lässt sich der Komfort freilich nicht immer hundertprozentig realisieren, da man einfach zu viel Material mit sich herumschleppen muss.

    Schöne Highlights kann der Selbst-Bauer durch Arbeiten erzielen, für die keine tiefgreifenden Kenntnisse erforderlich sind, die jedoch viel Arbeitszeit verlangen. Das kann unter anderem Bestickung oder die Anbringung von Folien oder Strass-Steinchen sein. Hierbei ist man als Selbsthersteller im Vorteil, da man die vielen Arbeitsstunden dann natürlich nicht bezahlen muss.

    Anhand des folgenden Beispiels werden einige Arbeitsschritte an der Kopfbedeckung eines weißen Medusen-Kostüms veranschaulicht.

    Zunächst wurden der Entwurf erstellt und kleine Details weiter verfeinert. Für die Schlangen des Medusenhauptes wurden gebogene Tunnel genäht, diese dann umgekrempelt und mit Füllwatte ausgestopft. Anschließend wurden die Schlangen mit einer Mischung aus Latex- und Acrylfarbe bemalt, mit Kristallsteinchen-Augen bestickt und an das Kopfgestell angenäht. Das Grundgerüst des Kopfes wurde bei diesem Beispiel der Einfachheit halber aus zwei gekauften Draht-Masken zusammengefügt. Danach wurde darauf eine weiße Plastikbasismaske angebracht. Um die Übergänge zwischen den Bauteilen verschmelzen zu lassen, wurden nach und nach mehrere Schichten Volumenvlies, Stoff- und Acryl-Latexfarbe aufgetragen. Sobald genügend Schichten aufgetragen sind, kann man den Schlussanstrich mit Metallicfarbe machen. Dabei ist darauf zu achten, dass die Farbe kratzfest ist. Am meisten Spaß macht es, zum Schluss die Dekosteinchen und -pailletten aufzukleben.

    Für nahezu alle kreativen Kostümarbeiten gilt: Ruhig wagen, etwas Neues auszuprobieren und verschiedenste Materialien zu mixen! Denn nur wer wagt, gewinnt!

    Julia Weinstock

     

     

    Die Autorin ist Inhaberin der KostümManufaktur „ Wunschgestöber“

    Julia Weinstock,                                             

    Unperfekthaus                                    

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    45127 Essen

     

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    2010-06-15 | Nr. 67 |





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